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Fußball BFV-Präsident Ronny Zimmermann nimmt in schwierigen Zeiten Stellung zur Haltung des Verbands und zur Einstellung des Spielbetriebs bis 19. April

„Wir bereiten gerade die denkbaren Szenarien auf“

Bis 19. April ruht jetzt der Spielbetrieb im gesamten Badischen Fußballverband, nachdem man zunächst nur zwei Spieltage lang pausiern wollte. Aber auch Verbandspräsident Ronny Zimmermann und der badische Verband werden tagtäglich von den aktuellen Ereignissen der Corona-Krise überrollt und müssen immer wieder neu die entsprechenden Reaktionen darauf abstimmen. So auch die aktuelle, in Baden Spielbetrieb bis zum 19. April auszusetzen.

„Wir verfolgen täglich, im Grunde muss man sagen stündlich, die aktuellen Entwicklungen und tauschen uns dazu jeweils zeitnah aus“, erklärt Ronny Zimmermann. Nach den Entwicklungen und zahlreichen kommunalen Verfügungen, die den verband jüngst erreicht hätten, „haben wir direkt den Entscheidungsprozess durch das Präsidium eingeleitet“ – für die Verlängerung. „Die Entscheidung war aktuell leider alternativlos, trotzdem fällt so etwas unendlich schwer“, sagt Zimmermann. „Wir alle wollen Fußball spielen. Dass das einmal über Wochen nicht möglich sein könnte, hat sich bis vor Kurzem keiner vorstellen können.“ Und doch trete das nun in den Hintergrund, wenn es um die Gesundheit von Menschen gehe. Leider könne man im Verband genauso wenig wie alle anderen absehen, wohin die Entwicklung geht. „Trotzdem wollten wir den Vereinen so früh wie möglich zumindest eine Orientierung geben.“

Wie es weiter geht, weiß natürlich auch ein Ronny Zimmermann nicht. „Um diese Frage halbwegs sachgerecht beantworten zu können, müsste man die Fähigkeit besitzen, in die Zukunft sehen zu können. Wir können gewissermaßen immer nur ,auf Sicht fahren’ und müssen alle Entscheidungen auf Basis der aktuellen Informationen treffen – wohlwissend, dass das, was heute richtig und sicher erscheint, schon morgen falsch und unsicher sein kann.“ Wichtig sei dabei, dass man sich nicht treiben lasse und die Entscheidungen objektiv und sachlich treffe. „Wir bereiten gerade die denkbaren Szenarien auf und versuchen dabei, alle Unwägbarkeiten zu berücksichtigen.“ Entscheidend für den Fortgang des Spielbetriebs sei ganz klar der Zeitpunkt, an dem ohne gesundheitliches Risiko der Trainings- und Spielbetrieb wieder aufgenommen werden kann. „Ob das unmittelbar nach dem 19. April so sein wird, können wir nur hoffen.“ Eines sei aber schon jetzt klar: „Einen Weg, der alle glücklich macht, wird es kaum geben.“

„Natürlich verstehe ich, beziehungsweise wir, die Sorgen der Vereine“, denn aus dieser Krise, vermutlich die größte in den letzten 50 Jahren, werde niemand unversehrt raus kommen, mutmaßt der BFV-Präsident. „Auch wir werden gewaltige Einkunftseinbußen haben und zwar sowohl im Verband, als auch in der Sportschule.“ Die Situation der einzelnen Vereine sei völlig unterschiedlich, da es nicht den einen Vereinstypen gebe. „Vordergründig fehlen natürlich zunächst die Einnahmen aus dem Spielbetrieb.“ Darüber hinaus werde man auf das Verständnis und die Solidarität durch Mitglieder, Sponsoren, Partner oder sonstiger Förderer hoffen müssen. Aber auch hier gelte, dass der Sport „nur ein Teil unserer Gesellschaft ist und die Folgen dieser Krise auf vielen Ebenen spürbar sein werden“. Gerade deshalb sei es jetzt wichtig, dass die Menschen zusammenstehen und zusammenhalten. „Allerdings hoffe ich doch, dass der Politik die Bedeutung der deutschen Vereinswelt und der ehrenamtlichen Arbeit für unser Land richtig bewusst ist und dass hier im Bedarfsfall möglichst zügig und unbürokratisch Hilfeleistungen zur Verfügung gestellt werden“, sagt Ronny Zimmermann.

Was aber können Vereine aktuell tun? Ronny Zimmermann: „Ich glaube nicht, dass es derzeit hilfreich ist, Spekulationen anzustellen. Wir sind alle gut beraten, uns ganz bewusst nur mit den bekannten Fakten zu beschäftigen.“ Die aktuellen Herausforderungen seien in ganz Deutschland und weiten Teilen der Welt so groß, dass diese die ganze Konzentration und Kraft erfordern. „Daher kann ich wirklich nur an jeden appellieren die Herausforderung anzunehmen, und dabei auch auf den Menschen nebenan zu schauen. Diese Krise werden wir nur gemeinsam, alle miteinander in den Griff kriegen.“ Man werde die Hilfe anderer benötigen und anderen helfen müssen, „damit wir irgendwann wieder zu unserem alten Leben zurückkehren können und somit auch zu unserem geliebten Sport“. Bis dahin sollten alle die behördlichen Anweisungen befolgen, die Einschränkungen fürs eigene Lebens akzeptieren „und nicht alles in Frage stellen und schon gar nicht unterminieren“.

Die Entscheidung der UEFA, die Europameisterschaft zu verlegen, bewertet Zimmermann so: „Ich halte diese Entscheidung für richtig. Ein Turnier in zahlreichen Ländern Europas stattfinden zu lassen, ohne augenblicklich auch nur halbwegs einschätzen zu können, wie sich die Pandemie in all diesen Ländern bis dahin entwickelt, wäre meines Erachtens nicht nur unklug sondern verantwortungslos gewesen.“ Es gebe derzeit wirklich Wichtigeres als Fußball. „Uns wird diese terminliche Verschiebung neue Möglichkeiten eröffnen, die Saison zu Ende spielen zu können“, erklärt der BFV-Präsident.

„Aber im Grunde seien sämtliche damit zusammen hängenden Fragen wie beispielsweise: „Wie wird die Runde zu Ende gespielt“ und „Gibt es Meister oder Aufsteiger“ allesamt derzeit nebensächlich. „Jetzt müssen wir den Virus besiegen und Leben retten“, sagt Zimmermann und gibt sich gleichzeitig überzeugt: „Sobald das erreicht und der Virus besiegt ist, wird der Fußball zurückkommen und uns allen wieder viel Freude .“ bfv