Großrinderfeld

Gemeinderat Gremium votierte bei einer Gegenstimme und zwei Enthaltungen für die Aufstellung des Bebauungsplans „Solar Wellengrub“ auf Gemarkung Großrinderfeld

Ja zu Photovoltaik-Freiflächenanlage

Archivartikel

Nördlich der A 81 und östlich der Ortsbebauung Großrinderfelds soll eine Photovoltaik-Freiflächenanlage entstehen. Der Gemeinderat beschloss die Aufstellung des Bebauungsplans.

Großrinderfeld. Der Großrinderfelder Gemeinderat gab in seiner Sitzung am Dienstag in der Gerchsheimer Turnhalle grünes Licht für die Errichtung einer Photovoltaik-Freiflächenanlage. Bei einer Gegenstimme und zwei Enthaltungen beschloss das Gremium die Aufstellung eines dafür notwendigen Bebauungsplans Sondergebiet „Solar Wellengrub“ auf der Gemarkung Großrinderfeld im Gewann „Nöllenhöhe“ sowie dessen örtliche Bauvorschriften. Das Plangebiet umfasst eine rund drei Hektar große Fläche nördlich der A 81 und östlich der Ortslage Großrinderfeld. Sie wird derzeit landwirtschaftlich genutzt.

„Ich bin von der Sache nicht überzeugt“, sprach sich Ralf Schieß gegen die Photovoltaik-Freiflächenanlage aus. „Zum einen ist es meiner Meinung nach unnötig, landwirtschaftliche Fläche für Photovoltaik zur Verfügung zu stellen, solange noch genügend Dächer dafür vorhanden sind. Zum zweiten hat mich die Vorstellung der Anlage durch die Betreiberfirma nicht überzeugt.“

Rainer Gerhards hingegen sah dies anders: „Nachdem wir gegen die Errichtung von Windrädern in Großrinderfeld waren, ist es sinnvoll, so einen Beitrag zur Gewinnung von Strom durch erneuerbare Energien und zur Energiewende zu leisten.“ Die Mehrheit sah dies genauso und votierte für die Aufstellung des Bebauungsplans. Eine Umweltverträglichkeitsprüfung wird nicht durchgeführt. Jedoch ist die Änderung des Flächennutzungsplans der vereinbarten Verwaltungsgemeinschaft Tauberbischofsheim/Großrinderfeld/Königheim/Werbach Voraussetzung für den Bau.

Neues Pumpwerk notwendig

Es besteht Handlungsbedarf – darüber war sich der Großrinderfelder Gemeinderat einig. Das Abwasserpumpwerk Großrinderfeld ist überaus störungsanfällig. Immer wieder mussten teure Reparaturen vorgenommen werden. Zahlreiche Verstopfungen führten immer wieder zu zeitweisen Ausfällen und mussten vom Klärwärter in mühevoller Handarbeit beseitigt werden.

Im Frühjahr kam es nun erneut zu einem Schaden im Pumpwerk. Ein gerissener Sammelbehälter war wieder einmal die Ursache. „Bei den Reparaturarbeiten wurde deutlich, dass die Sammelbehälter aus Kunststoff in Zukunft ein großes Problem darstellen werden“, erklärte Bürgermeister Johannes Leibold. Das verwendete PEHD-Material weise zunehmend Ermüdungserscheinungen auf. Auch das 1998 erbaute Pumpwerk sei in die Jahre gekommen. Zudem könne die unterirdische Anlage mit dem überbauten Betriebsgebäude nur über einen schmalen Schacht erreicht werden.

Da kein Rechen, der die nicht zersetzten Feststoffe zurückhält, vorgeschaltet sei, verstopften die Pumpen regelmäßig. Sie müssten dann unter erschwerten Bedingungen im engen Schacht immer wieder gereinigt werden.

„Um einem Totalausfall des Abwasserpumpwerks vorzubeugen, ist es notwendig, die Anlage auf den neusten Stand zu bringen und die Materialien auszutauschen“, stellte der Rathaus-Chef fest. „Mit den heutigen Erkenntnissen muss davon ausgegangen werden, dass ein kompletter Neubau nötig sein wird.“ Der Gemeinderat sah dies genauso und beauftragte das Ingenieur-Büro ibu, eine ordnungsgemäße Entwurfsplanung aufzustellen.

