Fußball

Fußball Juristische Auseinandersetzung geht weiter

BFV legt Berufung ein

Der Bayerische Fußball-Verband (BFV) hat Berufung gegen das Urteil des Landgerichts (LG) München I im einstweiligen Verfügungsverfahren von Türkgücü München gegen die Meldung des 1. FC Schweinfurt 05 zur Teilnahme an der ersten DFB-Pokal-Hauptrunde eingelegt. Die 37. Zivilkammer hatte in ihrem Urteil die Einstweilige Verfügung des Fußball-Drittligisten nur teilweise aufgehoben und die Nominierungsentscheidung an den BFV zurückgegeben (wir berichteten). So ist der BFV nicht dazu verpflichtet worden, wie zunächst per Einstweiliger Verfügung zur kurzfristigen Spielabsetzung erlassen, anstatt Schweinfurt die Münchner zu melden.

Im sportgerichtlichen Verfahren hatte das Verbands-Sportgericht des BFV die Beschwerde von Türkgücü München bereits als unbegründet zurückgewiesen. Neben der Berufung strebt der BFV parallel dazu eine Entscheidung im Hauptsacheverfahren vor dem zuständigen Schiedsgericht an. Dieses Vorgehen hat der BFV-Vorstand einstimmig so beschlossen. „Seit März hat der BFV detailliert in unzähligen Videokonferenzen immer wieder all die vielschichtigen Interessen in der pandemiebedingt sehr komplexen Themenlage abgewogen und dabei stets das Ziel verfolgt, einen fairen Ausgleich für alle Betroffenen zu erreichen. Das war einmal mehr auch in der mündlichen Verhandlung am Landgericht sehr deutlich geworden, wurde allerdings im Urteil nur teilweise berücksichtigt, weshalb wir nun die nächsthöhere Instanz anrufen. Zudem streben wir in der Hauptsache ein Urteil vor dem Schiedsgericht an. Dieses Vorgehen sieht unsere Satzung ausdrücklich so vor“, sagt BFV-Vizepräsident Reinhold Baier, der im Präsidium für Rechtsangelegenheiten zuständig ist. Beim Schiedsgericht handelt es sich ausdrücklich nicht um ein Organ des Verbandes oder seiner Gliederungen. Es dient vielmehr der vergleichsweisen Regelung und Entscheidung über alle Streitigkeiten, die in einem engen Zusammenhang mit der Mitgliedschaft im BFV stehen.

Statuten angepasst

Die Berufung ist durch den Präsidenten des Oberlandesgerichtes Nürnberg erfolgt. Hintergrund: Der BFV hatte nach dem Ausscheiden von Türkgücü München, das mittlerweile in der 3. Liga spielt, aus der Regionalliga Bayern den 1. FC Schweinfurt zum Ablauf der Meldefrist am 6. September an den DFB gemeldet. Die Statuten waren entsprechend angepasst worden und das Vorgehen mit allen Beteiligten in den Klubs zudem persönlich erörtert.

Zur Pokal-Partie der Unterfranken beim FC Schalke 04 war es am 13. September aber nicht gekommen. Türkgücü hatte dies 48 Stunden vor dem Anpfiff per Einstweiliger Verfügung verhindert. pati