Großrinderfeld

Infrastruktur Bürgermeister und Gemeinderat wollen Gebäude der ehemaligen Kindertagesstätte in Gerchsheim kaufen und einer neuen Nutzung zuführen

Ärztehaus ist favorisierte Option

Der Großrinderfelder Gemeinderat beriet über die Nachnutzung der ehemaligen Kindertagesstätte St. Anna. Noch ist das Gebäude allerdings im Besitz der Seelsorgeeinheit Großrinderfeld/Werbach.

Großrinderfeld. Nach dem Auszug der Kindertagesstätte St. Anna aus dem Gebäude in Gerchsheim und dem Umzug in die ehemalige Dachsbergschule steht das Gebäude leer. Die katholische Kirchenstiftung in Gerchsheim, die zur Seelsorgeeinheit Großrinderfeld/Werbach gehört, würde gerne eine Nachnutzung einrichten. Doch das ist gar nicht so einfach, mussten die Kirchenleute erfahren. In Gesprächen mit der politischen Gemeinde und Bürgermeister Johannes Leibold kristallisierte sich schnell heraus, dass die Gemeinde ein Interesse an dem Gebäude und am Grundstück hat. Man könnte sich vorstellen, dort ein Ärztehaus aufzubauen, hatte Leibold schon einmal bei einem öffentlichen Termin gesagt.

Nun ging es im Gemeinderat darum, ob man sich seitens des Rates vorstellen könnte, diesen Weg einzuschlagen. Ein Machbarkeitsstudie hatte man schon in Auftrag gegeben, dessen Ergebnisse nun vorgestellt wurden. Obwohl das Gebäude der Gemeinde noch nicht gehört, ist man schon fleißig am planen. Einen genauen Kaufpreis gebe es allerdings noch nicht, musste Bürgermeister Leibold auf Nachfrage von Hubert Kraus bekennen. Der Stiftungsrat tage zeitgleich mit dem Gemeinderat und er hoffe, dass endlich eine Entscheidung gefällt werde.

Geplant ist eine Wohngruppengemeinschaft im Erdgeschoss mit gut 417 Quadratmetern, eine Allgemeinarztpraxis mit 151 Quadratmetern auch im Erdgeschoss, eine Tagespflege im Untergeschoss mit 347 Quadratmetern und weitere Räume für einen Arzt, eine Ergotherapie, eine Logopädie oder ähnliches mit 132 Quadratmetern, ebenfalls im Untergeschoss. Die Umbaukosten belaufen sich nach einer ersten Kostenschätzung auf gut 2,7 Millionen Euro, ein kompletter Neubau würde bei gut 3,62 Millionen Euro liegen, nannte Leibold Vergleichszahlen. Noch nicht dabei sind die Erwerbskosten für Gebäude und Grundstück. Um möglichst schnell den Umbau angehen zu können, müssen noch im September Zuschüsse beim Land aus dem ELR-Fördertopf beantragt werden. An förderfähigen Kosten wurden bisher rund 1,55 Millionen Euro berechnet.

Grundsätzlich standen alle Gemeinderäte dem Ansinnen positiv gegenüber. Walter Lutz hätte aber lieber einen Investor, der den Umbau übernimmt und sich dann nach Mietern umsieht. „Das kostet uns nichts“, meinte er angesichts der vielen kostenintensiven Planungen rund um die Kindertagesstätten in der Gesamtgemeinde ((wir berichteten).

Dagegen findet es Heiko Wülk gut, wenn die Gemeinde selbst der Bauherr ist. So habe man bei der Vermietung alle Fäden in der Hand und müsse nicht Gewinn maximiert denken. Auch Rainer Gerhards findet, dass „ein Investor den zügigen Umbau nur verzögern“ würde.

Heinz Schmitt ist der Meinung, dass man die Chance, die sich jetzt bietet, auch nutzen sollte. Dem schloss sich der Gemeinderat bei drei Enthaltungen einstimmig an.

Nun kann der Antrag auf Förderung gestellt werden und wenn man sich nicht auf einen akzeptablen Kaufpreis einigen kann, muss die Förderung ja nicht in Anspruch genommen werden, bemerkte Bürgermeister Leibold abschließend.