Freudenberg

Gemeinderat Gremium wurde Konzeption für Arbeiten an der Gaststätte im Freudenberger Amtshaus präsentiert

WC-Anlagen gehören dringend saniert

Archivartikel

Die zur Zeit geschlossene Gaststätte im Freudenberger Amtshaus soll saniert werden. Eine Konzeption hierfür wurde am Montag in der Gemeinderatssitzung vorgestellt.

Freudenberg. Die Situation an sich ist zwar unerfreulich, die Gelegenheit dadurch aber günstig: Weil der bisherige Pächter der Gaststätte im Freudenberger Amtshaus deren Betrieb „aus persönlichen Gründen“, wie Bürgermeister Roger Henning in der Gemeinderatssitzung am Montag sagte, aufgegeben hat, kann man nun die Möglichkeit nutzen, verschiedene Probleme anzugehen und eine Sanierung ins Auge fassen. Im laufenden Betrieb wäre das nicht machbar gewesen.

Im städtischen Haushalt sind bereits 50 000 Euro für diesen Zweck vorgesehen. „Damit kannst du nicht die Welt erobern“, war sich der Bürgermeister bewusst, „aber doch viel Sinnvolles machen“.

Peter Farrenkopf vom Architekturbüro Johann und Eck identifizierte vier hauptsächliche Schwachstellen, die er bei verschiedenen Begehungen zusammen mit dem Stadtbaumeister und anderen Fachleuten identifiziert hatte: Schallschutz, Feuchtigkeit in den Wänden, die WC-Anlage und die Optik der Gasträume.

Seine Ausführungen illustrierte er mit Fotos, die den Zustand, den er beschrieb, deutlich machten. Teilweise, etwa beim Thema Feuchtigkeit, hat man erste Maßnahmen bereits in Angriff genommen. Das weitere Konzept sieht vor, Putz abzuschlagen und nach einer ausreichend dimensionierten Trocknungsphase neue Farbe aufzutragen, die Feuchtigkeit aufnehmen kann. Allerdings sei bei dieser Lösung nach vier bis fünf Jahren ein Ergänzungsanstrich notwendig. Schwieriger wird es beim Schallschutz. Denn Eingriffe an der Decke, von wo aus man die Probleme am optimalsten beheben könnte, wurden von Seiten des Landesamts für Denkmalschutz kategorisch ausgeschlossen. Der Grund: Diese würden das Kreuzgewölbe und die Leuchten „kaputtmachen“, informierte der Architekt.

An den Wänden hingegen wurden viele Möglichkeiten eingeräumt. So sollen verschiedene Bilder auf entsprechenden Materialien den Schallschutz verbessern helfen. Bei den Motiven habe man „den Daumen drauf“, um zu gewährleisten, dass diese zum Ambiente der Gaststätte passten, versicherte der Bürgermeister. Zuvor hatte er darauf hingewiesen, dass es sich beim Amtshaus um ein Einzelkulturdenkmal handele. Das ist die höchste Einstufung für ein Gebäude mit den entsprechenden Restriktionen.

Unter anderem auf das Beispiel „Burgweg 4“ verweisend widersprach Henning auch der Kritik, dass der Denkmalschutz vor allem sinnvolle Lösungen verhindere. Einig war man sich im Gremium darin, dass ein Schwerpunkt der Sanierung im Bereich der WC-Anlagen liegen muss. „Die Toiletten sind ein Aushängeschild einer Gaststätte“, meinte etwa Klaus Weimer (Freie Wähler Freudenberg). Je nachdem für welche Maßnahmen man sich in den verschiedenen Bereichen entscheidet, schwanken die von Peter Farrenkopf genannten Kosten zwischen etwa 26 000 Euro und 80 000 Euro.

„So ist das Lokal nicht vermietbar“, stellte Heiko Brand, ebenfalls Freie Wähler, fest und tendierte zur „großen Lösung“. Ellen Schnellbach (CDU) hätte gerne Gewissheit, „dass es etwas Gescheites wird“. Schließlich habe man schon einmal im Laufe ihrer Amtszeit saniert.

Farrenkopf ging zumindest von einer wesentlichen Verbesserung aus. Auf Nachfrage von Manfred Zipf (CDU) erklärte der Architekt, dass man im Bereich der Küche und der Lagerräume nicht tätig werden müsse. „Die Gaststätte ist voll funktionsfähig“, betonte auch der Bürgermeister. Der vorherige Pächter habe ihm gegenüber geklagt, dass ihn die Stromkosten auffressen würden. Ähnlich bestätigte das auch Schnellbach, während Julika Saatmann-Hösch (CDU) widersprach, dass die Elektroheizung höhere Kosten verursache.

Die Pacht für die Gaststätte sei sehr gering, da die Stadt ein Interesse daran habe, dass der Betreiber davon leben könne, machte Roger Henning geltend. Für Klaus Weimer war auch eine möglicherweise falsche Handhabung für den Energieverbrauch verantwortlich. Er nehme als Meinungsbild aus der Sitzung mit, dass die „große Lösung“ weiterverfolgt werden solle, schloss der Bürgermeister.

Zuschüsse von Seiten des Denkmalschutzes werde es keine geben, sagte er auf Nachfrage von Rolf Döhner (CDU).