Fußball

Landesliga Trotz eines geschrumpften Kaders möchte der FC Eichel den Mittelfeldplatz bestätigen

Notfalls auch zu neunt

Bei ihrer jahrzehntelangen Erfahrung von Aufregung zu sprechen wäre wohl zu viel des Guten. Aber Spannung kann man es schon nennen, womit Wally Pfenning der neuen Saison des Frauenteams des FC Eichel entgegenblickt. Gemeinsam mit Mirco Göbel und Günter Lutz bildet sie das Trainertrio des Landesliga-Teams.

Spannung vor allem deshalb, weil die Staffelzusammensetzung der Landesliga Rhein-Neckar/Odenwald vor dieser Runde kräftig durchgemischt wurde. Genau die Hälfte der zwölf Teams ist neu hinzugestoßen. „Wir wissen überhaupt nicht, was auf uns zukommt. Das wird eine richtige Wundertüte“, gibt sich Wally Pfenning zurückhaltend.

In der abgebrochenen Vorsaison hatte der FCE zur Winterpause eine positive Bilanz vorzuweisen und landete mit Platz sechs knapp in der oberen Tabellenhälfte – aber durchaus mit Anschluss nach oben. „Wir streben wieder einen Mittelfeldplatz an, aber eher mit einem Auge nach oben als nach unten“, sagt Pfenning.

Der eigene Kader ist deutlich geschrumpft. „Personell sind wir deutlich dünner besetzt als letzte Saison“, bedauern Pfenning und Göbel einmütig. 17 Spielerinnen stehen nur noch zur Verfügung, wobei darunter berufsbedingt auch noch einige Fragezeichen sind.

Torjägerin nicht mehr da

Am schwersten wiegt wohl der Abgang von Laura Eisler zum Zweitligateam der Würzburger Kickers. Eisler schoss in der Halbserie der Vorsaison 15 der insgesamt 36 Tore und wurde Zweite der Torjägerliste. Neben Medina Desic ist Eisler nun die zweite Kickers-Spielerin mit Ächler Vergangenheit. „Wir müssen versuchen, Laura durch eine geschlossene Teamleistung in der Offensive zu ersetzen,“ hofft Wally Pfenning. Auch Rusne Makarevicuite, immerhin litauische U17-Nationalspielerin, hat den Verein nach wenigen Spielen bei den B-Juniorinnen wegen Umzugs wieder verlassen.

Daneben fehlen in der neuen Saison auch Wiktoria Janisz (Karriereende), Julia Haber (Pause) und Sophie Maier (Auslandsaufenthalt). Auch die Rekrutierung aus den B-Juniorinnen wird personalbedingt wohl seltener vorkommen. Demgegenüber steht mit Stefanie Grunert (DJK Würzburg) nur ein Neuzugang.

Bereits in der seit Anfang August laufenden Vorbereitung wurden die Auswirkungen deutlich. Die Teilnehmerinnenzahl im Training schwankt zwischen sieben und 15 Spielerinnen. Entsprechend froh ist Pfenning über den „Flex-Modus“, durch den das Team notfalls auch zu neunt auflaufen kann: „Das wollen wir natürlich verhindern. Aber so können wir es vermeiden, dass wir irgendwo nicht antreten können.“

Die Entwicklung im Herren- und Jugendfußball kennt auch der Frauenfußball im Odenwald gleichermaßen. In ihrem nun fünften Jahr auf der Trainerbank sei ihr Optimismus etwas geschwunden. „Ich hätte mir schon gewünscht, dass wir den Sprung in die Verbandsliga mal wieder schaffen. Aber uns fehlen jetzt einfach die Spielerinnen, die den Unterschied ausmachen. Uns fehlt ein Knipser“, bedauert Pfenning.

Mehr als zwei Drittel der Spielerinnen sind jünger als 20 Jahre - genug Potenzial also, um das Team neu zu formen. „Uns geht es auch darum, dass jede ihre Position findet, auf der sie sich auch zurechtfindet“, erklärt Mirco Göbel, der seit 2006 fast durchgängig das Frauenteam coacht. kg