Großrinderfeld

Bürgermeisterwahl Großrinderfeld Die vier Kandidaten stellten sich und ihre Ziele den rund 400 Bürgern in Gerchsheim vor

Runde eins haben sie gemeistert

Archivartikel

Kinderbetreuung, öffentliche Nahverkehr und die Stärkung des Ehrenamts: Viele Themen sprachen die Kandidaten für das Amt des Großrinderfelder Bürgermeisters bei ihrer Vorstellung an.

Großrinderfeld. Zu Beginn des ersten Vorstellungstermins für die Großrinderfelder Bürgermeisterwahl am 20. Oktober standen die vier Kandidaten in der Turn- und Festhalle in Gerchsheim noch zusammen vor den Bürgern. Rund 400 Großrinderfelder nutzten die Gelegenheit, sich selbst ein Bild von den Bewerbern zu machen.

Nach einer kurzen Einführung durch den Vorsitzenden des Wahlausschusses, Sven Schultheiß, wurde das Quartett dann getrennt. Nach der vom Gemeinderat im Losverfahren ermittelten Reihenfolge sprach zunächst Jörn Engstfeld. Er nutzte als einziger Kandidat nicht das Rednerpult, sondern lief mit dem Mikrofon durch die Menge.

Auf ihn folgten Stefan Deckert, Thomas König und Johannes Leibold. Bei den weiteren Vorstellungsterminen „rutscht“ dann jeder Bewerber eine Position weiter. Als maximale Redezeit wurden zehn Minuten festgelegt, die nicht nicht alle ausschöpften.

Dr. Jörn Engstfeld

Jörn Engstfeld stellte gleich zu Beginn seiner Rede fest, dass sich die Programme der einzelnen Kandidaten sehr „ähneln“. „Teilweise war ich erstaunt, dass die Identifizierung einzelner Themen so eng beieinander lagen“, befand er. Engstfeld ging deshalb davon aus, dass die Wahl des Bürgermeisters eher vom „Typ“ abhängig gemacht werde.

Familienfreundlichkeit für alt und jung, öffentlicher Nahverkehr, Nahversorgung, Geschäfte, Gastronomie, Schulen, Ferienbetreuung, benannte Engstfeld als wichtige Themenfelder. „Die Kindergärten sind, besonders in Hinblick auf Ilmspan, ein ganz wichtiges Anliegen.“ Auch die Stärkung des Ehrenamtes hält Engstfeld für wichtig: „Ohne das läuft in unserer Gemeinde relativ wenig. Vereine sind der ,Kit’, der unsere Gesellschaft zusammenhält.“ Insbesondere die örtliche Feuerwehr finder er sehr „professionell“. er 50-Jährige kam dann auf seine „speziellen“ Merkmale zu sprechen: Als Volljurist habe er die nötigen Kompetenzen in der Juristerei und im Verwaltungsrecht, um das Bürgermeisteramt ausüben zu können.

„Ich bin recht gut im Lösungen finden. Ich bin auch recht gut im Verhandeln“, nannte der Großrinderfelder weitere Stärken. „Für meine Kinder ist Großrinderfeld die Heimat geworden. Meine Frau und ich sagen deshalb, dass wir hier zu Hause sind. Wenn ich gewählt werde, das ist ein Versprechen, das ich abgebe, dann können sie sehr lange mit mir rechnen“, schloss Engstfeld seine Rede.

Stefan Deckert

Stefan Deckert freute sich über den zahlreichen Zuspruch und Reaktionen in den letzten Tagen. „Ich habe das Gefühl, dass ich euch mit meiner Kandidatur erreiche“, richtete der Schönfelder das Wort an die Bürger. Da er in einer großen Familie aufgewachsen ist, wisse er, was es heißt, zusammenzuhalten. Diesen Grundsatz hält Deckert auch für die Gemeinde wichtig: „Wir können uns noch mehr gegenseitig helfen, nur so sind wir stark und können gemeinsam etwas erreichen“, betonte er.

