Freudenberg

Schauspiel Ebenheider Komödienstadl spielte „Der ledige Bauplatz“ / Heitere Posse / Hemmungslose Lachanfälle im Publikum

Keiner will die spezielle Berta heiraten

Archivartikel

Der Komödienstadl Ebenheid sorgte bei seiner Premiere des Stücks „Der ledige Bauplatz“ für viel Gelächter und Heiterkeit im Ebenheider Gemeindezentrum.

Ebenheid. Der Komödienstadl Ebenheid veranstaltete am Freitag die Premiere seiner jährlichen Theateraufführung. Zu sehen bekamen die rund 130 Zuschauer im Ebenheider Gemeindezentrum dabei sozusagen einen Klassiker. Auf dem Programm stand nämlich das Lustspiel „Der ledige Bauplatz“ von Regina Rösch, welches die Gruppe vor genau 20 Jahren schon einmal aufgeführt hat.

Sogar einige der Akteure von damals standen wieder auf der Bühne. Rund zweieinhalb Stunden dauerte die sehr gelungene Vorführung, die beim Publikum in schöner Regelmäßigkeit zu hemmungslosen Lachanfällen führte. Dass es hinterher langanhaltenden Beifall für die äußerst kurzweilige Darbietung gab, versteht sich da eigentlich von selbst.

Im Mittelpunkt des Stücks steht die ledige Berta Greulich (gespielt von Hilde Berberich). Im Testament ihres Vaters ist festgehalten, dass sie bei einer ihrer Schwestern wohnen darf, bis sie einen Mann findet.

Wenn die Schwestern sie nicht bei sich wohnen lassen, wird eine saftige Abfindung fällig. Zähneknirschend gewähren sie ihr also das Wohnrecht. Seit 20 Jahren lebt sie jetzt bei ihrer Schwester Karola (gespielt von Brigitte Bundschuh-Hock) und deren Mann Karl-Otto (Egon Schmitt). Und geht den beiden ganz schön auf die Nerven.

Hoffnung, sie los zu werden, hat Karl-Otto nicht mehr ernsthaft. „Das Mistvieh strengt sich doch überhaupt nicht mehr an, wer nimmt den so eine Vogelscheuche“, lautet seine wenig schmeichelhafte Meinung.

Der Versuch der beiden, Tante Berta, Karolas Schwester Mathilde (Alexandra Stier) und deren Mann Hugo (Jan Voit) unterzujubeln, schlägt gründlich fehl. Wobei das noch sehr vorsichtig ausgedrückt ist. Denn die „Verhandlungen“ enden zum großen Vergnügen des Publikums in einer handfesten Keilerei zwischen Karl-Otto und Hugo.

Eine andere Lösung muss also her. Karl-Ottos Sohn Kurt (Sebastian Nehr) und dessen Frau Irmi (Mona Seifried) haben die rettende Idee: Tante Berta braucht einfach einen Mann. Aber das ist gar nicht so leicht, denn die gute Tante ist schon ein Fall für sich.

In einer abgewetzten Lederhose, mit dreckigen Gummistiefeln an den Füßen, einer dicken Zigarre im Mund, einer Pulle Bier in der Tasche betritt sie die Bühne. Und meldet gleich mal Ansprüche an. Jung und knackig soll ihr Galan sein, wenn sie sich schon unbedingt einen suchen soll. So richtig mitreden darf sie bei der Partnersuche aber eigentlich nicht. Ihre Einwände werden mit einem kräftigen „Halt dei’ Gosch’“ abgebügelt.

Jede Menge Chaos

Gemeinsam geben die drei Paare eine Heiratsanzeige für Berta auf. Zahlreiche Interessenten melden sich. Was aber weniger an der Tante liegt, sondern wohl eher an deren Grundstück, dass den Heiratswilligen als Mitgift versprochen wird.

Die Kandidatensuche sorgt für jede Menge Chaos. Wie etwa das Verwirrspiel um dem sächselnden Aushilfspfarrer Ludwig König (Simon Schaber), der eigentlich nur ein Zimmer im Haus im Haus von Karl-Otto und Karola anmieten will. Dass ihm Karl-Otto, Hugo und Kurt allerdings stattdessen das Tantchen andrehen wollten, bemerkt er erst kurz vor Schluss.

Gleich wieder die Flucht ergreift ein anderer Interessent namens Helmut Birnstengel (Werner Hilbert)– von Karl-Otto irrtümlicherweise „Apfelbützchen“ genannt. Schließlich versucht der Hausherr, seine Tante dem etwas langsamen Kameraden Franz (Reinhold Ott) aufzuschwatzen. Und er vertut sich dabei grandios.

Denn Franz und Berta hecken einen Plan aus. Sie wollen es Karl-Otto und dem Rest der Familie so richtig heimzahlen für deren haarsträubende Versuche, die Tante an den Mann zu bringen. Und ab denn überschlagen sich die Ereignisse so richtig. Nur so viel sei verraten: Im Plan von Berta und Franz spielen ein Lottogewinn, eine Ölquelle und ein vermeintlicher arabischer Scheich eine wichtige Rolle. Sie sorgen dafür, dass Karl-Otto, Hugo und der Rest der Familie am Ende ziemlich bedröppelt aus der Wäsche schauen. Ganz anders Tante Berta, die erlebt nämlich ein richtiges Happy End.