Freudenberg

Technischer Ausschuss Lösung für Parkproblem gesucht / Ergebnisse der Verkehrsschau vorgestellt / Zukünftig mehr Fußgängerüberwege in der Stadt

Mini-Leitboys sollen Abhilfe schaffen

Archivartikel

Mit einer neuen Lösung soll dem Parken von Lkw auf dem Gehweg im Bereich des Einkaufsmarkts in Freudenberg ein Ende gesetzt werden.

Freudenberg. Insbesondere Lkw die auf dem Gehweg beim Einkaufsmarkt parken, sind seit Jahren ein Problem. In der Sitzung des Technischen Ausschusses Freudenberg am Montag entschieden die Ratsmitglieder, sogenannte Mini-Leitboys als sichtbares Zeichen gegen das Parken aufzustellen. Laut Straßenverkehrsordnung ist das Parken auf Gehwegen verboten. „Die Lkw-Fahrer wollen eigentlich etwas Gutes tun und die Straße freilassen“, stellte Bürgermeister Roger Henning in der Sitzung fest. Problem sei jedoch, dass durch die Lkw der Gehweg soweit zugeparkt wird, dass Benutzer von Rollatoren oder Eltern mit ihren Kinderwägen auf die Straße ausweichen müssen. Außerdem blockieren die großen Fahrzeuge teilweise die Sicht von ausfahrenden Autos. Das Parken auf der Straße sei erlaubt und würde sich auch „bremsend“ auf die Geschwindigkeit durchfahrender Fahrzeuge auswirken.

Nachdem es in der Gemeinderatssitzung vom Oktober diesen Jahres erneut eine Anfrage zur Parkproblematik gegeben hatte, wurde der Bereich im Rahmen der Verkehrsschau am 13. Oktober begutachtet. Die Fachleute schlugen dabei zwei Alternativen vor, um das Parken zu verhindern. Variante eins wären rot-weiße Sperrpfosten. Variante zwei sind „Mini-Leitboys“, auch Bischofsmützen (kleine Plastikleitplanken) genannt. Da diese als Fahrbahnmarkierung gelten, muss kein Lichtraum beachtet werden. Die Leitboys sind am Fuß mit zwei gelben Reflektoren und zwei quadratischen Reflektormarkierungen aus gelber Folie ausgestattet. Die Teile bestehen aus biegsamen Kunststoff, so entstehen beim Überfahren keine große Schäden und die Mini-Leitboys richten sich danach von selbst wieder auf. Die Experten der Verkehrsschau empfahlen diese Leitboys. Die Kosten dafür liegen bei 20 bis 30 Euro pro Stück. Sie werden auf den Weg geklebt oder geschraubt. Eine Montage durch den städtischen Bauhof ist möglich. „Wir können der Parkproblematik nur durch sichtbare Hindernisse und Strafen etwas entgegensetzen“, betonte Henning.

Rat Siegfried Berg befürchtete, dass die Mini-Leitboys mit ihrer Höhe von 28 Zentimetern einfach überfahren würden. Henning antwortete, wichtig sei die optische Wirkung um die Fahrer aufmerksam zu machen. Diskutiert wurde, in welchem Bereich die Leitboys aufgestellt werden sollen. Vorgeschlagen wurde, mit ihnen den Gehweg im Bereich der Einfahrt zum Friedhof bis zur Einfahrt Odenwaldring zu markieren. Aufgestellt werden sollten sie, laut Gremiumsmitglieder, etwa alle zehn Meter. Henning erklärte, dass der genaue Aufstellbereich mit den zuständigen Behörden abgesprochen werden muss. Einstimmig sprach sich der Ausschuss für die Aufstellung der Mini-Leitboys aus und beauftragte die Verwaltung sich mit den zuständigen Behörden abzustimmen. Für eine Sanierung des Gehwegs sind übrigens laut Bürgermeister aktuell keine Haushaltsmittel eingestellt.

Die Ergebnisse

Das Stadtoberhaupt stellte im Anschluss weitere Ergebnisse aus der Verkehrsschau vor. So soll voraussichtlich 2021 ein Fußgängerüberweg über die Ortsdurchfahrt auf Höhe der Maingasse eingerichtet werden. Zur Vorbereitung wolle man Kontakt mit den Nachbaranliegern aufnehmen. Zusätzliche Fußgängerüberwege in der Kernstadt seien schon seit Jahren gewünscht. „Durch die neue Landesverordnung zu Fußgängerübergängen sind diese jetzt möglich“, freute sich der Bürgermeister.

Auch in der Wendelin-Rauch-Straße beim Kreisverkehr soll zwischen den Parkplätzen ein Überweg eingerichtet werden. Die Umsetzung dafür liegt bei der Stadt, man führe jedoch Gespräche mit dem dortigen Unternehmen über eine Beteiligung. Da zehn Meter vor und nach Zebrastreifen nicht geparkt werden dürfe, löse man auch das Problem mit dem im Bereich parkenden LKW, so Henning.

Keine Begrenzung

Im Bereich der 20er Zone am Main entlang wird die Beschilderung ergänzt, um die rechtlichen Auflagen zu erfüllen. Eine Absage erteilt habe man der Reduzierung der Geschwindigkeit bei der Blankenmühle zwischen Boxtal und Wessental. Hier sind aktuell hundert Stundenkilometer erlaubt. Die Kurve sei vor allem bei Nässe sehr gefährlich. Schon öfter habe es an dieser Stelle deswegen Unfälle gegeben.

Da es aber kein Unfallschwerpunkt sei, gebe es aktuell keine rechtliche Handhabe für das Errichten einer 70er Zone. „Das bedauere ich, am Ende zählen aber die Fakten“, sagte der Bürgermeister. bdg