Fußball

Landesliga Odenwald Der FV Lauda wurde seiner Favoritenrolle gerecht, doch die Konkurrenz macht es spannender als erwartet / Wertheims kuriose Statistik

Die Hälfte aller Teams mit neuem Trainer

Die Landesliga Odenwald soll am Wochenende wieder den Spielbetrieb aufnehmen – sehr zeitig für hiesige Verhältnisse. Allerdings fielen im vergangenen Spätjahr viele Begegnungen aus; deshalb dieser „Frühstart“. Doch ob die fünf Nachholspiele am Wochenende ausgetragen werden können, ist angesichts der Witterungsverhältnisse fraglich.

Wie allgemein erwartet wurde, ist der FV Lauda erster Anwärter auf den Meistertitel; hinter dem Verbandsliga-Absteiger tummeln sich mit Höpfingen, Königshofen, Oberwittstadt und Tauberbischofsheim vier Mannschaften mit geringen Punktabständen, die schon vor der Runde in den vorderen Gefilden erwartet wurden. Allenfalls etwas stärker hatte man den FV Mosbach eingeschätzt, für den der aktuelle Rang acht noch nicht das Ende der Fahnenstange bedeuten dürfte. Positiver in Szene setzte sich der VfR Uissigheim als Sechster mit Tuchfühlung zu den Spitzenteams.

Was die aktuelle Runde bisher besonders geprägt hat, sind die insgesamt neun Trainerwechsel, von denen, wen wundert es, das genannte Führungssextett nicht betroffen ist. Doch schon dahinter begann sehr früh das große Zittern vor einem Absturz in die Abstiegsregion. Schon nach dem fünften Spieltag traten Roman Ratter und Slava Bauer bei der SV Viktoria Wertheim die Nachfolge von Daron Guelyan an. Anfang Oktober drehte sich das Trainerkarussell beim Aufsteiger FC Grünsfeld weiter, als Spielertrainer Malte Schulze-Happe von seinem bisherigen Co-Trainer Marco Schenk abgelöst wurde. Am neunten Spieltag endete die Trainertätigkeit von Antonio Iannello beim Verbandsliga-Absteiger TSV Strümpfelbrunn, der als neuen Trainer Christoph Meier präsentierte. Nach der Winterpause wird Meier wieder Co-Trainer und neuer „Chefcoach“ wird für die restliche Rückrunde Michael Reinmuth. Beim TSV Buchen trat Oliver Neeb für Thomas Segner an, um für neue Impulse zu sorgen. Mit Antonio Iannello wurde der frühere Coach des Landesliga-Konkurrenten TSV Strümpfelbrunn beim Tabellenschlusslicht SV Neunkirchen nach dem 15. Spieltag Nachfolger von Matthias Vogt. Beim Aufsteiger Türkspor Mosbach warf überraschend Vedran Celiscak die Brocken hin. Sein Nachfolger wurde Mehmet Öztürk. Damit nicht genug: In der Winterpause schritt mit dem FC Schloßau auch der aktuelle Vorletzte der Liga zur Tat: Als Nachfolger von Florian Müller, der die Mannschaft vor zwei Jahren noch zur Vizemeisterschaft führte, übernahmen der bisherige Co-Trainer Florian Rechner und Christopher Götz als Interimslösung die Verantwortung für die Mannschaft. Eine neunte Veränderung in der Landesliga-Runde gibt es beim SV Nassig, denn im neuen Jahr betreut ein gleichwertiges Trainer-Duo Sebastian Gegenwarth/Markus Kieslich den abstiegsbedrohten SV Nassig.

FV Lauda

Gleich am ersten Spieltag eroberte der FV Lauda die Tabellenspitze und gab sie bis zur Winterpause nicht mehr ab. Dennoch ist die Meisterschaft trotz des Vier-Punkte-Vorsprungs noch lange nicht entschieden. Nach den bisher gezeigten Leistungen können FV-Trainer Marcel Baumann und Co-Trainer Dominik Gerberich die bisherigen drei Unentschieden und zwei Niederlagen gut verschmerzen.

Trainer: Marcel Baumann (noch nicht verlängert).

Zugänge: Wisam Almosa (TSG Impfingen) und Marc-André Heeg (FV Mosbach).

Abgänge: Beka Burjanadze (Georgien; hofft auf Rückkehr zum FV Lauda), Chris Moschüring (FC Grünsfeld), Manuel Müller (FC Hettingen), André Engert (nach dem ersten Rückrundenspiel berufsbedingt nach Südkorea, bleibt aber beim FV).

