Großrinderfeld

Jahresrückblick Mit Kinderbetreuung und dem geplanten Ärztehaus bestimmten neben Corona zwei umfangreiche Themenkomplexe das Geschehen / Feuerwehrgerätehaus ist fertiggestellt

In die Zukunft der Gemeinde investiert

Zwei große Themenkomplexe haben das Jahr in Großrinderfeld bestimmt: Die Kinderbetreuung und das Ärztehaus.

Großrinderfeld. Zwei Themen, die viele Gespräche erfordern und von den Beteiligten nicht übers Knie gebrochen werden, sind die Betreuung der Kinder in der Kommune und der Umbau der ehemaligen Kita St. Anna in Gerchsheim zu einem Ärzte- und Seniorenhaus. Bürgermeister Johannes Leibold hat sich damit auch sehr ehrgeizige Ziele gesetzt. Der neue Rathauschef wurde Anfang Februar bei einer großen Feier mit vielen geladenen Gästen ins Amt eingeführt. Damit endete nach dem Wechsel von Anette Schmidt in die Kreisstadt eine mehrmonatige Vakanz auf dem Chefsessel.

Corona bestimmte vor allem den Beginn der Amtszeit von Johannes Leibold. Viele Projekte gingen trotz der Pandemie weiter, andere wurden angestoßen – wie etwa die Beschaffung und der Verkauf von Mund-Nasen-Masken für die Bürger, noch bevor sie zur Pflicht in den Geschäften wurden.

Zwei Neubauten geplant

Ein wichtiger Themenkomplex ist die Kinderbetreuung. Hier plant man in der Gemeinde anders. Und das ist wörtlich zu nehmen. Weil die bisherigen Gebäude in die Jahre gekommen sind und sich die Bedürfnisse der Eltern in den letzten Jahren verändert haben, will man diesen Faktoren Rechnung tragen. Die Kindertagesstätte St. Michael in Großrinderfeld soll durch einen Neubau neben der Grundschule ersetzt werden. Zusätzlich ist in Gerchsheim der Abriss eines Teils der früheren Dachsbergschule vorgesehen, um ebenfalls Platz für einen Kita-Neubau zu machen. Einen mittleren zweistelligen Millionen-Betrag würde dieses Konzept kosten, das vom Bürgermeister im Juli bei einer Informationsveranstaltung vorgestellt wurde. „Aktuell wird eine Machbarkeitsstudie erstellt, eine Vorplanung läuft“, so der Rathauschef. Dazu gehöre auch eine Kostenschätzung. Dagegen wird die Einrichtung in Schönfeld in einigen Jahren nicht mehr genutzt. Die Kita in Ilmspan, die bereits 2019 für ein Jahr geschlossen worden war, kann ihre Türen allerdings nicht mehr öffnen.

Ganz konkret ziehen die Krippengruppen in Großrinderfeld um. Weil die Geruchsprobleme im Gebäude nicht lösbar sind, wurde in kurzer Zeit der Weg für eine Container-Lösung frei gemacht.

Was mit dem alten Gebäude des Kindergartens St. Anna in Gerchsheim passiert, beschäftigte viele Bürger und den Gemeinderat. Der Bürgermeister kann sich dort ein Ärztehaus sowie eine Tagespflege-Einrichtung vorstellen und hat bereits erste Gespräche geführt. Allerdings muss die Kommune das Haus, in dem sich auch zahlreiche kirchliche Gruppen treffen, erst erwerben. Besitzer ist die katholische Kirchengemeinde. Noch laufen die Verkaufsverhandlungen. Erwerb und Umbau würden 2,7 Millionen Euro kosten.

Stark gemacht haben sich Bürgermeister und Vertreter der Gemeinde für die Wiederbesetzung des Arztsitzes, nachdem der bisherige Mediziner zum 1. Juli in den Ruhestand gegangen war.

In den „Ruhestand“ gegangen ist auch das Feuerwehrgerätehaus in Großrinderfeld. Der Neubau im Gewerbegebiet wurde im Oktober fertiggestellt. Rund zwei Millionen Euro hat das neue Domizil der Freiwilligen Feuerwehr gekostet. Die große Einweihungsparty und der Umzug konnten wegen der Corona-Pandemie jedoch noch nicht stattfinden.

„So schnell waren unsere Bauplätze schon lange nicht mehr weg“, kommentierte Bürgermeister Leibold die Vergabe. Wie warme Semmeln gingen die 27 Bauplätze im Gerchsheimer Gebiet „Knauer II“ an die Interessenten. Denn kaum war die Erschließung beendet, waren alle verteilt. Schon beim Spatenstich im Mai hatten mehr als 60 Bauwillige ihren Wunsch bekundet. In einem Kraftakt wurde das 2,3 Hektar große Areal am Ortsrand in Bauland verwandelt, wo nun viele den Traum vom Eigenheim verwirklichen können. Das soll in Kürze auch in Großrinderfeld möglich sein, wo auf dem Areal des „Alten Sportplatzes“ sechs Bauplätze vorgesehen sind.

Sanierung geht gut voran

Kräftig gebaut und saniert wurde auch in der Kleinrinderfelder Straße und den Stichstraßen in Schönfeld. Die Sanierung von Kanal und Wasserleitungen war dringend nötig. Gleichzeitig haben auch die Versorger ihr Netz auf einen neuen Stand gebracht.

„Die Kosten der Gesamtmaßnahme im dritten Abschnitt belaufen sich insgesamt auf 3,6 Millionen Euro“, berichtet der Rathauschef. Dabei seien die Arbeiten schneller als geplant erledigt worden. Die Seitenstraßen Schmiedsgasse, Schustergasse, Wiesengässlein und Schellenberg wurden bereits fertiggestellt, ebenso der Anschluss an die Straße Angert. Es folgt in diesem Jahr noch der Rest der Kleinrinderfelderstraße ab Höhe der Kindertagesstätte bis zur Ortsgrenze. Ende 2021 soll die Sanierung abgeschlossen sein.

Den Weg frei gemacht für eine Freiflächenphotovoltaik-Anlage hat der Gemeinderat mit der Zustimmung zu einem Bebauungsplan. Auf dem Sondergebiet „Solar Wellengrub“ im Gewann „Nöllenhöhe“ kann östlich von Großrinderfeld eine solche Anlage errichtet werden.

Und auch in Sachen Digitalisierung ist man sehr weit. So hat Großrinderfeld als erste Kommune im Kreis die Hauptsatzung für virtuelle Sitzungen des Gemeinderats geändert. Zudem wurden im Rathaus die technischen Voraussetzungen der Mitarbeiter fürs Homeoffice geschaffen und die Grundschule entsprechend ausgestattet.

Noch in den Startlöchern steckt die Sanierung der Pfarrkirche St. Vitus in Schönfeld. Bei einer Informationsveranstaltung hatten Pfarrer Damian Samulski, Planer Hanno Roters vom Erzbischöflichen Bauamt und Architektin Christine Jouaux die Maßnahmen vorgestellt, die in Kürze beginnen sollen. Dabei wird es nicht nur Veränderungen im Kirchenraum geben, sondern auch im angrenzenden Pfarrsaal.

Die Betreuungssituation der Kleinkinder und die Planungen für das Ärztehaus werden die Kommune auch 2021 beschäftigen. Daneben will Leibold das Augenmerk auf die Planungen weiterer Wohngebiete legen. Beendet werden sollen die Baumaßnahmen in Schönfeld. Die Sanierung der Paimarer Straße in Großrinderfeld sowie nach Hof Baiertal werden starten. Und auch bei der Feuerwehr sieht der Bürgermeister noch Handlungsbedarf.