Fußball

BFV-Pokal Für Gommersdorfs Trainer Peter Hogen war die Partie gegen Waldhof weniger interessant als für seine Spieler

Keinerlei neue Erkenntnisse

Archivartikel

Für Kevin Conrad war es wie eine Reise in die Vergangenheit. Der 29-jährige Innenverteidiger des Drittligisten SV Waldhof stammt nämlich aus Hohebach-Wendischenhof, weshalb ihm das Sportgelände in Gommersdorf alles andere als unbekannt ist, zumal sein Bruder Jan mehrere Jahre für den VfR seine Fußballschuhe geschnürt hat.

„Es ist natürlich ein tolles Gefühl, wenn man hierher kommt, viele Bekannte Gesichter sieht und unzählige Zuschauer eigentlich mit einem freundschaftlichen Handschlag begrüßen kann“, so Kevin Conrad nach dem BFV-Pokalspiel gegen den VfR Gommersdorf, das für „seinen“ SV Waldhof mit einem standesgemäßen 7:0-Erfolg endete.

Conrad verhehlte allerdings nicht, dass es natürlich auch viele Profis gibt, für die solche Dienstreisen in die Fußball-Provinz eher ein lästiges Übel sind. „Ich gebe zu, dass es für viele meiner Mitspieler nicht gerade geil gewesen ist, eine zweistündige Busfahrt auf sich zu nehmen, um hier nach Gommersdorf zu kommen.“

Hier hakte allerdings sofort Waldhof-Trainer Bernhard Trares ein. „Wenn man hier ankommt und einsolch toll gepflegtes Sportgelände vorfindet, dann freuen die Spieler sich doch auch auf eine solche Partie. Zumindest die, die auf dem Platz stehen werden.“

Zweiter Anzug passt

Auf dem Platz stand beim SV Waldhof Mannheim dann allerdings in erster Linie die „zweite Garde“. Mit Christiansen und Conrad bot Trares nur zwei Spieler auf, die am vergangenen Sonntag in Jena zur Startelf gehört hatten. „Uns passt ein Spiel wie gegen den VfR Gommersdorf deshalb hervorragend in den Kram. Bei uns hat sich natürlich mittlerweile schon eine Stammformation herauskristallisiert. Deshalb ist es für uns perfekt, wenn ein solches Spiel ansteht, in dem wir vielen Akteuren Spielpraxis geben können, die sonst nicht so viel auf dem Platz stehen.“

Der „zweite Anzug“ der Waldhöfer passt im Großen und Ganzen, wie die Partie beim Verbandsligisten eindrucksvoll gezeigt hat. „Am Anfang lief es noch nicht so rund, aber hinten raus war das Team schon richtig eingespielt. Ich glaube, die hätten sogar gerne noch eine Viertelstunde länger gespielt. Man hat richtig gesehen, wie das Selbstvertrauen bei einigen Spielern, die sonst nicht so viel Einsatzzeit bekommen, gewachsen ist“, lobte Trares seine „Reservisten“.

Gommersdorfs Trainer Peter Hogen hat dagegen aus dieser Partie keine neuen Erkenntnisse ziehen können, außer: „Es war für meine Spieler interessant zu erleben, wie es im Profi-Fußball abgeht und wie weit sie leistungsmäßig davon entfernt sind.“ Für den Verbandsliga-Alltag an sich habe die Partie mit Sicherheit keine Bedeutung gehabt: „Im Endeffekt war das nichts anderes als eine gute Trainingsarbeit, vor allem für unsere Defensivabteilung.“

Zufrieden sein durfte der VfR Gommersdorf mit der Zuschauerresonanz. „Zum Glück hat es nicht geregnet“, war von Vereinsseite eine große Erleichterung zu spüren. Eine solche Partie ist nämlich „auf dem Land“ eine große logistische Herausforderung. Rund 70 ehrenamtliche Helfer waren im Einsatz, sei es als Parkplatzeinweiser, in der Würstchen-„Bude“ oder beim GetränkeKisten-Schleppen. Durch die 1200 Zuschauer hat sich der Einsatz aller zumindest „finanziell“ für den Verein geholt.

Ruhiger Abend für die Polizei

Im Einsatz war auch ein ungewöhnlich großes Aufgebot der Bereitschaftspolizei. Schließlich ist ein Teil der Waldhof-Anhänger als so genannte „Risiko-Fans“ gekannt. Die waren dieses Mal allerdings zu Hause geblieben. Gekommen waren nur solche, die wegen der jüngsten Erfolge auf einer Euphoriewelle schwimmen. Und die waren alles friedlich, weshalb auch die Polizisten einen ruhigen Abend verbringen durften.