TSV Höpfingen

Sehr ansprechend verlief die bisherige Runde für Trainer Tobias Ippendorf; seine Mannschaft kam nach einem holprigen Auftakt immer besser in Schuss und rutschte zwischenzeitlich nach einem kleinen Durchhänger auf Platz sechs ab. Doch dann startete der TSV durch, eroberte erstmals Platz zwei und ist somit erster Verfolger des Spitzenreiters Lauda.

Trainer: Tobias Ippendorf (hört zum Saisonende auf).

Zu-/Abgänge: keine.

SV Königshofen

Ganz ausgezeichnet läuft es in dieser Runde für den SV Könighofen unter Trainer Christian Moll. Die Messestädter lagen an zwölf von 19 Spieltagen vor dem TSV Höpfingen und haben auf Rang drei derzeit nur zwei Punkte Rückstand auf den TSV. Rückblickend heißt es vom sportlichen Leiter Martin Michelbach: „Eine mehr als ordentliche Saison bisher gespielt; die Kunst wird sein, weiter oben dran zu bleiben.“

Trainer: Christian Moll hat frühzeitig für 2018/19 verlängert.

Zu-/Abgänge: keine.

TSV Oberwittstadt

Eine gute Ausgangsposition im Kampf um Platz zwei hat sich der TSV Oberwittstadt erkämpft, ohne dass sich die Mannschaft von Trainer Dominik Lang unter Erfolgsdruck setzen muss. Schon jetzt freut man sich in „Wittscht“, dass mit Sebastian Walz ab der neuen Saison ein prominenter Zugang den Kader verstärkt und dann mit Nicolai und Benedikt drei Brüder gemeinsam kicken können.

Trainer: Dominik Lang hat bereits für kommende Runde zugesagt; dann bekommen die Mannschaft und er Unterstützung von Sebastian Walz, derzeit FSV Hollenbach, als Co-Trainer.

Zugänge: Keine Neuzugänge während der Winterpause. Der TSV hofft, dass der eine oder andere verletzte Spieler im Laufe der Rückrunde wieder zurückkommt.

Abgänge: Artur Anders (SGM Markelsheim/Elpersheim); Dominik Volk (SG Unterschüpf).

TSV Tauberbischofsheim

Rundum zufrieden kann Trainer Mario Fleischer mit seiner Mannschaft sein, die beim letzten Spitzenspiel gegen den TSV Oberwittstadt fast noch den vierten Tabellenplatz erobert hätte, doch blieb es beim 0:0. Zuvor zeigten sich seine Stürmer wesentlich torfreudiger, allen voran Mario Greco, der mit 22 Treffern die Torjäger-Liste anführt und mehr als die Hälfte der 40 Tore der Kreisstädter erzielte. Die Bilanz der Vorrunde: Hinter dem siebten Platz war der TSV nie zu finden und hat weiter Tuchfühlung zum Relegationsplatz.

Trainer: Mario Fleischer (hat bereits für die vierte Saison mit dem TSV verlängert).

Zugänge: keine.

Abgänge: Sebastian Heck (TSG Impfingen, Marco Johannes (SG Uissigheim II /Gamburg).

VfR Uissigheim

Dank seiner Heimstärke – der VfR ist als einziger Landesligist daheim noch ungeschlagen – lieferte Uissigheim eine gute Vorrunde ab und steht bereits seit fünf Spieltagen auf Rang sechs; der Abstand auf Rang zwei beträgt sechs Zähler, den der VfR am Samstag mit einem Sieg in Strümpfelbrunn halbieren könnte.

Trainer: Andreas Walz (hat bereits für die neue Saison verlängert).

Zu-/Abgänge: keine.

Türkspor Mosbach

Viel Respekt verschaffte sich der Aufsteiger, der vor allem von seiner Heimstärke profitierte; von den 27 Punkten wurden 20 Zähler daheim geholt, darunter auch auf dem für die Konkurrenz zumeist ungewohnten Kunstrasen in Neckarelz.

Trainer: Mehmet Öztürk und neuer Co-Trainer Ender Yarar.

Zugänge: Onur Aslantas (Sportfreunde Neckarwestheim), Ender Yarar (1. FC Wiesloch), Gomez Sulayman (FC Binau), Kerim Zeybek (SC Fortuna Oberschefflenz).

Abgänge: Vedran Celiscak (FC Grünsfeld).

