Fußball

Verbandsliga Nordbaden Der Klassenerhalt bleibt erst einmal der Wunsch des SC Klinge Seckach / Viel Idealismus bei den Spielerinnen

Mit deutlich mehr sportlicher Qualität

Archivartikel

Da es nach der abgebrochenen „Corona-Saison“ keine Absteiger gab, ist der SC Klinge Seckach noch einmal mit einem blauen Auge davon gekommen. Denn: Der Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz in der Verbandsliga Nordbaden betrug für den SC Klinge bereits satte neun Punkte. „Jetzt heißt es, dass wir in diese Situation erst gar nicht mehr kommen“, sagt Markus Sauter, Vorstandsmitglied beim SC Klinge. Die Mannschaft habe in der zurückliegenden Spielzeit gelernt – vor allem, dass sie von Beginn an konzentriert zu Werke gehen müsse.

Die Mannschaft wurde für die neue Saison personell verstärkt. Sauter nennt mit Stephanie Feil, Klaudia Swiak und Sarah Kolbe drei Spielerinnen, welche sofort Verstärkungen sein werden. Fußballerisch gelte es vor allem, mehr Torgefahr zu entwickeln. Abgänge hat Klinge nicht zu verzeichnen. Sebastian Fuchs hat das sportliche Sagen. Der einstige „Co“ hat das Traineramt seit Jahresbeginn von von Dietmar Zilliing (einst mit den Buchener Herren in der Verbandsliga) in der übernommen. Zilling hilft allerdings als Torwarttrainer weiter mit.

Seit zehn Jahren spielt der SCK in der Verbandsliga, nun drohte erstmals der Fall in die Landesliga Rhein/Neckar-Odenwald. „Dass es schwer werden würde, war klar, aber dass es so schlecht läuft, haben wir vor der Saison nicht gedacht“, sagt Markus Sauter, im Verein für die Verwaltung und Kommunikation zuständig. Klinge Seckach nur noch in der Landesliga? Das passt irgendwie nicht zusammen.

Rückblende und heute

Der 25. Mai 1996 war der bisher größte Tag in der Vereinsgeschichte. Der SCK spielte in der Berlin das DFB-Pokalfinale der Frauen gegen den 1. FFC Frankfurt. Es war damals das erste Frauen-Endspiel, das in voller Länge live im ZDF übertragen wurde. Die Bauländerinnen verloren zwar hauchzart mit 1:2, doch sie gewannen die Herzen der Zuschauer. Alles nur noch Schall und Rauch. Die meisten Spielerinnen, die heute in der ersten Mannschaft spielen, waren da noch nicht einmal nicht geboren.

Der SC Klinge Seckach hat in der Fußball-Region „Odenwald“ weiterhin einen klingenden, sehr guten Namen. Die „Mädels“ kommen aus der gesamten Umgebung. Der Durchmesser des Einzugsgebietes beträgt knapp 100 Kilometer. „Aber es ist nicht so wie bei den Herren, dass die Mädels die Hand aufhalten“, sagt Trainer Sebastian Fuchs, der auch schon im Herrenbereich coachte. „Alle sind einfach unkomplizierter. Im Training, beim Spiel und auch außerhalb des Platzes“, fügt er an.

Fernziel Oberliga

Ob dieser Idealismus allerdings für den Klassenerhalt reicht, bleibt fraglich. Den Verbleib in der Verbandsliga Nordbaden sieht vor allem Stephan Sauter als eminent wichtig an. „Wir haben einen guten Unterbau. Und ich bin mir sicher, dass wir damit in nicht allzu ferner Zukunft wieder um den Aufstieg in die Oberliga Baden-Württemberg mitspielen könnten.“ Erst muss man aber mal andere Hausaufgaben machen und die Verbandsliga gehalten werden. Der Wille der Mannschaft, sich auch widrigen Bedingungen zu „quälen“, ist jedenfalls vorhanden.