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Fußball Jahreshauptversammlung der Schiedsrichter-Vereinigung Tauberbischofsheim in Uissigheim / Zahlreiche Unparteiische ausgezeichnet / Neulingskurs gestartet

Hohe Zahl an Spielrückgaben moniert

Archivartikel

Die Schiedsrichter-Vereinigung Tauberbischofsheim blickt verhalten optimistisch in die nahe Zukunft, verschließt jedoch nicht die Augen vor manchen Problemen, mit denen die Unparteiischen auch in der Region zu kämpfen hat. Positiv stimme aber der Umstand, dass dieser Tage mit zehn Interessenten ein Neulingskurs gestartet worden sei, der die personelle Lage zumindest dann etwas entspanne, wenn der Großteil der Absolventen schlussendlich auch weiterhin bereit sei, seinen Dienst an der Pfeife zu verrichten.

Viele Aktivitäten

Im Rahmen der Hauptversammlung in der Uissigheimer Stahlberghalle blickte die Gilde auf eine aktivitätenreiche letzte Zeit zurück, die man insgesamt gut über die Bühne gebracht habe, wie Obmann Peter Weingärtner seinem Bericht voranstellte. Der Frontmann hob hervor, dass man sich in den vergangenen Monaten „organisatorisch neu ausgerichtet hat“. Mit der Jahresfeier im Oktober in Mondfeld und dem Morlock-Gedächtnisturnier in Tauberbischofsheim (die örtliche Zunft belegte Rang vier) im Januar seien zwei Großprojekte mit Erfolg gestemmt worden.

Zum vierten Male habe sich die Vereinigung Tauberbischofsheim an der BFV-Aktion „Danke Schiri“ beteiligt. Zu Kreissiegern avancierten Björn Schumann in der Kategorie U 50 und Thomas Syksch in der Klasse Ü 50. Voller Stolz, so Weingärtner, blicke man auf die Tatsache, dass man mit sieben Referees auf DFB- und Verbandsebene sportlich gut aufgestellt sei. Mario Hildenbrand (SV Nassig) sei in den Regionalligen aktiv, dazu als Assistent in der Dritten Bundesliga. Darüber hinaus seien Fatih Icli (FV Oberlauda) in der Verbandsliga sowie Alexander Drach (SV Gamburg), Benedikt Ertl (TSV Assamstadt), Furkan Icli (VfR Gerlachsheim), Markus Kohler (SV Windischbuch) und Pascal Mauer (TSV Gerchsheim) in den Landesligen höherklassig tätig.

Ein Lob sprach Peter Weingärtner den Einteilern Andy Grüßung und Carsten Reinhart aus, die aufgrund des Unparteiischenmangels „Woche für Woche vor große Herausforderungen gestellt werden“. Jeder Verein sei aufgefordert, eine seiner Spielklasse entsprechende Anzahl an Schiedsrichtern abzustellen. Ein weiteres Problem sei das recht hohe Durchschnittsalter der Vereinigung. Denn speziell zischen 30 und 50 Jahren gebe es lediglich 16 Referees, die aktiv im Spielbetrieb eingesetzt werden könnten.

„Spannende Zeit“

Von einer „spannenden Zeit“ sprach Einteiler Andy Grüßung. Bis jetzt seien rund 1640 Partien zu besetzen gewesen, was für jeden Unparteiischen im Schnitt 15 zu leitende Begegnungen bedeute. Er monierte in diesem Zusammenhang die mit 269 beträchtlich hohe Zahl an Spielrückgaben, „was unsere Arbeit erheblich erschwert“. In dieser Hinsicht müsse eine Trendwende herbeigeführt werden, indem wieder auf mehr Zuverlässigkeit Wert gelegt werde. Grüßung kritisierte darüber hinaus, dass lediglich mit Buchen und Mergentheim noch ein Austausch möglich sei. „Dies erleichtert uns nicht die Arbeit, da einige Kollegen öfter den gleichen Verein pfeifen.“ Abschließend appellierte der Einteiler an die Referees, rechtzeitig Urlaubs- und Abwesenheitstermine ins DFBnet einzupflegen, um die kommenden Monate problemlos absolvieren zu können.

Freude über Neulingskurs

Lehrwart Alexander Drach lobte, dass es gelungen sei, einen Neulingskurs zu starten, was in der jetzigen Zeit nicht mehr selbstverständlich sei. Er freute sich auch, mit Christina Schuchmann vom TSV Dittwar einer jungen Dame den Schiedsrichterausweis überreichen zu können. Drach wies auf eine Trainingswochenende Ende Juli in Wittighausen hin, dazu auf den Bühnencup, der ebenfalls im Juli in Nassig stattfinde, sowie auf die bevorstehenden Leistungsprüfungen.

Kreisvorsitzender Georg Alter bescheinigte in seinem Grußwort der Vereinigung, dass sie überaus aktiv sei. Jegliche Angriffe gegen die Vertreter der neutralen Zunft seien aber zu verurteilen.

Es gelte, verstärkt miteinander zu kommunizieren und sich mit dem nötigen Respekt zu begegnen, so Alter. Der Kreisvorsitzende beantragte anschließend die Entlastung des Ausschusses, der einstimmig entsprochen wurde.

Bei den Wahlen wurde das Vorstandsteam der Vereinigung wieder vervollständigt. Peter Weingärtner als Vorsitzender und Fatih Icli als dessen Stellvertreter wurden in ihren Ämtern bestätigt. Mit Michelle Hartmann wurde nach einiger Zeit der Vakanz eine neue Schriftführerin gewonnen. Den Ausschuss vervollständigen Lehrwart Alexander Drach sowie die Einteiler Carsten Reinhart und Andy Grüßung.

Viel Beifall gab’s

Mit viel Beifall wurde Manfred Semmler zum Ehrenmitglied der Vereinigung ernannt. Als aktiver Referee hatte er es bis in die Oberliga geschafft. Und als Funktionär war er unter anderem lange Jahre als Obmann und Beobachter auf Verbandsebene tätig. Darüber hinaus war der „echte Fachmann“, wie Peter Weingärtner ihn tituliert, von 2013 bis 2019 Vorsitzender des Tauberbischofsheimer Kreis-Schiedsrichter-Ausschusses. Semmler blickte kurz auf seine Tätigkeiten zurück und hob die stets gute Zusammenarbeit mit allen Beteiligten hervor. Er appellierte an die jungen Unparteiischen, sich nicht unterkriegen zu lassen und der Pfeiferei die Stange zu halten.

Besondere Auszeichnung

Eine ganz besondere Auszeichnung wurde abschließend auch Can Karadag vom SV Andolu Lauda zuteil. Georg Alter, Jürgen Umminger und Fatih Icli ehrten ihn für ein beispielhaftes faires Auftreten beim Bürgermeister-Weid-Turnier in Königshofen.

Im Spiel seines Teams gegen Distelhauen lag der gegnerische Keeper verletzt am Boden. Karadag hatte die Möglichkeit, einen Treffer zu erzielen. Doch stattdessen brach er die Aktion ab, sorgte für eine Unterbrechung der Partie und ermöglichte so die Behandlung des angeschlagenen Akteurs.