Fußball

Fußball Waldhof-Parallelen zu den Würzburger Kickers

Unklarheit in der Trainer-Frage

Die unklare Trainer-Situation bei den Würzburger Kickers (siehe Bericht nebenan) ist nicht einmalig in der 3. Liga. Auch beim SV Waldhof gibt es eine Woche vor dem Saisonende keine Klarheit über die Zukunft von Coach Bernhard Trares.

Am Dienstag endet offiziell der Vertrag von Bernhard Trares, der den SVW aus der Regionalliga an die Aufstiegsplätze der 3. Liga geführt hat, und noch immer ist trotz des wachsenden Drucks aus der Fanszene unklar, ob der beliebte 54-Jährige Trainer in Mannheim bleiben wird. In den beiden letzten Saisonspielen in Braunschweig und gegen Zwickau wird Trares das Team natürlich noch einmal betreuen, doch was geschieht danach?

Dem Heppenheimer liegt nach Informationen dieser Redaktion ein unterschriftsreifer neuer Vertrag vor, aber Trares zögert. Dabei geht es weniger um die Höhe des Gehalts, sondern vielmehr um die Länge des Anschlusskontrakts und die Frage, mit welchem Personal und welcher Zielsetzung der SVW in die neue Saison gehen will. Schon nach dem Aufstieg in der vergangenen Saison hatte sich der Ex-Profi als Wertschätzung seiner tadellosen Arbeit am Alsenweg eine Verlängerung um zwei Jahre gewünscht, doch die Vereinsführung beharrte auf einer Laufzeit von nur einer weiteren Saison.

Sportchef Jochen Kientz will aufgrund der durch die Auswirkungen der Corona-Krise verschärften wirtschaftlichen Rahmenbedingungen den Spielern und dem Trainerteam vorerst sogar grundsätzlich nur noch Ein-Jahres-Verträge anbieten. „Wir müssen die finanziellen Risiken minimieren, deshalb verlängern wir die Verträge in der aktuellen Phase nur um ein Jahr. In der 3. Liga muss man sehr vorsichtig sein“, sagte Kientz am Sonntag. Bekäme Trares einen Zwei-Jahres-Vertrag und würde in der kommenden Saison vorzeitig beurlaubt werden, müsste der Club das Gehalt des alten und eines neuen Trainers stemmen. So war es zum Beispiel bei Trares’ Vorvergänger Gerd Dais, der nach seiner Beurlaubung im Oktober 2017 aufgrund einer Vertragsklausel noch bis 2020 auf der SVW-Payroll gestanden hätte, wenn es 2018 mit dem Aufstieg gegen Uerdingen geklappt hätte.

Keine Zeit zum Nachdenken

„Wir dürfen den Verein finanziell nicht an die Wand fahren“, betont Kientz bei jeder Gelegenheit. Noch sei nicht absehbar, ob nicht auch die nächste Drittliga-Saison ohne Zuschauer gestartet werden müsse. „Dann müssten normalerweise die Etats bei den Vereinen gekürzt werden. Da hoffen wir natürlich auf die Hilfe von Herrn Beetz“, erklärte der Ketscher. Am liebsten weiter mit Trares an der Seitenlinie. „Bernhard hat gut gearbeitet, wir waren erfolgreich und wenn etwas erfolgreich ist, dann muss man sich sehr gut überlegen, ob man etwas ändert“, erklärte Kientz. Trares selbst habe ihn um Verständnis darum gebeten, dass er im aktuellen Stress mit Pflichtspielen im Drei-Tages-Rhythmus noch keinen Kopf dafür gehabt habe, einen Entschluss über seine Zukunft zu fassen. alex/mf