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Fußball Die gütliche Regionalliga-Reform scheint in weite Ferne gerückt / Vorschläge vorgelegt / Seltsame Protestaktion

Zwei Gebiete, vier Aufsteiger

Zwar hat die Ad-hoc-AG zur Neuregelung des Aufstiegs in die 3. Liga hat ihren Abschlussbericht an das DFB-Präsidium vorgelegt und offiziell veröffentlicht, doch die Frage ist immer noch ungeklärt, wie es nun weiter geht. Ein tragfähiger Kompromiss ist nicht in Sicht. Daran hat auch die seltsam anmutende Protestaktion der Drittligisten vom Wochenende nichts geändert. Alle Mannschaften stellten da für eine Minute das Spielen ein. „Stillstehen gegen Stillstand“ war das Motto – auch in der Würzburger „Flyeralarm-Arena“ (wir berichteten).

In dem Abschlussbericht wird dargelegt, welche Modelle im Detail diskutiert wurden und wie der nun erarbeitete Vorschlag, der zu Beginn der zurückliegenden Woche öffentlich bekanntgegeben wurde und eine Aufteilung in zwei Flächengebiete mit jeweils zwei Aufsteigern vorsieht, zustande kam. Vorrangig-stes Ziel bleibt die Reduzierung der Regionalliga von fünf auf vier Staffeln, aus denen alle vier Meister direkt in die 3. Liga aufsteigen.

„Nicht zielführend“

„Wir befinden uns mitten in einem demokratischen Prozess, der noch nicht abgeschlossen ist“, sagt der Leiter der Ad-Hoc-AG, Peter Frymuth, gleichzeitig als DFB-Vizepräsident Spielbetrieb und Fußballentwicklung zuständig für die 3. Liga. „Das aktuell vorliegende Modell hat im Gremium eine einstimmige Mehrheit unter den Vertretern der Regionalliga-Träger und Regionalliga-Vereine gefunden. Ich möchte dabei ausdrücklich betonen: Der Auftrag ist unverändert, einen Zuschnitt mit vier Regionalligen zu finden. Das Ergebnis der Ad-hoc-AG geht weiterhin von einer eingleisigen 3. Liga aus, somit steht die aktuelle Struktur der 3. Liga diesbezüglich nicht zur Diskussion. Vor diesem Hintergrund empfand ich die geplante Protestaktion der Drittligisten an diesem Wochenende als nicht zielführend, da der Dialog im Vordergrund stehen sollte.“

Der nun dem DFB-Präsidium vorliegende Vorschlag beinhaltet, in der Regionalliga im ersten Schritt den Flächenbereich des DFB in zwei Gebiete aufzuteilen, aus denen heraus jeweils zwei Ligen gebildet und jeweils zwei Aufsteiger ermittelt werden. Die Entscheidung über den genauen Zuschnitt der einzelnen Regionalligen soll auf die jeweiligen Regional- und Landesverbände für deren Flächengebiete übertragen werden – unter enger Einbeziehung der jeweiligen Vereine aus der 3. Liga und Regionalliga.

Das erste Gebiet, für das zwei Aufsteiger vorgesehen sind, umfasst die Ballungsräume der aktuellen Regionalliga West und Regionalliga Südwest. Das zweite Gebiet bilden die von Flächenländern geprägten Regionalligen Nord, Nordost und Bayern. Sie würden ebenfalls insgesamt zwei Aufstiegsplätze erhalten. Weiter betonte der DFB: „Sollten die Regionalverbände Nord und Nordost sowie der Landesverband Bayern zu keiner Aufteilung in zwei Staffeln gelangen, hätten sie eine genaue Begründung darzulegen, wie stattdessen die beiden Aufsteiger in ihrem Gebiet zu ermitteln sind.“