Fußball

Landesliga Odenwald In Rosenberg messen sich zwei Aufsteiger / Zweites Messespiel für Königshofen / Der „Knaller“ findet im Tauberstadion statt

Aufeinandertreffen der Meisterschaftsfavoriten

Archivartikel

Über eine halbe Stunde lang schienen sich in der Landesliga Odenwald am vergangenen Spieltag einige deftige Überraschungen anzubahnen. Der TSV Oberwittstadt lag daheim mit 0:2 gegen den SV Nassig zurück. Der FC Hundheim-Steinbach hatte nach einem 0:1 gegen Türkspor Mosbach das Spiel gegen den Tabellenführer gedreht und lag mit 2:1 vorne. Auch der FSV Waldbrunn kassierte im Heimspiel gegen den TSV Rosenberg bereits nach zwei Minuten den ersten Gegentreffer. Doch dann schlugen alle drei Favoriten zurück.

Keine Blöße gab sich der FV Lauda mit dem bisher höchsten Sieg in der Liga, in der es von Platz eins bis zehn gegenüber dem vorigen Spieltag keine Veränderung gab. Die „sechste Runde“ könnte der Tag der Heimteams werden, denn nach der Papierform wären sechs Heimsiege keine Überraschung.

Der letzte Sieg des SV Nassig über den TSV Assamstadt in der Kreisliga liegt fünf Jahre zurück. SV-Trainer Sebastian Gegenwarth will alles unternehmen, um den ersten Sieg in der laufenden Runde einzufahren (siehe Interview). Damit könnte der Knoten platzen, denn mit bisher nur zwei Zählern auf dem Konto wird die Nassiger Mannschaft sicher unter Wert geschlagen. Assamstadt schwimmt dagegen als derzeit bester Aufsteiger auf einer Erfolgswelle mit einer makellosen Heimbilanz und 10:3 Toren. Deshalb ist der erste Auswärtsdreier durchaus möglich.

Bereits am Samstag kommt es zum Spitzenspiel des FV Lauda gegen den TSV Oberwittstadt. Die beiden Meisterschaftsfavoriten gewannen zuletzt deutlich und sind Tabellennachbarn. Vor zwei Jahren gewann der FV im Aufstiegsjahr daheim mit 2:1 und drehte nach einem 0:1-Rückstand das Spiel noch. Mit Ausnahme der Heimniederlage zum Saisonauftakt gegen Uissigheim hat sich die TSV-Truppe von Trainer Claudi Henn auf ihre Stärken besonnen und vier Siege in Folge eingefahren. Die Gäste reisen mit einer gut eingespielten Mannschaft an, die nicht chancenlos ist. Lauda muss deshalb sein ganzes Können aufbieten, um die Gäste von ihrer Erfolgsspur abzubringen. Immerhin gab die Baumann-Truppe mit dem Kantersieg am vorigen Spieltag in Neunkirchen ein starkes Signal. Für TSV-Co-Trainer Sebastian Walz ist es eine Rückkehr der besonderen Art: Er feierte sein Debüt bei den Senioren damals beim FV noch in der Oberliga.

Der TSV Rosenberg hofft im heimischen Stadion auf den ersten Sieg, und der FV Elztal auf die ersten Punkte auswärts. Das ist sicher eine schwere, aber nicht unlösbare Aufgabe für den FV im Duell der Aufsteiger. Schließlich liegt die Mannschaft von Trainer Rolf Lang nur einen Zähler hinter Rosenberg. TSV-Spielertrainer Christoph Meier könnte seine Mannschaft mit einem Sieg bis ins Mittelfeld führen.

Den in der Nachspielzeit verpassten Sieg vor einem Jahr, als Tobias Baumbusch die 1:0-Führung des TSV Höpfingen für den FSV Waldbrunn egalisierte, möchte diesmal der TSV Höpfingen im Heimspiel unter Dach und Fach bringen. Das ist eine schwere Aufgabe, denn die Gäste haben einen Lauf; mit vier Siegen in Folge liegen sie seit zwei Spieltagen auf Platz drei. Mit einer grundsoliden Leistung wie beim jüngsten 1:0-Heimsieg über Assamstadt dürfte der Gastgeber kaum drei Punkte abgeben.

Emsig sammelt der SV Königshofen Punkte. Weitere sind besonders in den traditionellen zwei Messe-Heimspielen vor großer Kulisse willkommen. Mit dem 1:0-Sieg über Höpfingen sind schon drei Zähler geholt und Platz zwei in der Tabelle verteidigt. Jetzt soll mit den vielen Fans im Rücken gegen den FV Reichenbuch im zweiten Messespiel der vierte Heimsieg in Folge eingefahren werden. Den Gästen gelang in den jüngsten beiden Spielen kein Tor; keine guten Aussichten gegen die defensivstarken Messestädter, die mit nur zwei „Gegentörchen“ die beste Abwehr der Liga aufbieten. Andererseits ist es erst fünf Monate her, dass die Reichenbucher beim 2:1-Auswärtssieg in Königshofen drei Punkte auf ihr Konto brachten. In dieser Runde klappte es nur einmal gegen den FC Hundheim-Steinbach. Besonders aufpassen müssen die Gäste auf Torjäger Ali Karsli, der augenblicklich fast nach Belieben zu treffen scheint. Doch es waren vor allem die Mitspieler mit ihren Vorlagen, die eine solche Serie von im Schnitt zwei Treffern pro Spiel erst möglich machen.

Auf den ersten Blick scheint der FC Grünsfeld nach dem Sieg zum Auftakt der Runde etwas aus dem Tritt gekommen zu sein, denn ein „Dreier“ kam nicht mehr aufs Punktekonto. Doch mit dem FV Lauda und Türkspor Mosbach hatte er Schwergewichte der Liga zu stemmen. Im Heimspiel gegen den FC Hundheim-Steinbach will die Truppe des Trainer-Duos Stephan Braun und Chris Moschüring den ersehnten zweiten Heimsieg unter Dach und Fach bringen. Im Vorjahr entführten die Gäste die Punkte, doch dank der drei Moschüring-Treffer drehten die Grünsfelder auswärts den Spieß um. Gegen eine Punkteteilung – wie er beim benachbarten FV Lauda gelang – hätten die Gäste erneut nichts einzuwenden.

Noch längst nicht in der Form der Vorsaison ist der VfR Uissigheim, der am Sonntag den FV Mosbach erwartet. Deshalb ist eine Rückbesinnung auf den 2:1-Sieg im Vorjahr willkommen, denn Jonas Faulhaber und Marvin Füger drehten nach der Pause innerhalb von zehn Minuten mit ihren Toren das Spiel. Beide Teams sind mit bisher vier Zählern direkte Tabellennachbarn in den unteren Gefilden, wo man beide nicht erwartet hat.

Gute Aussichten hat Türkspor Mosbach im Heimspiel gegen den SV Neunkirchen die Tabellenführung zu verteidigen. Es wäre der vierte Dreier in Folge. Ob der jüngste Auswärtssieg bei Hundheim-Steinbach glücklich war oder nicht, interessiert die Mannen von Trainer Erol Arslan absolut nicht mehr. Die Gäste mussten mit dem 0:6 daheim gegen Lauda eine bittere Pille schlucken. Im letzten Jahr unterlag der SV bei Türkspor nur knapp mit 2:3. Insgesamt spricht die Bilanz im Direktvergleich seit 2009 für die Gäste, die nur vier von 13 Partien verloren. Doch am Sonntag stehen nach der aktuellen Formkurve die Zeichen nicht unbedingt auf Sieg.