Fußball

Verbandsliga Nordbaden Gommersdorfer Personalsorgen wiegen fast noch schwerer als die hohe Niederlage gegen Neckarelz

Strerath blickt weiter nach unten

Noch als Gommersdorfs Innenverteidiger Sascha Silberzahn nach seiner Roten Karten betröppelt vom Platz trottete, rief der Neckarelzer Trainer Stefan Strerath mahnend zu seinen Spielern aufs Feld: „Keiner macht jetzt weniger!“ Sein Gegenüber, Trainer-Kumpel Peter Hogen, konterte lässig - und nicht minder sauer: „Ihr habt doch gar nichts machen müssen.“ Der VfR-Coach war auch noch nach dem Spiel bedient ob der individuellen Fehler seiner Mannschaft: „Wir sind gnadenlos bestraft worden. Die ersten Tore waren geschenkt. Eigentlich habe ich uns in der ersten Halbzeit als die bessere Mannschaft gesehen.“ Dass man sich in der Schlussphase dann noch habe „abschlachten“ lassen, zog Hogens Laune auf das Niveau des miesen Wetters hinunter.

Trainer-Sohn trifft für den Gegner

Der frühe Gegentreffer (siehe nebenstehenden Spielbericht) gab dem Odenwald-Duell einen völlig „anderen Touch“. Fortan zogen sich die Neckarelzer nämlich zurück und konterten mit ihren schnellen Spielern. Gommersdorf hatte viel den Ball, machte aber, wie so oft in der bisherigen Saison, das Tor nicht. „Ich glaube, es war der Gommersdorfer Plan aus einer Konterstellung zu spielen“, mutmaßte auch Stefan Strerath, Trainer der Neckarelzer. Der sprach es zwar nicht aus, doch aus seinen „schmalen Worten“ hörte man, dass ihm die Höhe des Sieges mit 6:0 gar nicht so recht war - gegen Kumpel Peter. Der bekam es gestern knüppeldick, denn zu allem Ungemach traf auch noch sein Sohn Henrik (80.) für den Gegner. „Ach Gott, was willst du da machen“, sagte Hogen dazu.

Er machte die Niederlage auch daran fest, dass viele Spieler seiner personell so arg gebeutelten Mannschaft auf „fremden Positionen“ spielen mussten. Stürmer Markus Gärtner beispielsweise verteidigte für Patrick Mütsch im Zentrum der Viererkette. Dorthin musste dann „Sechser“ Fabian Geissler nach Silberzahns Platzverweis rücken – bis auch Geissler verletzt ausgewechselt werden musste. Da auch die zweite Mannschaft des VfR einige Langzeitverletzte zu beklagen hat, sind die Gommersdorfer in dieser Hinsicht wirklich nicht zu beneiden. Trotzdem ist Peter Hogen mit den neun bisher geholten Punkten nicht ganz unzufrieden; „Wir sind noch auf Schlagdistanz.“

Ganz anders ist die Situation bei der Spvgg. Neckarelz: Mit 20 Punkten steht der Aufsteiger in der Spitzengruppe der Verbandsliga. Ob er „da oben“ zumindest bis zur Winterpause bleiben könne? Stefan Strerath beantwortete diese FN-Frage so: „Das sind nicht meine Ambitionen. Vor zwei Wochen noch hatten wir drei Spiele hintereinander verloren und ich schon ein wenig Bauchschmerzen.“ Der Ex-Profi sieht die bisher geholten Zähler also als Punkte für den Klassenerhalt. Trotzdem stellte er zum hohen Sieg berechtigt fest: „Meine Jungs haben dann auch die Qualität, das so auszuspielen.“

„Bleibenden Schaden“ wird dieses 6:0 zwischen den Kumpel Hogen und Strerath nicht anrichten – das zumindest bestätigten beiden gleich nach dem Spiel…