Freudenberg

Ideenwettbewerb „Gemeinsam schaffen“ des Landes Baden-Württemberg Freudenberger erhalten rund 18 300 Euro für ihr Projekt „Kochen + Essen + Genießen = Leben“ / VdK Ortsverbände federführend

„Der Esstisch bringt die Leute zusammen“

Mit besonderen Kochaktionen waren die Freudenberger beim Fördermittelwettbewerb „Gemeinsam schaffen“ des Landes Baden-Württemberg erfolgreich.

Rauenberg. Neben Bettingen gehört auch Freudenberg zu den Ortschaften, die vom Landesförderprogramm „Gemeinsam: schaffen“ profitieren. Mit dem Projekt „Kochen + Essen + Genießen = Leben“ (kurz Kegl) gehörten sie zu den 41 ausgewählten Projekten.

Durch die verbindenden Elemente, gemeinsam Kochen und Genießen, soll altes Kochwissen aus der Region und der Heimat ausländischer Mitbürger gesichert werden und gleichzeitig eine Gemeinschaft geschaffen werden.

Getragen wird das Projekt vom VdK Ortsverband Rauenberg gemeinsam mit den VdK Ortsverbänden Boxtal und Freudenberg sowie der Stadt Freudenberg. Am Donnerstag wurde das Projekt im kleinen Kreis im „Heimarthof“ in Rauenberg von Elisabeth Huba-Mang, vom Familien-, Senioren- und Integrationsbüro der Stadt Freudenberg (FSI), vorgestellt.

Ansprechpartner VdK

Wie Mang berichtete, habe man im Mai die Ausschreibungsunterlagen für den Wettbewerb bekommen, für den man sich bis Ende Juli bewerben konnte. Antragsberechtigt waren nur Vereine. „Von welchem Projekt profitiert die Gesamtstadt?“, das war die Frage, die man sich vor der bewerbung stellte. Als Ansprechpartner war schnell der VdK gefunden, den der in allen Ortsteilen vertreten ist und dessen Gruppen bereits bei verschiedenen Aktionen zusammenarbeiten.

Erster Ansprechpartner für das Projekt war der VdK Rauenberg und dessen Vorsitzende Margarete Schmidt. Ein weiterer grund für die „Federführung“ des VdK Rauenberg lag darin, weil es in dieser Ortschaft die passenden Räumlichkeiten für Projekte gebe.

Zusammen wurde entschieden, sich im Projektfeld „gemeinsam lernen“ zu bewerben. Es kristallisierte sich dabei das Kochen als Thema heraus. „Der gemeinsame Esstisch bringt die Leute zusammen“, lautete die Erkenntnis. Außerdem wollte man sich dem Erhalt traditioneller, einfacher Gerichte widmen. „Die Leute essen oft sehr viel Fastfood, aber auch alte Gerichte sind schnell gemacht und haben mehr Nährwert.“

Mit dieser Idee konnten die VDK Ortsverbände beim Wettbewerb überzeugen. So habe das Ministerium bereits vor der eigentlichen Preisverleihung mitgeteilt, dass man begeistert sei. Mit „Kegl“ werden mehrere Ziele verfolgt. So will man innerhalb dieses Projekts traditionelle Speisen in den Ortschaften wieder bekannt machen und dafür sorgen, dass die Rezepte in den Familien gekocht und weitergegeben werden. Zudem sollen Werte vermittelt und vieles neu schätzen gelernt werden. Dazu gehört laut Projektidee, dass man sich mit lokalen Lebensmittelproduktionen auseinandersetzt, regionale und saisonale Rezepte kennt und gemeinsam den Genuss von einfachem aber gutem Essen wiederentdeckt. „Wir wollen außerdem Geschmacksangebote anderer Kulturen kennenlernen, kurzum den Küchen-Horizont erweitern zu mehr kulinarischer Abwechslung, Lebensfreude und zwischenmenschlichen Begegnungen“, sagte Elisabeth Huba-Mang. Beim Kochen und gemeinsamen Genießen wolle man Menschen jeden Alters und jeder Nationalität aus den Teilorten von Freudenberg zusammen bringen. „Sie sollen gemeinsam voneinander lernen, wie es beim anderen schmeckt.“

Ein Ziel des Projekts beschreibt Huba-Mang so: Traditionelle Rezepte sind meistens nicht dokumentiert. Oder die Urgroßmütter haben sie in einer Schrift niedergeschrieben, die ihre Urenkel nicht lesen können. Zudem gerate inzwischen in Vergessenheit, dass traditionelle Gerichte schnell zuzubereitet sind und nachweislich mehr Nährwert und Geschmack haben. Gemeinsam mit Mitbürgern aus alles Welt soll dieses Wissen erhalten werden und dabei wolle man zusammen auf eine genießerische Zeit- und Welt-Reise gehen.

Ein weiteres wichtiges Ziel der „Kegl“-Abende sind die stattfindenden Begegnungen. Dazu sollen die gemeinsamen Kochaktionen, die es bereits als Einzelaktionen in Freudenberg gibt, durch ein ständiges Angebot ergänzt werden. „Wir wollen diese guten Erfahrungen mit Einheimischen und Zugezogenen in allen fünf Teilorten teilen.“ Einmal im Monat wird man in der Küche der Raubachhalle traditionelle lokale oder internationale Gerichte gemeinsam kochen und genießen. „Falls die Nachfrage sehr groß wird, bieten wir Alternativtermine in der Freudenberger Schulküche an.“ „Beim Kochen sollen die Leute aus den anderen Ortsteilen die Kochtraditionen ihres Nachbardorfs kennenlernen.“ An jedem der bis zu 25 „Kegl“-Abende sollen bis zu drei Rezepte gekocht werden. „Es wird einen geschmacklichen Spannungsbogen von örtlich traditionell bis international traditionell geben, den es in dieser Intensität und Lebendigkeit bisher nicht gibt. Und zumindest in Freudenberg und seinen Teilorten noch nie versucht wurde“, erklärte Elisabeth Huba-Mang.

Die Rezepte werden für den jeweiligen Abend vervielfältigt und an die Teilnehmer verteilt. Zudem wird man sie in einem lokal-internationalen Freudenberger Kochbuch zusammenfassen. Das erste Buch dieser Art soll im Herbst 2022 erscheinen. Weitere Exemplare sollen folgen. Über die regelmäßigen Treffen hinaus sind Themenabende mit externen Experten geplant, unter anderem über gesunde Ernährung für jedes Lebensalter, lokale Lebensmittelproduktion oder Sammel-Ernten.

Zum Projektabschluss 2022 ist ein gemeinsames Fest in der geografischen Mitte der Stadt Freudenberg, im Stadtwald bei den Windrädern, geplant. Neben dem Verkauf des Kochbuchs werden an den Ständen die traditionellen Gerichte daraus angeboten. „Dann man ran an die Kartoffeln“, schloss Huba-Mang.

Margarete Schmidt, Vorsitzende des VdK Rauenberg, erklärte abschließend: „Wir gehen jetzt in die Werbung für die Aktion und hoffen, dass unser Projekt ein voller Erfolg wird.“ Den weiteren Vertretern der VdK Ortsgruppen war wichtig, auch junge Menschen für das Projekt zu begeistern.