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Fußball/Allgemein Verwendete Gummigranulate sind umweltschädlich

Kunstrasenplätze im Visier der ECHA

Im Januar veröffentlichte die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) einen Beschränkungsvorschlag für bewusst eingesetzte Mikrokunststoffe, da die Persistenz und das Potenzial für schädliche Auswirkungen oder die Bioakkumulation von Mikrokunststoffen Anlass zur Sorge gibt. Nach der Freisetzung können sie extrem langlebig in der Umwelt sein, Tausende von Jahren halten und praktisch unmöglich zu entfernen sein.

Bei der Vorbereitung des Be-schränkungsvorschlags stellte sich heraus, dass die in Kunstrasen (hauptsächlich Fußballfeldern) verwendeten Gummigranulate der Definition von Mikrokunststoffen entsprechen, da sie in der Regel kleiner als fünf Millimeter sind. Im vergangenen Jahr wurden jedoch keine Informationen zu diesem Thema vorgelegt, so dass in der Beschränkung keine diesbezüglichen Sonderregelungen enthalten sind.

Sollte die Beschränkung wie vorgeschlagen angenommen werden, würde dies bedeuten, dass Gummifüllmaterial ab dem Inkrafttreten der Beschränkung (geschätzt für Ende 2020 oder Anfang 2021) verboten wäre. Die Diskussionen über den Beschränkungsprozess sind jedoch derzeit noch im Gange und Umfang und Anwendung der Beschränkung können möglicherweise noch angepasst werden. So könnte beispielsweise Kunstrasen weiterhin von einem verzögerten Inkrafttreten profitieren (der Vorschlag sieht Übergangsfristen von bis zu sechs Jahren für andere Sektoren vor).

Stellungnahmen erarbeitet

In den nächsten neun bis zwölf Monaten erarbeiten der Ausschuss für Risikobewertung (RAC) und der Ausschuss für sozioökonomische Analyse (SEAC) der ECHA Stellungnahmen zu dem Dossier und potentiellen Auswirkungen. Erst danach wird die ECHA den Vorschlag an die Europäische Kommission weiterleiten, die dann die Einschränkung rechtlich umsetzen wird.

Zur Vorbereitung auf diese Ausschussdiskussionen organisiert die ECHA derzeit eine öffentliche Konsultation, in der sie um Nachweise über die Auswirkungen der vorgeschlagenen Einschränkung bittet. Da die potenziellen Auswirkungen auf Kunstrasen nach der Beweisaufnahme festgestellt wurden, fordert Frage 2 des Fragebogens ausdrücklich Daten und weitere Informationen über granulares Füllmaterial.

Die Konsultation läuft bis zum 20. September, aber die Teilnehmer werden aufgefordert, bereits früher Stellungnahmen abzugeben, damit sie in den ersten Runden der Diskussion der genannten Ausschüsse berücksichtigt werden können. Mehrere Beiträge sind ebenfalls möglich, wenn zu einem späteren Zeitpunkt neue Informationen auftauchen.

Mehrere Sportorganisationen, darunter der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) und der Deutsche Fußballbund (DFB), arbeiten derzeit an diesem Thema und bereiten Beiträge zur Beratung vor. dosb