Als staatlich geprüfter Bautechniker bringe er ein fundiertes fachliches und technisches Bauwissen für das Amt des Bürgermeisters mit. Im Bereich einer Gemeindeverwaltung kenne er sich aufgrund seiner langjährigen Tätigkeit in der Verwaltung bestens aus. „Rathausarbeit ist genau mein Ding“, sagte der Bürgermeisterkandidat. Der Schönfelder möchte „Veränderung“, aber auch „bestehende und gute Ansätze weiter entwickeln und die „vertrauensvolle Zusammenarbeit“ mit dem Gemeinderat fortsetzen.

Kinder, Senioren und Familie seien Themen, die alle „beschäftigen“, so Deckert. Gerade in Bezug auf die Ortsteile stelle sich die Frage, ob es möglich ist, alle Einrichtungen zu erhalten. Das seien Fragen, auf die er gemeinsam mit der Bevölkerung Antworten und Lösungen suchen werde. „Unsere schlechte ÖPNV-Verbindung muss optimiert werden“. Bei allen Ideen, Problemen, Herausforderungen und Vorschlägen wird es nur einen gemeinsamen Weg geben, unterstrich Deckert.

Thomas König

„In einer Gemeinde stoßen unterschiedliche Interessen aufeinander“, stellte der dritte Redner, Thomas König aus Marbach fest. Junge Familien mit Kindern hätten andere „Punkte“, als ältere Mitbewohner. Es gehe als Bürgermeister also auch darum, einen „gemeinsamen Nenner“ zu finden und möglichst viele Interessen abzudecken. Erste Voraussetzung hierfür sei es, die Bedürfnisse der Bürger zu kennen.

Er habe bereits zahlreiche Gespräche geführt und dabei Themen in unterschiedlicher Ausprägung wahrgenommen: Ärztliche Versorgung in allen Teilorten, Ausbau von Radwegen, Kinderbetreuung, flexiblere Betreuungsgruppen, Förderung heimischer Gewerbe seien oft angesprochene Anliegen. „Sachverhalte, die keine Großkosten versursachen, sollten zeitnah aufgegriffen werden.“ Für die weiteren Maßnahmen hält König eine Prioritätenliste für sinnvoll, die dann unter Berücksichtigung der finanziellen Möglichkeiten der Gemeinde angegangen werde.

„Mein Fachwissen und mein bisheriger beruflicher Werdegang bilden eine solide Grundlage für die Aufgabe als Bürgermeister“, sagte König. „Seine Tätigkeiten in der öffentlichen Verwaltung mit ihren „lokalen Verantwortungsbereichen“ hätten ihm viele Möglichkeiten eröffnet, für die Menschen in der Region gestaltend tätig zu sein. Auch seine positiven Erfahrungen als Kindergartengeschäftsführer, darunter auch für die Großrinderfelder Einrichtungen, führte er an.

Johannes Leibold

Am Anfang der Kandidatur von Johannes Leibold, der als letzter Redner sprach, haben die Fragen gestanden: „Brauchen wir als Gemeinde jemanden von außerhalb, der uns als Bürgermeister vertritt, und kann es nicht vielleicht auch jemand jüngeres sein?“ Er habe Nächte mit sich gerungen, mit seiner Frau und Bekannten geredet und sich dann schließlich für eine Kandidatur entschlossen. Seine Schreinerausbildung und seine Tätigkeit als Geschäftsführer eines mittelständigen Betriebs sowie die Verbundenheit zu seiner Heimat eigneten ihn für das Amt des Bürgermeisters.

„Ich kenne unsere Bedürfnisse, unsere Vergangenheit und möchte unsere Zukunft mitgestalten.“ Leibold wolle das „Gesicht der Gemeinde“ sein, stets das beste für die Gemeinde herausholen und auf die Bürger zugehen. Er nannte bei der Vorstellung einige Themen von Gerchsheim: Ganz besonders am Herzen liege ihm die Kindertagesstätte. „Hier werde ich mich massiv für euch einsetzen.“

Dem alten Kindergarten möchte der Gerchsheimer „neues Leben einhauchen“. Die Nutzung als Ärztehaus sei eine Möglichkeit. Als weitere wichtige Maßnahmen führte Leibold den Abschluss des Baugebiets „Knauer II“, die Erweiterung des Gewerbegebiets „Geißgraben II“und den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs, vor allem in Schönfeld und Ilmspan, an. Auch die Einrichtung eines Rufbusses für Senioren nach dem Vorbild von Grünsfeld brachte er ins Spiel.