Freudenberg

Vor-Ort-Termin Mitglieder des Technischen Ausschusses informierten sich auf dem Freudenberger Friedhof / Mehrere Varianten besprochen

Bestattungswünschen wird Rechnung getragen

Archivartikel

Der Technische Ausschuss Freudenberg machte mit seinen Beschlüssen den Weg frei für die Neugestaltung des Friedhofs im Bereich rund um den Ehrenrain.

Freudenberg. Die Sitzung des Technisches Ausschuss begann am Montag auf dem Friedhof. Dort wurde die Umgestaltung des Friedhofsteils beim Ehrenrain im Detail besprochen. Anhand einiger Musterelemente konnten sich die Sitzungsteilnehmer einen Eindruck der möglichen Ausgestaltung machen.

Bürgermeister Roger Henning blickte einleitend auf die bisherige Entwicklung der Planungen für die Umgestaltung der Friedhöfe in Freudenberg und Boxtal zurück. „Einen Friedhof umzugestalten, ist ein Projekt für Jahrzehnte“, verwies er unter anderem auf die Liegefristen bestehender Gräber.

Er erinnerte unter anderem an die Digitalisierung der Friedhofspläne, zahlreiche Beratungen und Beschlüsse im Gemeinderat und die Informationsveranstaltung für die Bürger. Bereits 2019 habe man den barrierefreien Zugang zur Aussegnungshalle umgesetzt. Klar sei aber, dass man solch einen großen Friedhof nicht komplett barrierefrei gestalten könne.

Friedhofsplaner und Landschaftsarchitekt Diplom-Ingenieur Thomas Struchholz aus Veitshöchheim stellte die Planungen vor. Er ging auf die veränderten Wünsche der Angehörigen ein. Aus den verschiedenen Gründen hätten viele nicht mehr die Zeit oder Möglichkeit, eine Grabstätte selbst zu pflegen. Wichtig sei für sie dennoch, einen schönen Ort zum Trauern zu haben. Weiterhin wandle sich der Friedhof hin zu einem Kommunikationsort mit besonderer Aufenthaltsqualität. Friedhöfe würden sich zwangsläufig verändern.

Veränderungen gehören dazu

„In 30 Jahren wird man einen Leerstand von 75 Prozent haben“, so Struchholz. Es sei daher wichtig, den leeren Bereichen neue Aufgaben zuzuweisen und die Übergangsbereiche zwischen den Gräbern schön zu gestalten. Kunst auf dem Friedhof sei ein erster Schritt zur Schaffung eines kommunikativen Orts. Der für die aktuelle Neugestaltung ausgewählte Bereich habe schon eine ideale Umgebung. „Die Rhododendren können stehen bleiben.“ Man solle sie so ergänzen, dass ein neues Bild entsteht.

Peter Schneider, von der Freudenberger Gärtnerei Schneider, stellte anhand der Muster die Umsetzungsideen vor. Im Bereich beim Ehrenrain sollen neue Wege entstehen, die durch heimische Steine begrenzt werden. „Die dafür nötigen Steine sind bereits vorhanden.“ In Richtung der Überdachung wird ein Urnenfeld in eckiger Form mit 16 Gräbern entstehen. Ursprünglich war vorgesehen, jedes Grab mit 50 mal 50 Zentimeter großen Sandsteinplatten zu bedecken. Auf den liegenden Platte soll der Name des begrabenen angebracht werden. Weiterhin soll es in Teilbereichen des Grabfelds Bepflanzungen geben. Diese sieht man für die Seite am Rhododendron und zwischen den liegenden Grabplatten vor. Henning erklärte: „Als Vorbild diente das neue Grabfeld in Kirschfurt.“ Die Bepflanzung werde vom Bauhof gepflegt.

Diakon Michael Baumann fragte nach, warum man nicht vier Urnen pro Familienurnengrab ermögliche. Bestatter Manfred Busch erklärte, dies wäre möglich, wenn man laut Friedhofssatzung nur die Verwendung von Standardgrößen bei den Urnen zulasse. Die Idee mit bis zu vier Urnen kam bei den Ausschussmitgliedern an. Caroline Becker fragte, warum man das Grabfeld eckig anlege, während die Wege in organisch runden Formen gestaltet werden. Weiterhin fragte sie nach dem weiteren Verfahren mit dem Ehrenrain. Eindringlich bat sie darum, die Friedhofskapelle mit ihrem besonderen Charakter individuell bei der Überplanung zu berücksichtigen. „Wir wollen keinen Friedhof, der überall stehen könnte.“ Struchholz erklärte, eine runde Anordnung der Urnengräber wäre möglich. Für die runde Form spreche, dass diese bei den Menschen beliebt sei. Es würden aber dadurch weniger Gräber entstehen, zudem müsse man statt einer Betonfassung eine Stahlfassung verwenden. Beides erhöhe die Kosten. Weiter betonte er, die Geschichte der Kapelle sei ihm sehr bewusst, und er habe sie deutlich in den Vorschlägen berücksichtigt. „Jeder Friedhof ist individuell, letztlich auch durch die Entscheidung der Verantwortlichen.“ Henning erklärte, der Ehrenrain sei nicht als solcher erkennbar, und es gebe keinen Weg dorthin. Die neue Wegführung leite nun an den besonderen Ort. Nach dieser Erschließung müsse man diskutieren, wie man weiter verfährt. „Wir machen nichts ohne Absprache mit den Nachfahren der dort Bestatteten“, sagte er zu.