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Fußball Der 30-Mann-Kader des VfB Stuttgart hat es im wahrsten Sinne des Wortes in sich / Walter: „Ich bin sehr zufrieden“

Große Auswahl birgt Konfliktpotenzial

Pascal Stenzel genießt beim VfB Stuttgart eine komfortable Situation. Obwohl der Kader des Fußball-Zweitligisten mit fast 30 Spielern enorm groß ist und fast überdimensioniert wirkt, hat die Leihgabe von Bundesligist SC Freiburg auf der Position des rechten Außenverteidigers keine wirkliche Konkurrenz. Denn sie ist beim VfB als einzige nicht mindestens doppelt besetzt.

Würde der 23-Jährige einmal ausfallen, müsste Trainer Tim Walter also einen ungelernten Ersatz für ihn aufbieten. So spielte Stenzel in den ersten fünf Partien jeweils durch und ist wohl auch für die Auswärtspartie des noch ungeschlagenen Bundesliga-Absteigers bei Jahn Regensburg am heute, 13 Uhr/Sky, gesetzt.

Ansonsten aber herrscht unter den Feldspielern beim Projekt „Wiederaufstieg“ ein munteres Gerangel – besonders im Mittelfeld. Doch gerade dort und im Angriff will Trainer Tim Walter keine Stammplatzgarantien vergeben, auch wenn die Routiniers Gonzalo Castro und Daniel Didavi bisher immer spielten. Im Normalfall sei nur der Kapitän und Abwehrchef Marc Oliver Kempf, der in Regensburg nach muskulären Problemen zurückkehrt, gesetzt. Auch Torwart Gregor Kobel sei eine Konstante. „Aber dann war es das auch“, betonte Walter.

Das aber sorgte bereits für Unmut – zumindest bei Santiago Ascacibar. Nachdem der „Sechser“ gefordert hatte, anstelle von Neuzugang Atakan Karazor auf seiner Stammposition vor der Abwehr und nicht auf der rechten Seite zu spielen, nahm ihn Walter für das Spiel gegen den VfL Bochum (2:1) aus disziplinarischen Gründen aus dem Kader. Nach seiner Rückkehr von einer Länderspielreise mit Argentiniens U23 wird Ascacibar aber wohl begnadigt.

Im 4-4-2-System

Konfliktpotenzial bietet das Mittelfeld dennoch. Denn neben Ascacibar, Karazor, Castro und Didavi gibt es in Walters 4-4-2-System einschließlich Philipp Klement, Orel Mangala und nun auch noch Last-Minute-Transfer Philipp Förster sieben Profis mit Startelfambitionen. Dazu kommt der vielseitig einsetzbare Wataru Endo. Doch was in anderen Clubs als Problem gesehen wird, bewertet Walter grundsätzlich positiv.

„Wir haben sehr, sehr gute Mittelfeldspieler. Hervorragende Mittelfeldspieler“, sagte der 43-Jährige. „Die machen sich gegenseitig Druck. Dann geht es darum: Wer ist vielleicht ein bisschen besser drauf, wer ist ein bisschen müde?“ Zudem sei wichtig, ob das Team gerade mehr Tempo oder mehr Spielkontrolle brauche.

Auch im Angriff ist das Gedränge groß. In Nicolas González, Silas Wamangituka sowie Hamadi Al Ghaddioui und Routinier Mario Gomez streiten sich derzeit mindestens vier Profis um zwei Plätze.

Walter sieht das entspannt. „Ich bin sehr zufrieden. Vor allem dadurch, dass die Dichte und die Qualität sehr groß ist“, erklärte er. „Es ist schön, dass wir einen täglichen Konkurrenzkampf haben, um uns so auch weiterzuentwickeln.“ dpa