Freudenberg

Landkreis Main-Spessart Bislang nur 630 Impfdosen erhalten / Impfzentrum öffnet wohl erst Mitte Februar

Jetzt fehlt nur noch der Impfstoff

Lohr.Man befinde sich zwar noch im Katastrophenfall, dennoch sei man gut auf die Corona-Impfkampagne vorbereitet. Das ließ das Landratsamt Main-Spessart beim Pressegespräch im Impfzentrum in der Spessarttorhalle Lohr wissen. Das Impfzentrum und die mobilen Teams seien bereit, alles sei jedoch von der Verfügbarkeit des Impfstoffs abhängig. Am 7. Januar lag die 7-Tage-Inzidenz laut Mitteilung des Landratsamtes im Landkreis bei 87,2 Infizierten pro 100 000 Einwohnern. Es seien 379 Personen infiziert, 2146 stehen unter Quarantäne. Genesen sind 2689 Personen. 164 Personen sind im Landkreis Main-Spessart an oder mit dem Virus gestorben, 25 werden zurzeit in Kliniken behandelt, eine davon auf der Intensivstation.

Impfstart am 27. Dezember

Seit dem Impfstart am 27. Dezember seien in Pflegeeinrichtungen, Kliniken sowie im Impfzentrum durch mobile Impfteams insgesamt 630 Personen – sowohl Bewohner als auch Mitarbeiter – geimpft worden. Damit seien alle verfügbaren Dosen verimpft worden, dennoch würden allein 1870 Impfdosen benötigt, um alle Bewohner und Mitarbeiter der Pflegeheime im Kreis zu impfen.

80-Jährige erhalten Brief

Gestern wurden rund 500 Impfdosen, für den kommenden Dienstag weitere vier- bis fünfhundert Dosen erwartet. Ab nächster Woche soll jeweils dienstags und freitags Impfstoff geliefert werden. Bislang würden im Landkreis noch keine Termine für das Impfzentrum vergeben. Hier könne erst begonnen werden, wenn alle stationären Heimbewohner geimpft werden.

Hierfür kommen entsprechend der Priorisierung 1 Menschen über 80 Jahre sowie Mitarbeiter von Kliniken, ambulanten Pflegediensten und Rettungsdiensten in Frage. Die über 80-Jährigen im Landkreis (rund 9800 Personen) werden ab nächster Woche mit einem Anschreiben darüber informiert. Eine Terminvergabe über die Website www.impfzentrum-msp.de (bevorzugt) oder die Hotline 09353/793 1555 wird voraussichtlich ab dem 18. Januar möglich sein – vorausgesetzt es gibt genug Impfstoff. Da bei der Hotline mit einem hohen Aufkommen zu rechnen sei, müssten Wartezeiten eingeplant werden.

Das Landratsamt bittet die über 80-Jährigen möglichst mit Hilfe von Angehörigen, Nachbarschaftshilfen oder Taxi zum Impfen zu kommen.

Aktuell sei nicht geplant, mobile Impfteams zu Pflegebedürftigen nach Hause zu schicken. Dies sei technisch nicht möglich, da der Impfstoff von Biontec pro Ampulle fünf bis sechs Impfdosen beinhalte, die nach Anbruch der Dose nicht mehr verwendbar seien und sofort verimpft werden müssten. Die Impfbereitschaft sei insgesamt gut. Während sie bei den Bewohnern durchgehend hoch sei, variiere sie bei den Mitarbeitern von Einrichtung zu Einrichtung. Insgesamt wurden für das Impfzentrum 60 Mitarbeiter eingestellt, die in zwei Schulungsveranstaltungen – eine für den medizinischen und eine für den verwaltungstechnischen Bereich – fortgebildet wurden. Weiter ging das Landratsamt auf die Lage in den Heimen des Kreises ein. Aktuell gebe es 313 genesene Bewohner und 187 genesene Mitarbeiter. 61 Bewohner und 33 Mitarbeiter seien aktuell infiziert, insgesamt seien in den Heimen 119 Menschen gestorben.

Lage in Heimen verbessert

Die Lage habe sich stark verbessert, von den anfänglich elf seien nur noch sieben Heime betroffen. Nur ein zwei Heimen habe es keine Fälle unter den Bewohnern gegeben. pm