Fußball

Verbandsliga Württemberg Hollenbach spielt schon heute in Dorfmerkingen / Was „Jako-Chef“ Rudi Sprügel noch nicht so gefällt

FSV in „akuter Aufstiegsgefahr“

Archivartikel

Der FSV Hollenbach ist seit dem vergangenen Samstag wieder mittendrin im Titelkampf der Fußball-Verbandsliga Württemberg. Zwei Punkte beträgt der Rückstand auf den Spitzenreiter Sportfreunde Dorfmerkingen. Der Zweite Rutesheim ist punktgleich. Bereits heute geht es nun zum Duell mit dem Spitzenreiter nach Dorfmerkingen. Anpfiff ist um 18.30 Uhr.

Die Sportfreunde haben zuletzt überraschend zweimal verloren. Davor waren sie 25 Spiele lang ungeschlagen. Schon in der vergangenen Saison verspielten sie in der Rückrunde den Aufstieg in die Oberliga. Damals führte Dorfmerkingen die Tabelle zur Saisonhalbzeit mit vier Punkten Vorsprung auf den FSV Hollenbach an. Am Ende der Runde war der zur Winterpause Vierte Normannia Gmünd Meister und der Tabellendritte TSV Ilshofen stieg über die Relegation auf. Auch Rutesheim war zuletzt nicht mehr so stabil. Nur zwei Siege gelangen in den letzten fünf Spielen – und jetzt kommt das launische Team von Calcio Leinfelden-Echterdingen, das jederzeit für Überraschungen gut ist – für positive wie negative. Im Vierkampf um den Titel steckt aber auch der TSV Essingen, bisher die beste Mannschaft der Rückrunde.

„Ekelhaft für die anderen“

„Die haben Blut geleckt“, berichtet Trainer Martin Kleinschrodt über seine Mannschaft. Als Gründe für den „Einstieg“ ins Meisterrennen nennt er zwei: Die individuellen Fehler wurden minimiert, und „wir stressen die gegnerische Abwehr ständig. Das ist ekelhaft für die anderen“.

Klar ist, dass man als Fußballer den maximalen Erfolg herausholen möchte. Doch schon früh wurde seitens der Hollenbacher kommuniziert, dass ein Aufstieg in die Oberliga für dieses junge Team eigentlich zu früh käme. Aus dieser Sicht befindet sich der FSV momentan in so einer Art „akuter Aufstiegsgefahr“. Manager Karl-Heinz Sprügel sagt: „Es ist nicht unser erklärtes Ziel aufzusteigen, aber wenn die anderen nicht wollen, dann nehmen wir das an.“ Das Wohl und Wehe des Vereins hängt sicher nicht von einer weiteren Oberliga-Zugehörigkeit ab.

Karlheinz Weidmann, Vorsitzender des FSV, sagt: „Ob unsere Mannschaft schon reif ist für die Oberliga, muss man dann sehen, das kann sie in den letzten drei Spielen gegen den Tabellenführer, den Angstgegner aus Wangen und den Rückrunden-Favoriten Essingen unter Beweis stellen.“ Weidmann weiß aber sehr wohl, dass auf die Ehrenamtlichen im Verein im Falle eines Aufstiegs auch wieder mehr Arbeit zukommen würde – und dies schon im Vorfeld der Saison. Denn: Stiege der FSV auf, müsste bei er Zusammenstellung des Kaders noch „nachgebessert“ werden. Im Moment hat der FSV für die neue Saison 16 Spieler unter Vertrag, darunter die Neuzugänge Boris Nzuzi (Schwäbisch Hall) und Philipp Volkert (Wachbach).

Rudi Sprügel, „Jako-Chef“, Sponsor und Gönner des Vereins, betonte auf Nachfrage der FN auch nochmals, dass der Aufstieg nicht geplant sei: „Wir wollten eine junge Mannschaft aufbauen, deren Gerippe aus Spielern der eigenen Jugend besteht.“ Er ist übrigens der Einzige, der ein wenig Wasser in den Wein der augenblicklichen Freuden gießt: „Wir wollen offensiven Fußball mit Herzblut spielen. Das ist uns nicht ganz gelungen. Ich glaube, dass wir das besser hinkriegen können.“ Im Falle eines Aufstiegs würde man „nichts gravierend verändern“.

Dass es so gut läuft, ist freilich auch ein Verdienst von Neu-Trainer Martin Kleinschrodt, den Rudi Sprügel unbedingt als Coach wollte. Kleinschrodt ist entspannt: „Ich lasse es laufen.“ Doch wer den ehrgeizigen Trainer noch aus seiner Spielerzeit kennt, der weiß, dass er „das Ding“ jetzt auch rocken möchte.