Fußball

Fußball Nach dem 2:1 nach Verlängerung über den FC Langenburg ist der Durchmarsch von der Kreisliga B in die Bezirksliga Hohenlohe perfekt

SV Edelfingen erfüllt sich einen Traum

Archivartikel

SV Edelfingen – FC Langenburg 2:1 n. V.

Edelfingen: Gronbach, Kuhnhäuser, Horst (109. Mwikali), Engert, Wolfart (120. Mewoand), Gomes Nico, Nkem, Jarjusey, Krebs, Virtaci (82. Essomba), Ghirmay.

Langenburg: Fritsch, T. Brück, Bühler, Wolf, Mi. Blind, Herrmann (84. Sonko), Dalyanci, Ma. Blind (105. Fernsler), M. Brück (119. Henke), Dürr (60. Wieland), Schmidt.

Tore: 1:0 (100.) Carlos Alberto Gomes Nico, 2:0 (107.) Sandro Wolfart, 2:1 (113.) Semih Dalyanci, – Schiedsrichterin: Friederike Straub (Obersontheim). – Zuschauer: 1000 (in Westgartshausen).

Ein besseres Geburtstagsgeschenk hätten die Spieler ihrem Verein nicht machen können: Der SV Edelfingen 1920 e. V. darf sein 100-jähriges Bestehen als stolzer Bezirksligist feiern. Vor 1000 Zuschauern bezwang der A3-Vizemeister im Relegationsspiel den FC Langenburg auf dem Rasenteppich des Crailsheimer Stadtteils Westgartshausen nach torlosen 90 Minuten in der Verlängerung mit 2:1 und schaffte als Aufsteiger den direkten Durchmarsch.

Lohn für starke Rückrunde

„Wir haben uns heute für eine starke Rückrunde belohnt, in der wir alle Mannschaften aus der Spitzengruppe geschlagen haben und uns zu einem Team gefunden haben“, freute sich Spielertrainer Andre Engert, der in der Winterpause Verantwortung übernahm und diese nun auf dem Höhepunkt des Erfolgs an den neuen Trainer Martin Schabert abgibt.

„Wir waren spielerisch etwas stärker als Langenburg, das einen guten Kampf geboten hat und zurecht im Finale stand“, fasste Engert nach dem verdienten Sieg zusammen. Der SV Edelfingen hatte über weite Strecken mehr vom Spiel als die wie schon im Halbfinale gegen den TSV Gaildorf sehr tief stehenden und auf Konter lauernden Langenburger. Disziplin, mannschaftliche Geschlossenheit, gutes Zweikampfverhalten, vorbildliche Kampf- und Laufbereitschaft, technisch ansprechender Fußball und recht flüssiges Kombinationsspiel – die Leistung der Taubertäler konnte sich wirklich sehen lassen.

Einziges, beim Fußball aber nun einmal entscheidendes Manko, war in der regulären Spielzeit der Abschluss: Entweder kam das letzte Zuspiel nicht an oder es fehlte bei den Schussversuchen auf das Langenburger Tor, auch bedingt durch die nicht zu verleugnende Nervosität, der Pep und vor allem das „Zielwasser“.

Selbst Ausnahmespieler Carlos Alberto Gomes Nico reihte sich – zumindest zunächst – hier ein: Drei Schüsse aus der zweiten Reihe, drei Mal über das Tor. So musste sich FC- Keeper Joachim Fritsch in der regulären Spielzeit eigentlich nur einmal wirklich ernsthaft bewähren, als er in der 18. Minute gegen Sandro Wolfart im Herauslaufen geschickt den Winkel verkürzte.

Kaum nennenswerte Chancen

Es war natürlich auch ein Verdienst der sattelfesten Langenburger Abwehr, dass der SVE trotz des spielerischen Übergewichts kaum zu nennenswerten Torchancen kam: „Wir waren uns bewusst, dass Edelfingen offensivstark ist. Wir sind 90 Minuten sehr gut gestanden und haben gegen einen starken Gegner nur wenig zugelassen“, lobte ein nach der Verlängerung niedergeschlagener FC-Spielertrainer Semih Dalyanci seine Mannschaft nach der Partie für ihre guten Defensivleistungen.

Obwohl in diesem Spiel auf Langenburger Seite eher der ebenfalls Oberliga erfahrene Philipp Wolf die Fäden zog, wäre der „Zehner“, der beide Treffer zum 2:0-Sieg gegen den TSV Gaildorf erzielt hatte, beinahe erneut zum „Matchwinner“ geworden: In der 84. Minute setzte er sich im Dribbling im gegnerischen Strafraum gegen zwei Mann durch und wurde gefoult, der Elfmeterpfiff der insgesamt sehr souverän leitenden Schiedsrichterin Friederike Straub blieb aber aus.

„Das war ein Elfmeter“, haderte der FC-Spielertrainer mit der Schiedsrichterin. „Ich will die Niederlage aber trotzdem nicht am Schiri aufhängen“, betonte er allerdings auch gleich relativierend. „In dieser Szene hatten wir Glück“, gestand SVE-Betreuer Jürgen Dürr ein.

Es war das Glück des Tüchtigen, das der Mannschaft in den grünen Trikots auch in der Verlängerung noch zur Seite stand: In der 102. Minute rettete das Aluminium für den SVE, nachdem erst kurz zuvor Cedric Krebs mit tollem Einsatz und sehr gekonnt auf der Linie für seinen geschlagenen Schlussmann Jan Gronbach rettete. Der hatte in der 95. Minute eine sehenswerte Direktabnahme von Lukas Schmidt, aus 16 Metern abgezogen und sehr gut platziert, mit einer tollen Parade entschärft und bereits die erste und zugleich beste Chance des FC in der regulären Spielzeit reaktionsschnell vereitelt. Philipp Wolf war in der 15. Minute nach einem offensichtlich einstudierten, scharf auf den kurzen Pfosten getretenen Eckball von Dalyanci der Edelfinger Abwehr entwischt.

Kunstschuss zum 1:0

Genau hundert Minuten dauerte es bis zum ersten Torjubel. Carlos Alberto Gomes Nicos Kunstschuss von der Strafraumgrenze nach feiner Einzelleistung schlug unhaltbar für den verdutzten Fritsch im langen Eck des FC- Tores ein. Nun mussten die Langenburger natürlich kommen und ihre Defensive etwas lockern. Dies nutzte Sandro Wolfart, der in der 107. Minute energisch antrat, zwei Gegenspieler stehen ließ und den Ball aus etwa 10 Metern Entfernung förmlich ins Langenburger Tor hämmerte. Gegen diesen Schuss war wahrlich kein Kraut gewachsen.

SVE lässt nichts mehr anbrennen

Der Vizemeister der Kreisliga A2 gab sich aber noch nicht geschlagen.Sieben Minuten vor dem Ende verkürzte Dalyanci mit einem unhaltbaren 25-Meter-Freistoß auf 2:1 und sorgte für Spannung bis zum Schlusspfiff dieses fairen Spiels. Der SV Edelfingen ließ jedoch nichts mehr anbrennen.

Ende gut, alles gut: Dies gilt nicht nur für den Neu-Bezirksligisten SV Edelfingen, sondern auch für die SpVgg Apfelbach/Herrenzimmern, die durch den Aufstieg ihres Nachbarn trotz der Niederlage im Relegationsspiel gegen den SV Harthausen in der Kreisliga A3 bleibt.