Großrinderfeld

Gemeinderat Großrinderfeld Gruppenumwandlung in der Kindertagesstätte / Kooperationsvertrag mit Tageselternverein beschlossen

Mehr Plätze für Ganztagesbetreuung

Die Kinderbetreuung in der Kommune liegt dem Gemeinderat am Herzen. Daher wurden weitere Ganztagsplätze geschaffen.

Großrinderfeld. Der Bedarf ist da. Eltern brauchen mehr Betreuungszeit ihrer Sprösslinge in der Großrinderfelder Kindertagesstätte St. Michael. Deshalb hat der Gemeinderat bei der mehr als zweistündigen Sitzung am Dienstag im Dorfgemeinschaftshaus in Schönfeld der Umwandlung einer Kleingruppe mit verlängerter Öffnungszeit in eine Ganztagsbetreuung zugestimmt.

Bürgermeisterin Anette Schmidt will dem Wunsch der Eltern gerne Rechnung tragen. Einen Platz für eine Ganztagesbetreuung hat man noch, allerdings bräuchten vier Kinder dieses Angebot. Die Kinder würden bereits in der Kita betreut, allerdings kürzer als von den Eltern gewünscht. Die Rathauschefin schlug daher vor, eine bisherige Gruppe mit verlängerter Öffnungszeit in eine Ganztagesgruppe umzuwandeln. Dies bedeute eine Erhöhung des Mindestpersonalschlüssels um 0,445 Stellen und damit Mehrkosten von rund 11 250 Euro ab Februar. Davon hat die Kommune 91 Prozent zu zahlen. Von der Verrechnungsstelle müsse zudem eine neue Betriebserlaubnis beantragt werden. Und sie müsse sich um das Personal kümmern. „Ich halte die Änderung für sehr sinnvoll“, erklärte Anette Schmidt. Die Kinder auf andere Einrichtungen in der Gemeinde zu verteilen, kam für die Rathauschefin nicht in Frage. „Wir haben in Gerchsheim Platz für ein bis zwei Kinder, aber nicht für vier.“

Zustimmung kam von Caroline Lang. „Wir wollen eine für Familien attraktive Gemeinde sein“, sprach sie sich für die Umwandlung und Kostenübernahme aus. Helga Koch schlug vor, bei der nächsten Bedarfsplanung einen entsprechenden Puffer einzubauen. Den hatte man, entgegnete die Verwaltungschefin, allerdings seien die Plätze bereits belegt. Sie wünschte sich, dass die Eltern ihre Vorstellungen früher mitteilen, um bei der Bedarfsplanung schon die Weichen zu stellen.

Enorme Vorgaben

Kritik gab es aus den Reihen der Gemeinderäte für die enormen Vorgaben der Politik bei der Kinderbetreuung. Und Sven Schultheiß sprach die hohen Kosten an, um vier Kinder am Tag für zwei Stunden zusätzlich zu betreuen.

Neu angeschafft für die Kindertagesstätte St. Anna in Gerchsheim wird eine Küche. Derzeit erfolge die Essensausgabe für die Ganztagsbetreuung über die Teeküche im Sozialraum der Erzieherinnen, informierte Schmidt. Vom Gesundheitsamt sei aber eine separate Küche gefordert.

Den Zuschlag erhielt die Firma Möbel Schott aus Tauberbischofsheim zum Preis von 13 700 Euro. Eingebaut werden die beiden Küchenzeilen in einen vorhandenen Lagerraum, der deshalb eine Nutzungsänderung erfährt. Dort müsse auch noch ein neuer Fliesenbelag angebracht werden, eine Lüftung sowie Stromleitungen. In dem Zuge fragte Helga Koch nach einer Zusammenstellung der Umbaumaßnahmen und der Kosten, die von der Verwaltung erstellt werden soll.

Christian Kretzer monierte, dass in den alten Räumen nie nachgefragt worden sei, wo das Essen ausgegeben werde. „Der große Aufwand, den wir hier betreiben, ist schon ein Wahnsinn“, gab er zu Bedenken.

Neue Garderobe angeschafft

Zur Kenntnis nahmen die Gemeinderäte die Eilentscheidung der Bürgermeisterin zur Neuanschaffung einer Garderobe für zwei Gruppen in der Gerchsheimer Kindertagesstätte. Dies wurde durch den Umzug von der bisherigen Kita in die ehemalige Schule nötig. Angeschafft wurden Garderoben der Firma Werfritz zum Preis von 11 844 Euro.

Als eine der letzten Kommunen wird nun auch Großrinderfeld die Kooperationsvereinbarung mit dem Tageselternverein Main-Tauber-Kreis eingehen. Derzeit würden in der Kommune neun Kinder von einer Tagesmutter betreut, war Schmidt dankbar über das Angebot. Für Arbeitnehmer im Handel oder im medizinisch-pflegerischen Bereich könnte die Kommune die Betreuung in den Randstunden oder auch am Wochenende nicht leisten.

Schmidt sprach von einem überschaubaren finanziellen Rahmen, der auf die Kommune durch die Kooperation zukomme. Ab einem Betreuungsumfang von 300 Stunden jährlich gewähre die Gemeinde der Tagesmutter eine Zahlung von 300 Euro im Jahr. Für die Betreuung in den Randzeiten übernehme man eine Zuzahlung von zwei Euro pro Stunde, nachts ist es ein Euro.

Ralf Schieß war der Meinung, dass man nicht günstiger an eine gute Betreuung komme, und Sven Schultheiß sah in der finanziellen Unterstützung auch eine Wertschätzung der Tagesmütter. Fünf sind es derzeit in der Gemeinde.

Die Kooperation soll für zwei Jahre geschlossen werden und beginnt am 1. Januar 2019.