Freudenberg

Gemeinderat Auslastung der Kindergärten vorgestellt / Stadt hat Liquiditätsproblem bei Bauprojekten

Beiträge für Kinderbetreuung steigen

Archivartikel

Freudenberg.Die Auslastung der Kindergärten in Freudenberg und seinen Ortsteilen bleibt auch im aktuellen Kindergartenjahr hoch, dieses Resümee zog Marcus Stolzenberger, Geschäftsführer Kindertagesstätten der Verrechnungsstelle für katholische Kirchengemeinden in Tauberbischofsheim, bei der Gemeinderatssitzung am Montag.

Im katholischen Kindergarten St. Nikolaus Boxtal stehen 22 Plätze zur Verfügung. Ab März 2021 prognostiziert die Bedarfsplanung 21 belegte Plätze, wobei für Kinder unter drei Jahren zwei Plätze gezählt werden. Im Kindergarten St. Wendelinus Rauenberg stehen insgesamt 35 Plätze zur Verfügung. Davon werden im laufenden Kindergartenjahr bis zu 34 belegt sein. In der Kindertagesstätte St. Josef in der Freudenberger Kernstadt gibt es im Bereich Kindergarten 103 Plätze. Davon werden gegen Ende des Kindergartenjahres 100 belegt sein. Im Krippenbereich gibt es in Freudenberg 25 Plätze, wobei bis zu 21 Plätze belegt werden.

Stolzenberger wies weiter darauf hin, dass zum Ende des Kigajahres zahlreiche Kinder in die Grundschule wechseln werden. In Freudenberg werden es 25 Kinder sein, in Rauenberg zehn und in Boxtal vier. Das Angebot der Ganztagesangebote werde gut angenommen. Lob hatte er für die Fachkräfte in den Einrichtungen.

Uneinigkeit über Erhöhung

Gemeinderat und Ortsvorsteher Siegbert Weis fragte, ob zukünftig eine Betreuung unter Dreijähriger in Rauenberg vorgesehen sei. Bürgermeister Roger Henning sagte, wenn es Bedarf für eine Erweiterung gebe, werde man dies diskutieren. Weiter verwies er darauf, dass Kinder unter drei Jahren bei der Berechnung doppelt zählen und der Rauenberger Kindergarten aktuell an seine Grenzen stoße. Man müsse zudem darauf achten, dass alle Kindergärten der Stadt ausgelastet werden. Uneinigkeit herrschte über die Erhöhung der Elternbeiträge. So stimmte das Gremium mit drei Nein-Stimmen und einer Enthaltung zu.

Stolzenberg erklärte, der Kostendeckungsgrad durch die Beiträge soll bei 20 Prozent liegen. Die Verwaltung schlug vor, sich bei der Anpassung an den Empfehlungen der Kirchen und des Gemeinde-und Städtetags zu orientieren. Die Empfehlung sieht eine Steigerung von 1,9 Prozent orientiert an der Tarifentwicklung vor. Für die zwölf Monatsbeiträge aller Freudenberger Kindergärten soll der Betrag entsprechend angepasst werden.

Damit steigt beispielsweise der Beitrag für die Einkindfamilie bei einer Ganztagsbetreuung mit 40 Stunden um vier Euro auf 199 Euro im Monat. Bei den Beiträgen für die Krippe bleibt man günstiger, als die Empfehlungen vorsehen. So sieht die Empfehlung bei Einkindfamilien für 30 Betreuungsstunden 352 Euro pro Monat vor, in Freudenberg werden für den gleichen Zeitraum nur 293 Euro monatlich berechnet.

Rat Klaus Weimer fragte, ob es sich die Stadt leisten könne im Krippenbereich rund 60 Euro unter der Empfehlung zu bleiben. Er verwies auch darauf, dass es Vergünstigungen für Mehrkindfamilien und Unterstützung finanzschwacher Familien gebe. Stolzenberg erklärte, Lohnsteigerungen und Erhöhung der Kigabeiträge sollten sich die Waage halten. Rat Cem Arslan hingegen betonte, man solle als familienfreundliche Stadt die Kindergartengebühren nicht jährlich erhöhen. Henning sagte: „Folgen wir den Empfehlungen nicht, laufen wir Gefahr, bestimmte Förderanträge nicht genehmigt zu bekommen.“

Finanzsituation eng

Einstimmig nahm der Gemeinderat den Finanzzwischenbericht 2020 zur Kenntnis und genehmigte außerplanmäßige Ausgaben im Investitionsplan. Bei diesen Ausgaben handelt es sich um 110 936 Euro für das Baugebiet Maueräcker und 83 956 Euro für die Sanierung der Brücke Wessental. Der Ausgabe für die Brücke stehen außerplanmäßige Fördereinnahmen in Höhe von 118 500 Euro gegenüber. Im Baugebiet Maueräcker ist lediglich die Schlussrechnung angefallen.

Wie Markus Tremmel, Fachbereichsleiter Verwaltung und Finanzen, erklärte, sehe die Zwischenbilanz trotz Coronafolgen „gar nicht so schlecht aus.“ Dies rühre aber auch daher, dass man geplante Maßnahmen verschoben und sich schon ab März auf das Notwendigste beschränkt habe. Zudem erhalte die Stadt 280 000 Euro aus dem Ausgleichstopf des Landes für fehlende Gewerbesteuereinnahmen. Einsparungen gab es unter anderem im Personalbereich dadurch, dass Stellen später besetzt wurden. Bei den Investitionen konzentrierte man sich auf die laufenden Großprojekte.

Henning wies auf ein Problem bei der Liquidität hin. Die Stadt muss bei Bauprojekten in Vorleistung gehen, da Zuschüsse erst nach Abschluss bestimmter Bauabschnitte fließen. Dies sei der Grund für die aktuell hohen Kassenkredite. Henning hoffte, dass man keinen Nachtragshaushalt für 2020 brauchen werde. Auch für die kommenden Jahre sah er eine enge Finanzsituation. bdg