Fußball

Regionalliga Süd, Qualifikationsgruppe 2 Mit einem weiter verjüngten Team möchte der Ex-Bundesligist TSV Crailsheim in der Liga bleiben

Coach Fritz Langenbuch ist als Trainer und Psychologe gefordert

Nur sieben Punkte hatte der TSV Crailsheim nach 17 Begegnungen in der Spielrunde 2019/20 auf dem Konto, und so war es letztlich dem Saisonabbruch zu verdanken, dass die „Schwarz-Gelben“ als Drittletzter in der Regionalliga geblieben sind. Auch in der neuen Saison muss sich das weiter verjüngte Team nach unten orientieren: „Der Klassenerhalt wäre ein absoluter Traum, mehr wert als jede Meisterschaft“, bringt es Trainer Fritz Langenbuch, der das Team vor dem zehnten Spieltag Ende Oktober von Eckhard Köder übernommen hat, auf den Punkt.

Der Crailsheimer Coach ist in der Region bestens bekannt, steht doch sein Name wie kein anderer für den großen Aufschwung seines Heimatclubs Spvgg. Gammesfeld, mit dessen Herrenmannschaft er unter anderen vor exakt 20 Jahren den ersten Aufstieg in die Bezirksliga Hohenlohe schaffte. Fritz Langenbuch – ein „im positiven Sinne Fußballverrückter“ – bezeichnet die Aufgabe in Crailsheim als „Mammutjob“: dreimal wöchentlich Training, zu jeder Einheit natürlich die entsprechende intensive Vorbereitung, Testspiele und letztlich die weiten Auswärtsfahrten in der Regionalliga bedeuten einen immensen Zeitaufwand. „Es macht mir jedoch sehr viel Freude, diese tolle Truppe zu trainieren. Die talentierten jungen Spielerinnen haben nicht nur große Fähigkeiten, sondern auch die richtige Einstellung zum Fußball und ziehen sehr gut mit“, sieht sich der Trainer für sein Engagement belohnt.

Nicht nur der Fußballexperte, sondern auch der „Psychologe“ Fritz Langenbuch ist gefragt, schließlich wird es, und darüber macht man sich im Crailsheimer Lager keine Illusionen, auch in der neuen Runde Negativerlebnisse zu verarbeiten geben und mentale Wiederaufbauarbeit zu leisten sein. „Aus der Mannschaft, mit der Edgar Klärle 2019 den Klassenerhalt geschafft hat, sind gerademal noch zwei Spielerinnen dabei“, informiert Langenbuch.

Nur knapp 20 Lenze beträgt das Durchschnittsalter des Crailsheimer Regionalligateams, das vor dieser Runde wie schon im Vorjahr bewährte Stammkräfte verloren hat: Nina Hasenfuß veränderte sich zum Ligakonkurrenten FV Weinberg, mit Luisa Scheidel aus Wachbach, Sophia Klärle aus Schäftersheim und Celia Kirbach aus Boxberg suchen drei Spielerinnen aus der Region nun eine neue Herausforderung bei Aufsteiger FC Würzburger Kickers in der 2. Bundesliga Süd. Sieben Neuzugänge sollen diese Verluste kompensieren. Unter diesen hat allerdings nur Angreiferin Sibel Meyer, die vom SV Alberweiler kommt, Regionalligaerfahrung.

Fünf B-Juniorinnen, die zuletzt mit ihrem Team ungefährdet den Bundesliga- Klassenerhalt schafften, stießen neu zum Kader der Frauenmannschaft. „Der Sprung in die Regionalliga ist sehr, sehr groß und die Talente bräuchten eigentlich Zeit – nun müssen sie schon Leistungsträgerinnen sein“, so Fritz Langenbuch.

Der Wettkampfmodus in der Regionalliga Süd hat sich geändert. Die nun 15 Teams spielen erstmals in zwei „Qualistaffeln“, die jeweils vier erfolgreichsten Teams spielen dann um den Aufstieg, die sieben anderen um den Klassenerhalt. Die Qualistaffel 2, der der TSV Crailsheim zugeordnet ist spielt mit sieben Mannschaften. Um den Klassenerhalt zu schaffen, muss seine Mannschaft vier Vereine hinter sich lassen. H.W.