Großrinderfeld

Fragerunde nach den Einzelvorstellungen Zukünftige Ausrüstung der Feuerwehr diskutiert / Kandidaten äußern sich zu Transparenz und Ehrenamt

Nahversorgung sichern, ÖPNV ausbauen

Archivartikel

Grossrinderfeld.In der Fragerunde nach den vier Vorstellungen standen die vier Bürgermeister-Kandidaten den rund 400 Zuhörern Rede und Antwort. Dabei wurden fast ausschließlich alle vier Bewerber angesprochen. Die Bürger hatten in der mehr als zweistündigen Veranstaltung ein breites Spektrum an Fragen für die vier Bewerber, die größtenteils sehr einvernehmlich beantwortet wurden – vom Öffentlichen Nahverkehr über die Versorgung vor Ort bis zum gewünschten Ausbau eine Radwegenetzes oder auch die Transparenz in den Gremien.

Zu den Sorgen der Bürger bei der Nahversorgung sagte Jörn Engstfeld, dass er von den Ärzten in der Gemeinde nicht das direkte Signal bekommen habe, dass sie aufhören möchten. Er brachte auch die Möglichkeit eines Ärztehauses ins Gespräch. Auch Johannes Leibold befürwortete diese Idee. „Wir müssen dranbleiben und im gegebenen Fall jemanden überzeugen, damit die Praxis übernommen wird“, sagte Andreas Deckert. Thomas König stellte die Überlegung an, einen Mediziner aus Würzburg für die Gemeinde zu gewinnen.

Ein Bürger wollte von den Kandidaten wissen, wie sie das Ehrenamt stärken und die notwendige Wertschätzung entgegenbringen möchten. „Ich würde das Gespräch suchen“, nannte Deckert seine Herangehensweise. Auch König würde den Dialog in Bürgergesprächen forcieren. „Ich denke, den meisten fehlt es nicht an materieller Wertschätzung, sie werden oft einfach nicht wahrgenommen“, sagte er. Diese Beobachtung machte auch Leibold. „Manchmal hilft nur Lob und Anerkennung“, hielt er fest. Engstfeld hob die Arbeit der Freiwillige Feuerwehr hervor. „Darauf muss noch mehr der Blick gerichtet werden.“ Er ist auch dafür, dass das Ehrenamt verstärkt im Gemeinderat honoriert wird.

Das Thema Feuerwehr spielte eine weitere Rolle. Alle waren sich einig, dass die Wehren entsprechend ausgerüstet werden müssen. Engstfeld brachte hier auch die bauliches Situation in Ilmspan und das Thema Fortbildung der Wehrmänner aufs Tapet. „In diesen Ortsteilen hapert es wegen EDV-Problemen in der Fortbildung.“ Deckert freute sich über die neu gegründete Helfer-vor-Ort-Gruppe.

Gemeinderat Rainer Gerhards fragte die Kandidaten nach ihren beiden Topthemen. Alle vier machten die Entwicklung in der Kinderbetreuung als wichtigen Zukunftsbereich aus. Auch die Situation des Kindergartens in Ilmspan wurde diskutiert. Besonders die Beförderungsmöglichkeiten für die Kleinen, wenn es mit dem Kindergarten nicht weitergehen sollte, war ein Anliegen. König erinnerte daran, dass die Einrichtung in Ilmspan nur vorübergehen stillgelegt sei. Er nannte eine Fahrkostenerstattung als Möglichkeit. Johannes Leibold meinte, dass hier alle Möglichkeiten und Variationen in Betracht gezogen werden müssten. „Für Ilmspan und Schönfeld wäre die Schließung eine Katastrophe“, hielt Engstfeld fest. Die Orte würde schnell „austrocknen“. Der Jurist brachte als Lösung des Dilemmas eine „kombinierte Betreuungssituation“ zwischen Ilmspan und Schönfeld ins Gespräch. „Wir werden eine Lösung finden“, äußerte sich Deckert optimistisch. Die beförderung könne durch einen Kinderbus oder einen Kostenausgleich abgedeckt werden.

Alle vier Kandidaten sprachen sich für eine transparente Arbeit mit den Bürgern und dem Gemeinderat aus. „Mir ist es wichtig, mich mit den Bürgern zu unterhalten und die Leute aus dem Ehrenamt miteinbeziehen, die den Überblick haben“, erläuterte Engstfeld. „Mein Büro ist für jeden offen“, stellte Deckert klar. Für Thomas König wäre eine wichtige Veränderung, Beschlussvorschläge gemeinsam mit der Tagesordnung der Gemeinderatssitzung zu veröffentlichen. Außerdem hält er es für sinnvoll, Anfragen von Bürgern an deren Anfang zu stellen. Leibold sieht auch den Bürger in der Verantwortung, sich informieren zu wollen. Auf der Homepage der Gemeinde gebe es die Möglichkeit, sich Einblick in verschiedene Themen, wie zuletzt zum Beispiel zur Fällung der Linde in der Paimarer Straße in Großrinderfeld, zu verschaffen.

Abhängig vom Kreis

Auch zum öffentlichen Nahverkehr und zur Schülerbeförderung äußerten sich alle Kandidaten: „Es kann so nicht weitergehen“, wurde Stefan Deckert deutlich. Alle Kandidaten räumten ein, dass die Gemeinde hier nicht am längeren Hebel sitze, sondern vom Kreis abhängig sei. „Ich sehe hier die ehemalige Bürgermeisterin Anette Schmidt mit in der Verantwortung, die mit vielen Großrinderfelder Stimmen in den Kreistag gewählt wurde“, meinte Thomas König. Engstfeld sprach sich für eine Gurtpflicht von Kindern in Bussen aus.

Die Kandidaten bestätigten, dass sie ihre Nebentätigkeiten im Falle einer erfolgreichen Wahl vollständig aufgeben würden. Und alle wollen sich für ein (noch) besseres Miteinander der vier Ortsteile einsetzen. Aufeinander zugehen nahm Leibold am Schluss ganz wörtlich und ging in die Besuchermenge chki/dib