Großrinderfeld

Bauplätze Punktekatalog für Interessenten vom Gemeinderat verabschiedet

Mehr Transparenz bei Vergabe

Archivartikel

Großrinderfeld.Wie sollen künftig Bauplätze in Gemeindehand an Interessenten vergeben werden? Dazu hatten sich Gemeinderat und Verwaltung Gedanken gemacht und einen Punktekatalog ausgearbeitet, den das Gremium nun verabschiedet hat.

„Wir wollen mit den Richtlinien für die Vergabe der Bauplätze Transparenz schaffen“, erläuterten Bürgermeister Johannes Leibold und Fabian Richter vom Bauamt. In der Vergangenheit sei es immer wieder zu Diskussionen gekommen. Dem will man nun vorbeugen. Für die Zuteilung sei aber die Gemeinde zuständig, so Richter.

So wurde ein Punktemodell entwickelt, das die soziale Komponente und die Ortsbezugskriterien gleichermaßen berücksichtigt. Je nach Familienstand, Anzahl der Kinder oder auch Betreuungsgrad für die Pflege eines Angehörigen werden Punkte vergeben. Wer sich in Vereinen und Organisationen engagiert, soll bei der Vergabe besonders berücksichtigt werden, oder auch Mitarbeiter von ortsansässigen Firmen, die gerne in der Gemeinde ein Haus bauen wollen.

Gibt es zwischen den Bewerbern um einen Bauplatz eine Patt-Situation, so kann das Los entscheiden.

Hat die Kommune einem Bewerber die Zusage für ein Baugrundstück erteilt, werden 1000 Euro an Reservierungsgebühr fällig. Diese Summe werde beim Kaufpreis angerechnet. Sollte ein Interessent danach einen Rückzieher machen, würde die Summe allerdings von der Gemeinde einbehalten, hieß es.

Gemeinderat Ralf Schieß regte an, den Begriff des Ehrenamts nicht nur auf Führungspositionen anzuwenden, sondern auf die Mitgliedschaft in einem Verein allgemein auszudehnen. Dem konnte das Gremium nicht folgen.

Weiter in die Zukunft denken wollte Gemeinderat Heiko Wülk mit den Vergaberichtlinien. Sie ließen aktuell keine Mehrfamilienhäuser zu, die ein Investor als Mietobjekt errichten könnte, kritisierte er. Leibold stellte klar, dass man „solche Mietskasernen“ nicht überall wolle. Im Gerchsheimer Baugebiet „Knauer II“ sollten Einfamilienhäuser mit Einliegerwohnungen gebaut werden.

Anwendung wird die einstimmig beschlossene Vergaberichtlinie bereits bei den Bauplätzen in Gerchsheim finden. 43 Interessenten haben sich bereits für die 27 Bauplätze gemeldet.

Die Straßennamen für das Areal „Knauer II“ wurden ebenfalls vergeben. Die neuen Bewohner werden in der Straße „Winterwiesen“ sowie „Am Breitenbaum“ wohnen. dib