FV Mosbach

Einige Langzeitverletzte fehlten dem Vorjahreszweiten, womit Rang acht zu erklären ist. Trainer Andreas Krüger schickte oft eine Mannschaft aufs Spielfeld, die im Schnitt unter 21 Jahren alt war: „Dann hatten wir in der Vorrunde etwas Pech mit Verletzungen, so dass zeitweise zwölf Spieler aus dem Kader nicht zur Verfügung standen. Deshalb bin ich sehr stolz auf meine Jungs, die das alles gut weggesteckt haben. Ich hoffe, dass wir jetzt an die Leistungen zum Ende der Vorrunde anknüpfen können.“ Im Kader hat es in der Winterpause einige Veränderungen gegeben, die vielleicht in der Rückrunde zu einem Schub nach vorne beitragen können.

Trainer: Andreas Krüger (hört zum Saisonende auf).

Zugänge: Jonas Hinninger (ESC Rellinghausen, Landesliga Niederrhein).

Abgänge: Marc-André Heeg (FV Lauda), Kasem Khraibani (FC Limbach), Arne Kielmann (FV Reichenbuch), Jevahn Mitto (FC Mosbach).

VfR Gommersdorf II

In sportlicher Hinsicht überzeugte Aufsteiger VfR Gommersdorf II von Anfang an; bis auf einen Spieltag reichte es immer zu einem einstelligen Tabellenplatz. Der immer näher rückende Abstieg der ersten Mannschaft aus der Verbandsliga würde allerdings auch die Rückkehr der VfR-Reserve in die Kreisliga besiegeln. Doch das Trainerduo Schabert/Westphal möchte mit der Mannschaft gerne „trotz eines möglichen Zwangsabstiegs sportlich den Klassenerhalt schaffen“.

Trainer: Martin Schabert/Henning Westphal (beide beenden zum Saisonende ihr Engagement; Martin Schabert geht in „Fußballrente“ und Henning Westphal sucht eine neue Herausforderung).

Zu-/Abgänge: keine.

SV Osterburken

Sehr achtbar schlug sich bisher Aufsteiger SV Osterburken mit dem erfahrenen Trainer Jürgen Wöppel. Schon nach wenigen Spieltagen entfernten sich die Römerstädter aus der Nähe der Abstiegsregion, derzeit haben sie einen komfortablen Vorsprung von zehn Zählern auf den ersten Abstiegsplatz.

Trainer: Jürgen Wöppel (wird voraussichtlich verlängern).

Zu-/Abgänge: keine.

SV Viktoria Wertheim

Ziemlich durchwachsen verlief die Hinrunde; nach wenigen Spieltagen gab es einen Trainerwechsel. Im Gegensatz zu den Heimspielen, in denen aus neun Partien nur vier Zähler verbucht wurden, klappte es auswärts deutlich besser. Die Wertheimer belegen in der Heimtabelle den letzten Platz, in der Auswärtstabelle dagegen, fast schon sensationell, Rang eins, haben allerdings schon zwei Spiele mehr absolviert als die „Verfolger“ Lauda, Höpfingen und Königshofen.

Trainer: Roman Ratter und Slava Bauer.

Zugänge: Denis Michel (FC Eichel).

Abgänge: keine.

TSV Strümpfelbrunn

Bis zum neunten Spieltag hing der Verbandsliga-Absteiger auf dem vorletzten Platz fest, festigte sich dann unter dem neuen Trainer Christoph Meier und schob sich auf Rang zwölf vor. Dennoch ist die Abstiegsgefahr längst nicht gebannt. Der Verein hat reagiert: In der Rückrunde trainiert Michael Reinmuth die Mannschaft, und Christoph Meier wird wieder Co-Trainer.

Trainer: für die Rückrunde Michael Reinmuth; ab der kommenden Saison Aytac Dogan (FC Lohrbach).

Zugänge: keine.

Abgänge: Ahmad Shoufan (SG Rockenau).

VfR Gerlachsheim

Wie der um einen Platz besser positionierte TSV Strümpfelbrunn zeigte der VfR Gerlachsheim in der Hinrunde eine nahezu identische „Fieberkurve“: Nach den ersten neun Partien blieb dem VfR sechs Mal nur die „Rote Laterne“, doch dann ging es mit dem 2:1-Heimsieg über Neunkirchen aufwärts. VfR-Vorsitzender Ralf Kuhn zeigte sich erfreut, dass nach einem katastrophalen Start von zehn Spielen ohne Sieg „mit dem gleichen Personal noch die Wende geschafft wurde. Auch wenn man sich mit 21 Punkten etwas abgesetzt hat, kommt noch ein hartes Stück Arbeit auf uns zu“.

