Freudenberg

Gemeinderat Vergabe von Arbeiten wird teurer als angenommen / Erfolgreiche Sponsorensuche für Wasserspielanlage

Preise steigen wegen hoher Nachfrage

Freudenberg.Gleich mehrfach in den sprichwörtlichen „sauren Apfel“ beißen mussten die Freudenberger Gemeinderäte in ihrer Sitzung am Montag. Denn kaum eine der Vergaben, die auf der Tagesordnung standen, erfolgte zu den in den jeweiligen Kostenschätzungen getroffenen Annahmen. Die von den Firmen aufgerufenen Preise lagen teilweise deutlich darüber.

Und trotzdem erteilte das Gremium jeweils einstimmig die Zuschläge. Denn, so hieß es in den einzelnen Vorlagen und das unterstrichen auch Bürgermeister Roger Henning und Fachbereichsleiter Matthias Gallas, zum einen seien die Kostenschätzungen durchaus realistisch gewesen – zu ihrer Zeit. Zum anderen sei durch die starke Auslastung der einzelnen Betriebe zumindest kurzfristig nicht damit zu rechnen, dass die Preise sinken. Also bekam die Firma RH Metallbau aus Kleinwallstadt den Auftrag für die Schlosserarbeiten zum Bau der Fluchttreppe an der Lindtalgrundschule Freudenberg, auch wenn der Angebotspreis von 54 086 Euro um 64 Prozent über der Kostenschätzung von 33 000 Euro lag.

Die Wegebauarbeiten zur Herstellung des Fußweges zum Parkplatz „Rosenmühle“ werden von der Freudenberger Firma Dölger für rund 49 564 Euro brutto ausgeführt. Hier hatte man mit knapp unter 40 000 Euro in der Schätzung gerechnet.

Von vier angefragten Unternehmen hatte nur eines ein Angebot abgegeben. Immerhin: Die Herstellung des Weges ist Teil der Gesamtmaßnahme „Sandlebensräume und Flachlandmähwiesen im Maintal und im Wildbachtal“, für die von der Stiftung Naturschutzfonds Baden-Württemberg eine Zuwendung von 90 Prozent gewährt wird.

Unerwartete Erfolge

Zum Teil weit über das hinaus, was man sich leisten konnte und zu zahlen bereit war, ging in der Vergangenheit die Neugestaltung des Kinderbereichs des Badesees. Da wurden dann Ausschreibungen aufgehoben, Pläne eingedampft, es wurde gestreckt, gestrichen (wir berichteten) und es wurden kreative Lösungswege gesucht. Etwa indem man aus einem großen Gewerk drei kleine gemacht, auf Ausschreibungen verzichtet und stattdessen Firmen mit dem Ziel einer freihändigen Vergabe angefragt hat.

Und das führte nun zu unerwarteten Erfolgen. Der Zuschlag für die Lieferung des Holzes, das zum Bau der vorgesehenen Stege benötigt wurde, ging zum Brutto-Preis von knapp 20 076 Euro an die Holzgroßhandlung Carl Götz aus Triefenstein, die Schreinerarbeiten – ohne Materiallieferung – werden für brutto knapp 13 051 Euro von der Schreinerei Ziegler aus Freudenberg ausgeführt und das ebenfalls einheimische Unternehmen Haamann Metalltechnik wurde mit den Stahlbauarbeiten für brutto rund 27 001 Euro beauftragt. Zusammengerechnet liegt man damit bei knapp 60.220 Euro und damit „nur“ weniger als acht Prozent über der Kostenschätzung von 55 766 Euro.

Und sogar die eigentlich zunächst ebenfalls „gestrichene“ Wasserspielanlage „Niagara“ mit Kurbelpumpe war jetzt noch drin. Die kostet knapp 6125 Euro netto. Und weil Bürgermeister Henning den ihm erteilten Auftrag, Sponsoren zu suchen sehr ernstgenommen hat und erfolgreich war, bleiben bei der Stadt „nur“ rund 2125 Euro „hängen“. Denn die Sparkasse steuert 2000 Euro, das Café Badesee und H. Baumer vom benachbarten Campingplatz jeweils 1000 Euro als Spende bei. Wofür es natürlich viel Dank und Anerkennung gab. ek