Großrinderfeld

Kirchenchor Gotische Kathedralen im Norden Frankreichs wurden mit deutscher und lateinischer Kirchenmusik bereichert

Beeindruckender Gottesdienst als Völkerverständigung

Gerchsheim.Gotische Kathedralen und die Kirchenmusik standen im Mittelpunkt einer viertägigen Fahrt des Kirchenchors Gerchsheim. Ziel waren die französischen Städte Metz, Amiens und Reims mit ihren prächtigen Gotteshäusern aus dem 12. und 13. Jahrhundert.

Für die Chorsänger gab es in Reims in der Champagne einen besonderen Höhepunkt. Nur unweit der gotischen Kathedrale Notre Dame, in der Pfarrkirche Notre Dame Saint-Jacques, durften die Gerchsheimer den Gottesdienst musikalisch mitgestalten. Unter der Leitung von Ursula Leicht und mit Prof. Arno Leicht an der Orgel sorgten die Sängerinnen und Sänger mit ihrem Lob Gottes für eine musikalische Völkerverständigung. Beeindruckt war die Gruppe, dass der Bau dieser kleineren und schlichteren Kirche bereits 1190 und damit mehr als 20 Jahre vor der großen Kathedrale erfolgte. Pfarrer Damian Samulski, der den Gottesdienst mitzelebrierte, wies in seiner Ansprache nicht nur auf das Gebet als Kraft des Friedens und der Freude hin. Er erwähnte auch die beiden großen Europäer Charles de Gaulle und Konrad Adenauer und ihr Treffen 1962 in Reims. Wie sie wolle auch der Chor seinen Beitrag für eine gemeinsame Zukunft in einem geeinten Europa leisten.

Zuvor hatten die Teilnehmer das großartige Gotteshaus Notre Dame, das lange Jahre die Krönungskirche der französischen Könige war, die prächtige dreischiffige Basilika mit ihren vielseitigen Reliefs und reichen Fassadenfiguren besucht. Auch dort sang man zum Lobe Gottes. Einen Abstecher unternahm die Gruppe zum Champagner-Hersteller Taittinger und erfuhr dabei viel Wissenswertes über die Produktion der edlen Tropfen.

Erste Etappe der Reise war bereits die prächtige Kathedrale von Metz, die dem Heiligen Stephan geweiht ist. Arno Leicht hatte bei einer Führung nicht nur die geschichtlichen, sondern auch die baulichen Besonderheiten des 41 Meter hohen Baus erläutert, der 1220 begonnen wurde.

In die Reihe der gotischen Kathedralen gehört auch die von Amiens mit ihrer beeindruckenden Westfassade. Auch wenn die fehlende Symmetrie der beiden Türme für die Gruppe etwas befremdlich wirkte, sorgte doch der hohe Innenraum für großes Erstaunen und eine tiefe Verbeugung vor der Baukunst jeder Zeit. Mit einem Lied verabschiedete sich der Chor aus dem Sakralbau.

Beeindruckend war für die Gruppe die Kathedrale von Beauvais mit der astronomischen Uhr. Sie ist zwar nur zu geringen Teilen fertiggestellt, doch sorgte allein schon die Höhe des aufstrebenden Mittelschiffs mit 48 Metern für Staunen. Und für einen faszinierenden Klang, den die Gerchsheimer Sänger selbst testen. Zeit blieb in allen Kirchen für einen individuellen Rundgang, was die Teilnehmer ausgiebig nutzten. kcg