Freudenberg

Freiwillige Feuerwehr Freudenberger Floriansjünger und die Gruppe „Helfer vor Ort“ freuen sich über ihren neuen Kommandowagen, der gestern offiziell übergeben wurde

Neues Auto gewährleistet schnellere Hilfe

Archivartikel

Der neue Kommandowagen der Freiwilligen Feuerwehr Freudenberg eröffnet der Wehr und der Helfer-vor-Ort-Gruppe neue Möglichkeiten. Am Sonntag wurde er offiziell in Dienst gestellt.

Freudenberg. Die Einsatzzeit des neuen Kommandowagens (Kdow) der Feuerwehr und Helfer vor Ort Gruppe (HvO) Freudenberg begann eigentlich schon am 1. Juli. Seither war er bereits bei zehn HvO- und zwei Feuerwehreinsätzen in Gebrauch. Am Sonntag wurde er bei einem Fest vor der Turnhalle gesegnet und offiziell in Dienst gestellt.

Hauptkommandant Klaus Weimer erklärte, das neue Fahrzeug diene der Anfahrt und Erkundung der Feuerwehreinsatzleitung und wird zudem von der HvO Gruppe genutzt, um schnell bei den Notfällen zu sein. Die HvO Helfer werden bei einem Notarzteinsatz mit alarmiert und übernehmen die fachkundige Erstversorgung der Betroffenen.

Weimer dankte Bürgermeister Roger Henning und dem Gemeinderat für die Bereitstellung der Mittel für das Fahrzeug. Sie hätten damit Weitsicht bewiesen. Die Kosten beliefen sich inklusive Beladung auf 20 000 Euro. Stationiert ist das Fahrzeug immer direkt bei einem Mitglied der HvO Gruppe. Diese wurde 1997 gegründet und war damit eine der ersten im Main-Tauber-Kreis. Seither hat sie über 750 Einsätze absolviert. In diesem Jahr leistete sie bereits 48 Einsätze. 2017 wurde ein Kooperationsvertrag zwischen der Stadt Freudenberg, der Feuerwehr Freudenberg und dem DRK Tauaberbischofsheim geschlossen. Damit habe man eine deutliche Verbesserung der Notfallversorgung der Stadt erreicht, so Weimer.

Die hohe Einsatzzahl des KdoW innerhalb kurzer Zeit zeige wie wichtig das Fahrzeug für ganz Freudenberg sei. Beim KdoW handelt es sich um einen VW Tiguan mit 2,8 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht und 146 PS. Er wurde von einem bayerischen Kreisbrandmeister übernommen und ist in einem sehr guten Zustand. Zur Beladung gehört der Notfallrucksack der HvO, dreimal vollständige Einsatzkleidung der Feuerwehr, Material zur Verkehrsabsicherung, ein Feuerlöscher, verschiedene Gebäudepläne für die Wehr und Funkgeräte für das zwei und vier Meter Band. Das Fahrzeug ist außerdem für die Umstellung auf Digitalfunk vorbereitet. Über ein Smartphone mit Anbindung an die Alarmierungssoftware kann der Einsatzleiter zudem die Verfügbarkeit von Einsatzkräften abrufen.

Bürgermeister Henning freute sich über das neue Fahrzeug. 20 000 Euro seien für ein KdoW dieser Qualität wenig Geld. Er sprach der Feuerwehr Lob für die Gute Zusammenarbeit bei der Beschaffung aus. Den Aktiven der HvO zollte er höchste Anerkennung. Bisher seien die HvO nur in Freudenberg und Kirschfurt im Einsatz gewesen. Mit dem neuen Fahrzeug könne man das Einsatzgebiet um Boxtal erweitern. „Jetzt können wir für 600 Einwohner mehr da sein.“ Die Anschaffung des Kommandowagens sei ein Höhepunkt in der Anschaffungsoffensive der Stadt für die Feuerwehr. In den vergangenen Jahren habe man die Ausstattung der Wehr vielfältig erweitert und verbessert, verwies das Stadtoberhaupt unter anderem auf den Mannschaftstransportwagen der vor allem der Jugendfeuerwehr zu Gute kommt, den Sprungretter und die hydraulischen Rettungsgeräte. Weiterhin habe man alle aktiven Feuerwehrleute mit neuen Helmen ausgestattet.

Eigentlich sei ein KdoW erst ab einer Gemeindegröße von mehr als 15 000 Einwohner üblich. Er wisse als ehemaliger Polizist jedoch, wie wichtig es sei, die Lage schnell beurteilen zu können. Das Fahrzeug habe sich in dieser Hinsicht bereits bewährt. Positive Nachrichten hatte er auch in Sachen Neubau des Feuerwehrgerätehauses zu berichten. Man sei in Sachen Kooperationsgespräche in der Endphase und möchte noch in diesem Jahr die Planungen in den Gemeinderat einbringen.

Die Segnung des Fahrzeugs fand im Rahmen eines kleinen Gottesdiensts statt, den Diakon Michael Schlör zelebrierte. Er ist selbst Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Freudenberg. Den Auftrag für den Dienst am Nächsten habe man direkt von Jesus bekommen, sagte er. Sich für andere einzusetzen koste Kraft, bringe aber auch viel Sinn und Erfüllung im Leben sowie Freude an Gemeinschaft und Kameradschaft.

In seiner Predigt verwies Schlör auf das wichtigste Gebot der Christen: „Liebe Gott von ganzem Herzen und liebe deinen nächsten wie dich selbst!“ Mit anderen, auch Fremden, Mitleid zu haben, mit zu leiden, sei eine innere Einstellung. Um auf Menschen zuzugehen und ihnen zu helfen, brauche es aber Bereitschaft. Die Mitglieder der Feuerwehr und der Helfer vor Ort seien Tag und Nacht bereit.

Als Geschenk übergab er der Diakon eine gesegnete Christopherusmedaille, die im Inneren des KdoW angebracht wurde. In den Fürbitten wurde für die Mitglieder der Hilfs- und Rettungsorganisationen und deren Jugend- und Altersabteilungen, sowie den Schutz aller Menschen gebeten. Zum Abschluss stimmte man gemeinsam das Florianslied an.

Eine besondere Überraschung hatte der Freudenberger Gerhard Binder mitgebracht. Er überreichte der Jugendfeuerwehr und der HvO-Gruppe eine Spende von jeweils 250 Euro.

Das Geld stammt aus Überschüssen von Straßenfesten in der Straße „Am Tannenbuckel“. Während des Fests stellten die Feuerwehr und die HvO Gruppe ihre Arbeit vor. Zudem gab es Angebote für Kinder.