Trainer: Metin Cosgun.

Zugänge: keine.

Abgänge: Edison Hajra (SGM Löffelstelzen/Bad Mergentheim).

FC Grünsfeld

Viel Lehrgeld musste Aufsteiger FC Grünsfeld mit Beginn der Runde zahlen, als er vom zweiten auf den letzten Platz abstürzte. Dann wurden Partien gegen Mitkonkurrenten im Abstiegskampf gewonnen und am letzten Spieltag reichte es sogar zu einem 2:1-Auswärtssieg bei Türkspor Mosbach. Mit routinierten Neuzugängen soll der Klassenerhalt unter geschafft werden.

Trainer: Marco Schenk.

Zugänge: Chris Moschüring (FV Lauda), Vedran Celiscak (Türkspor Mosbach).

Abgänge: Ben Verberkt, Lucian Emilian German.

SV Nassig

Häufiger als auf dem ersten Abstiegsplatz 15, den er in der Winterpause einnehmen musste, war der SV Nassig vorher nur auf dem Relegationsplatz. Diesen könnte er allerdings mit Erfolgen in den Nachholspielen dem FC Grünsfeld wieder abluchsen. Fehlende Erfahrung der jungen Spieler war ein Grund, dass es bisher nicht mehr Punkte auf der Habenseite gab. Aber, so der SV, „Mannschaft und das Trainerteam haben das Ziel Klassenerhalt fest im Visier“.

Trainer: Sebastian Gegenwarth und Markus Kieslich betreuen den SV als gleichwertige Trainer.

Zu-/Abgänge: keine

TSV Buchen

Beim TSV musste sich nach vielen Abgängen eine neue Mannschaft formieren, die erst spät in die Gänge kam. Vom ersten Nichtabstiegsplatz ist der TSV noch sieben Punkte entfernt, so dass auf Trainer Oliver Neeb noch eine Menge Arbeit wartet. Auch in diesem Jahr ist die Gegentorflut noch nicht signifikant eingedämmt worden; im Vergleich: gegenüber 27:47 Toren nach 17 Spieltagen im letzten Jahr sind es aktuell 22:38 Tore.

Trainer: Oliver Neeb.

Zugänge: Max Kohlmann (FC Bödigheim), Veli Aydin.

Abgänge: Eduard Bechler (FC Bödigheim).

FC Schloßau

Nahezu ausschließlich im heimischen Stadion wurden die zwölf Punkte geholt; so gab es im November ein 1:1 gegen Oberwittstadt und der direkte Tabellennachbar Neunkirchen wurde 4:1 besiegt. Aufgrund der weiterhin nicht berauschenden Punktausbeute der Konkurrenz ist noch alles drin; der Rückstand auf den Relegationsplatz wäre nur noch ein Punkt, wenn das Nachholspiel in Grünsfeld gewonnen würde; und eben dieser „Relegationsplatz 14“ könnte ja zum Klassenerhalt reichen – wenn Gommersdorf aus der Verbandsliga absteigt.

Trainer: Florian Rechner/Christopher Götz (ab 2018/19: Christian Schäfer).

Zugänge: Nikoll Bresiha aus Slowenien (zog im November zu seinem Onkel nach Schloßau), Claudio La Mantia (zuvor II. Mannschaft in Waldhausen), Bolong Kamaso (Einwanderer aus Ghana und absolviert in Schloßau eine Bäckerlehre und hatte zuvor in der II. Mannschaft des TSV Buchen gespielt).

Abgänge: keine.

SV Neunkirchen

Noch längst nicht aufgegeben hat sich der SV Neunkirchen, auch wenn seit dem letzten Sieg, dem 3:2 gegen den SV Nassig Ende September, acht Niederlagen in Folge zu verkraften waren. Doch wie bei der letzten 0:1-Niederlage in Höpfingen ging es oft sehr eng zu. Neunkirchens erfahrener Trainer Antonio Iannello gibt sich keinen Illusionen hin: „Es wird sehr schwer. Aber wir glauben daran und arbeiten sehr hart dafür.“

Trainer: Antonio Iannello (im April finden Gespräche über die weitere Zusammenarbeit statt).

Zugänge: Lukas Körmös ( SG Rockenau), Ismael Saral ( Türkspor Mosbach).

Abgänge: keine.