Freudenberg

Gemeinderat Flächennutzungsplan aus dem Jahr 1983 wird überarbeitet / Entwurf abgesegnet

Städtebauliche Entwicklung

Freudenberg.der Flächennutzungsplan für Freudenberg stammt aus dem Jahr 1983. Einem ersten Vorentwurf des neuen Flächennutzungsplans stimmte der Gemeinderat jetzt zu. Im nächsten Schritt erfolgt nun die Beteiligung der Behörden und Öffentlichkeit. Anlass für die Aufstellung des neuen Flächennutzungsplan ist die Überarbeitung und Aktualisierung des derzeit gültigen Plans aus dem Jahr 1983. Dieser ist in vielen Bereichen nicht mehr aktuell und bildet die gewünschten städtebaulichen Entwicklungen nicht mehr ausreichend ab.

In seiner Klausurtagung am 17. Juni hatte sich der Gemeinderat ausführlich mit der Thematik befasst, ebenso wurden die Ortschaftsräte eingebunden. Flächennutzungspläne legen generell fest, welche Verwendungsmöglichkeiten bestimmte Flächen einer Gemeinde haben. Welche Nutzung und Bauten dort konkret möglich sind, regelt dann ein Bebauungsplan, der auf den Grundlage des Flächennutzungsplan aufbaut.

Vorgestellt wurde der Vorentwurf von Joachim Ettwein vom Büro Kärle aus Weikersheim. Er betonte, wie wichtig es war, die Ortschaftsräte einzubeziehen, da diese ihr Dorf genau kennen. Im Vorentwurf ist für Boxtal ein Flächenpotential von einem Hektar für die Ausweisung von Neubaugebieten vorgesehen. Im Bereich der „Katzenäcker“ ist ein Mischgebiet für Gewerbe und Wohnen und im Bereich „Wintergarten“ ein Wohngebiet vorgesehen.

In Ebenheid liegt das Potential bei rund 1,7 Hektar und umfasst ein Wohngebiet bei den „Steinigten Äcker“. In Rauenberg stehen laut Vorentwurf rund ein Hektar zur Verfügung. Angedacht ist ein Mischgebiet im Bereich der Krautäcker zwischen Friedhof und Ortsausgang beidseits der Kreisstraße sowie ein reines Wohngebiet in Verlängerung des bisherigen Neubaugebiets Maueräcker.

Für Wessental stellt der Vorentwurf aktuell keinen konkreten Bedarf für Neuausweisungen fest. Sollte später Bedarf entstehen, könne man, so Ettwein, durch ein paralleles Verfahren von Flächennutzungs- und Bebauungsplan aber schnelle Lösungen finden.

In Freudenberg sieht der Vorentwurf des Flächennutzungsplans rund fünf Hektar für Neuausweisungen zu. Diese umfassen eine Fläche am Friedhof für Wohnbebauung, die Fläche zwischen Sportplatz und L2310 als Mischgebiet sowie die Nachnutzung des Areals des Rauchwerks 1 als Mischgebiet. Freudenbergs Bürgermeister Roger Henning erklärte, dass sich in einem Mischgebiet lediglich nichtstörendes Gewerbe ansiedeln darf. Ausdrücklich betonte er, dass man von keinem der vorgestellten Gebiete eine Umsetzung versprechen könne, man führe aber diesbezüglich intensive Gespräche unter anderem mit dem Regionalverband.

Aus Reihen der Räte wurde gefragt, ob man ein Vorkaufsrecht für Grundstücke in den geplanten Flächen für die Stadt schaffen könne, damit diese auch für Neubauten verfügbar sind. Henning antwortete, die Schaffung eines solchen Rechts ist an enge Regeln geknüpft und zeitlich begrenzt. „Der Flächennutzungsplan ist nur eine Interessenbekundung, was umgesetzt werden kann ist vom Bedarf und den finanziellen Möglichkeiten abhängig.

Ettwein ging auch auf die Ausweisung von Sonderflächen für erneuerbare Energien ein. Südlich vom Dürrhof ist eine Fläche für Fotovoltaik von circa 30 Hektar vorgesehen. Ettwein betonte, die Entscheidungshoheit über das tatsächlich Aufstellen der Anlagen liege beim Gemeinderat. „Der Flächennutzungsplan ist für Behörden verbindlich, er gibt aber keine Garantien an Investoren.“ Hinsichtlich der Flächen für Windkraft berichtete Ettwein, dass durch die Berechnungen des neuen Windatlas theoretisch neue Flächen für Windkraft dazukämen, diese schieden jedoch aus diversen Gründen wieder aus. Daher sei es nicht nötig, das Thema Windkraftflächen erneut anzugehen. bdg