Fußball

Fußball Eine „Zwischenbilanz“ der 3. Liga / FC Hansa Rostock wird wirtschaftlich belohnt / Spätes Comeback in Unterhaching / Torrekord durchaus möglich

Auswärtssiege sind keine Seltenheit mehr

Archivartikel

Financial Fairplay: Der FC Hansa Rostock darf sich zum Abschluss des Jahres 2019 über einen Betrag von rund 100 000 Euro freuen, der im Rahmen des „Financial Fair Play“ vom DFB für die 3. Liga ausgeschüttet wird. Mit diesem 2018 eingeführten Belohnungssystem sollen Vereine, die wirtschaftlich und risikobewusst agieren, honoriert werden. Der Tabellenelfte erreichte in den beiden vorhandenen Kategorien „Positives Jahresergebnis“ und „Planungsqualität“ jeweils den Bestwert und erhält damit von allen Drittligisten den höchsten Betrag aus dem Financial Fairplay-Topf, der für die 3. Liga mit insgesamt 550 000 Euro pro Saison gefüllt ist. „Dass nur neun Vereine von 20 Drittligisten ein positives Financial-Fairplay-Ergebnis erreichen, zeigt, dass es in der 3. Liga noch einen großen Nachholbedarf, besonders bei der Verwertung der TV-Rechte, gibt. Beim ersten Platz in der Kategorie „Planungsqualität“ kommt uns neben den positiven Sondereffekten unsere solide Planungspolitik entgegen“, wird Christian Hüneburg, Vorstand für Finanzen und Verwaltung beim FCH, auf der Vereinshomepage zitiert. Wie die weiteren Drittligisten im Financial Fairplay der vergangenen Saison genau abgeschnitten haben, ist bisher nicht bekannt. Eine Veröffentlichung der Zahlen durch den DFB ist nicht vorgesehen. Rekorde: Exakt 1 735 742 Zuschauer wurden in den bisher 200 ausgetragenen Partien der Drittligaspielzeit 2019/20 gezählt. Das entspricht einem Schnitt von 8679 Besuchern pro Begegnung. Damit steuert die 3. Liga in ihrer zwölften Spielzeit erneut auf einen Zuschauerrekord zu. Zum Vergleich: In der bisherigen Rekordsaison 2018/2019 waren es am Ende durchschnittlich 8132 Zuschauer pro Spiel. Ein weitere Rekord ist zudem möglich, denn die Offensivreihen der 20 Drittligisten zeigen sich bisher mit 629 Toren extrem treffsicher. Das entspricht einem Schnitt von 3,14 Toren pro Partie. Der bisherige Bestwert aus der Hinrunde 2009/2010 (530 Tore) wurde somit deutlich übertroffen. Dazu passt auch der Drittliga-Spieltagsrekord von gleich 47 Toren am 6. Spieltag. Die Torjägerliste führen nach 20. Spieltagen mit jeweils 13 Treffern Albert Bunjaku (FC Viktoria Köln) und Kwasi Okyere Wriedt (FC Bayern München II) an. Zudem haben in der aktuellen Saison auch Auswärtssiege Hochkonjunktur. Nur 37,5 Prozent der bislang 200 Spiele (75 Partien) endeten mit einem Heimsieg. Noch nie in der Geschichte der 3. Liga waren es weniger. 33 Prozent der Begegnungen (66) gewannen die Auswärtsmannschaften. Fingerzeig: Das Wetter spielte in Duisburg am 7. Spieltag eine große Rolle. Nach einem Sturm mit heftigen Windböen hatten Arbeiter Ende August Beschädigungen am Dach der MSV-Arena festgestellt. Die Reparaturarbeiten konnten daraufhin nicht rechtzeitig vor dem Meppen-Spiel abgeschlossen werden, weshalb das Spiel verschoben werden musste. Nachgeholt wurde die Begegnung mit etwa einem Monat Verzögerung am 2. Oktober. Meppen gewann überraschend mit 3:1. Es war der bislang einzige Punktverlust des MSV im eigenen Stadion bis zur Winterpause. Die übrigen acht Heimspiele gewannen die Meidericher allesamt. Auch deshalb geht der MSV Duisburg als Tabellenführer in die Winterpause. Der letztjährige Zweitligaabsteiger ist mit 39 Punkten und einer Tordifferenz von plus 14 Herbstmeister der 3. Liga. Das dürfte gerade allen Fans der Zebras gefallen. Denn die die beiden führenden Teams der Vorsaison, VfL Osnabrück und Karlsruher SC, hatten nach der Hinrunde 2018/2019 die gleiche Bilanz. Und beide stiegen am Rundenende auch auf. Ein Nichtaufstiegsplatz ist bereits sechs Zähler entfernt. „Nach dem großen personellen Umbruch dachten viele, dass es in eine ganz andere Richtung geht“, so Cheftrainer Torsten Lieberknecht. Duisburgs Sportdirektor Ivo Grlic ergänzt: „Die Mannschaft hat sich verdient, auf dem ersten Platz zu stehen. In den Spielern steckt noch viel Potenzial und ich freue mich jetzt schon auf die Rückrunde.“ Bayerisches Spektakel: In den 19 Spielen von Drittligaaufsteiger FC Bayern München II fielen satte 75 Treffer, das ist Drittligarekord für eine Hinrunde. Die bisherige Bestmarke hatte der SC Paderborn in der Saison 2017/2018 mit 71 Toren gehalten. Diesen Wert hat in der aktuellen Saison auch der FC Würzburger Kickers erreicht. Der FWK war auch an der spektakulärsten Partie in der laufenden Saison beteiligt. Bei der Spvgg. Unterhaching führten die Rothosen bis zur 88. Minute mit 4:2, ehe die Partie im Hachinger Sportpark wegen eines Unwetters unterbrochen werden musste. Danach drehten die Hausherren auf und gewannen am Ende noch mit 5:4. Es war das späteste Comeback eines Drittligisten nach einem Zwei-Tore-Rückstand. Gleichzeitig war es das torreichste Spiel der Saison. In der Geschichte der 3. Liga sind nur einmal mehr Treffer gefallen, und zwar beim 5:5 zwischen Eintracht Braunschweig und Fortuna Düsseldorf am 10. Mai 2009. Trotzdem sieht FWK-Kapitän Sebastian Schuppan seine Mannschaft auf einem guten Weg: „Wir haben in dieser Saison schon häufiger gezeigt, was wir können. Das Problem war bisher bloß die Konstanz. Wenn wir es hinbekommen, Woche für Woche so konzentriert aufzutreten wie beispielsweise in Halle, können wir gegen jeden Gegner bestehen.“