Kleinrinderfelder Straße

Bei der Sanierungsmaßnahme Kleinrinderfelder Straße mit Seitenstraßen wurde die Stichstraße am Schellenberg nicht berücksichtigt, auch nicht beim Förderantrag. Wenn die Schellenbergstraße bereits erschlossen ist, wäre ein späterer Ausbau nur unter erschwerten Bedingungen möglich. Deshalb schlug Bürgermeister Johannes Leibold den Komplettausbau der Stichstraße mit Leitungsneu- und Straßenbau vor. Die Mehrkosten für die Sanierungsmaßnahme Kleinrinderfelder Straße mit Seitengassen belaufen sich auf rund 78 000 Euro brutto. Hinzu kommen noch die Ingenieurkosten.

„Wir sollten uns nächstens vor dem Förderantrag überlegen, was wir machen wollen“, bemerkte Hubert Kraus. „Für diese zusätzlichen Arbeiten bekommen wir jetzt nämlich keinen Cent an Zuschuss vom Land.“ Ralf Schieß blies ins gleiche Horn: „Es ist mir unverständlich, warum nicht alle Seitenstraßen von vornherein dabei waren.“

Kritik am ÖPNV

„Ich habe das Gefühl, dass seit kein Vertreter Großrinderfelds mehr im Kreistag sitzt, wir beim ÖPNV benachteiligt werden und vor allem die Kinder und Jugendlichen das Nachsehen haben“, machte Ralf Schieß seinem Unmut über die Kreispolitik Luft. „Während woanders Linien hinzukommen, wird es bei uns immer weniger. Es kann nicht sein, dass die Schüler aus Schönfeld und Ilmspan am Nachmittag mitunter zwei Stunden warten müssen, bis sie in ihren Heimatort kommen.“ Wollten sie eher nach Hause, müssten die Eltern sie aus Großrinderfeld oder Gerchsheim abholen.

Reinigung Turnhalle Gerchsheim

Der Großrinderfelder Gemeinderat beschloss, die Reinigungsarbeiten für die Turn- und Festhalle in Gerchsheim an die Firma Grund Gebäudereinigung aus Gerchsheim zu vergeben. Die Unterhaltsreinigung kostet 1092 Euro pro Monat. Die Reinigung der Halle schlägt mit 693 Euro pro Monat zu Buche.

Ralf Schieß kritisierte die seiner Meinung nach zu hohe Summe für die Reinigungsarbeiten in Relation zum Dorfgemeinschaftshaus Schönfeld: „Wir sollten hier alle gleich halten.“ Bürgermeister Johannes Leibold sagte daraufhin zu, das Thema einmal komplett für alle Ortsteile unter die Lupe zu nehmen.

Wasserzweckverband

Die Mitglieder des Gemeinderats votierten einmütig dafür, dass der Großrinderfelder Bürgermeister Johannes Leibold bei der nächsten Verbandsversammlung des Zweckverbands Wasserversorgung Grünbachgruppe zum Ersten Stellvertreter vorgeschlagen wird. Zweiter Stellvertreter soll Wittighausens Bürgermeister Marcus Wesssels werden.

Die Ratsmitglieder waren sich einig, dass dieser Posten aufgrund der Größe und der Menge der Wasserabnahme Großrinderfeld zustehe. Den Vorsitz hat, und so soll es auch bleiben, der Grünsfelder Bürgermeister Joachim Markert.

Keinerlei Einwände hatte das Gremium gegen die Jahresrechnung für das Haushaltsjahr 2019 sowie die Haushaltssatzung mit Haushaltsplan für 2020.

Bauanträge

Einmütig stellte der Großrinderfelder Gemeinderat das Einvernehmen zu Umbau und Erweiterung des Büro- und Sozialbereichs eines Kfz-Betriebs in der Gerchsheimer Straße in Schönfeld her. Auf die nächste Sitzung am 14. Juli verschoben wurde die Behandlung eines Bauantrags für eine Lagerhalle in der Schönfelder Straße in Ilmspan.