Großrinderfeld

Beschluss des Großrinderfelder Gemeinderats Betrieb der Kindertagesstätte ruhte bereits seit September 2019

St. Laurentius schließt endgültig

Archivartikel

Diese Entscheidung fiel dem Großrinderfelder Gemeinderat nicht leicht: Das Gremium beschloss in seiner Sitzung am Dienstag, die Kindertagesstätte in Ilmspan nicht wieder zu öffnen.

Großrinderfeld. Die Kindertagesstätte St. Laurentius im Großrinderfelder Ortsteil Ilmspan bleibt geschlossen. Der Betrieb ruhte bereits seit September 2019. In seiner Sitzung am Dienstag stimmte der Großrinderfelder Gemeinderat bei drei Gegenstimmen und einer Enthaltung für eine Schließung der Einrichtung.

Dringlichkeit der Entscheidung

Bürgermeister Johannes Leibold betonte, dass die Entscheidungsfindung zur Schließung der Kindertagesstätte Ilmspan sicher keinem Gemeinderat leicht falle. „Eine starke Gemeinde lebt von starken Ortsteilen, egal ob groß oder klein.“ Allerdings müsse auch ein Gemeinderat unangenehme Entscheidungen treffen, und diese würden durch weiteres Hinauszögern bekanntlich nicht besser. Der Bürgermeister wies auch auf die Dinglichkeit hin, einen Entschluss zu fassen. Die katholische Verrechnungsstelle Tauberbischofsheim habe die Verwaltung bereits im März um eine Entscheidung gebeten, da die Kirche nicht nur Träger, sondern auch Eigentümer der Immobilie sei. Man gab den Eltern im März dann noch einmal die Möglichkeit, ihre Kinder in der Tagesstätte anzumelden. Der Rücklauf war aber mit drei Meldungen sehr gering. Aus pädagogischer Sicht mache ein Betrieb nur bei einer Mindestzahl von zehn Kindern Sinn, erklärte Leibold.

Ilmspans Ortsvorsteher Hubert Kraus monierte, dass der Ablauf hin zur Schließung „etwas unglücklich“ gelaufen sei. „Es entstand der Eindruck, dass das schon durch ist.“ Auch Gemeinderat Walter Lutz machte sich für St. Laurentius stark: „Die Öffnungszeiten sind entscheidend. Wir sollten den Betrieb noch einmal ruhen lassen, ein neues Konzept entwickeln und die Eltern dann entscheiden lassen.“ Darüber hinaus sprachen sich 188 Bürger in einer Unterschriftenliste, die Bürgermeister Johannes Leibold überreichte wurde, gegen eine Schließung aus.

Leibold stellte klar, dass eine Änderung der Betriebserlaubnis nur durch „technische Ertüchtigungen“ der Einrichtung wie Brandschutz, Schlafräume, Küchen und Barrierefreiheit möglich sei. Bei einem solchen Umbau würde es ebenfalls zur Schließung kommen, da er bei einem laufenden Kindergartenbetrieb nicht möglich sei. Bei einer Wiederaufnahme müssten in jedem Fall 30 000 Euro in die Heizung investiert werden.

Auf diesen Umstand wies auch Gemeinderat Sven Schultheiß hin: „Wenn wir über eine neue Erlaubnis sprechen, ist es ist nicht so, dass wir nur ein bisschen Farbe an die Wand pinseln müssen und das dann weiterlaufen lassen. Eine Schließung will keiner, wir müssen aber jetzt entscheiden, welche Schritte wir gehen wollen.“ Letztlich folgte der Gemeinderat dem Beschlussvorschlag, die Kindertagesstätte in Ilmspan nicht wieder zu eröffnen. Was mit der Immobilie der katholischen Kirche passiert, ist noch offen.

„Fit für die Zukunft machen“

Bürgermeister Johannes Leibold unterstrich noch einmal die Schwere der Entscheidung, erklärte aber gleichzeitig, dass auch künftig alle Ortsteile bei der Kinderbetreuung berücksichtigt werden. „Die Gemeinde hat sich auf den Weg gemacht, ein neues mittel- und langfristiges Konzept für alle Kindertagesstätten zu entwickeln und hierbei wird Ilmspan ebenfalls miteinbezogen. Wir müssen die Kommune in diesem Bereich fit für die Zukunft machen.“

Hierfür sei die Schließung der Einrichtung in Ilmspan der erste Schritt. „Nicht weil der Gemeinderat, die Verwaltung oder der Bürgermeister es möchten, sondern weil wir aktuell keine sinnvolle Alternative sehen.“