Freudenberg

Gemeinderat tagte Architekten stellten Beispiele für eine mögliche Nutzung des Kulturdenkmals Hauptstraße 105 und des Anwesens Hallengasse 1

Beispiel für die Stadtkultur und Sozialstruktur

Was wird aus dem Kulturdenkmal Hauptstraße 105? In der Gemeinderatssitzung am Montag ging es um die Zukunft eines der ältesten Gebäude in Freudenberg.

Freudenberg. Eine Entscheidung ist noch nicht gefallen. Aber drei renommierte Architekturbüros haben sich zumindest schon einmal Gedanken gemacht über ein Nutzungskonzept für das Anwesen Hauptstraße 105 in Freudenberg. In der Sitzung des Gemeinderats am Montag wurden die Überlegungen vorgestellt. Welche davon wie umgesetzt werden, bleibt späteren Beratungen des Gremiums vorbehalten. Alles hängt ganz entscheidend von Fördermitteln ab, ohne deren Gewährung weitere Maßnahmen nicht möglich sein werden, wie Bürgermeister Roger Henning einleitend deutlich machte.

Als Gasthaus erbaut

Das Anwesen, 1675 als Gasthaus "Zur güldenen Rose" neu erbaut, wird wegen "seines hohen Überlieferungsgrads und als Bestandteil der repräsentativen von Rathaus und Pfarrkirche gebildeten Baugruppe" vom Landesdenkmalamt als Kulturdenkmal eingestuft. Es hat "exemplarischen Wert für die Stadtstruktur und als Gasthaus Zeugniswert für die Sozialstruktur Freudenbergs".

Um das Gebäude zu schützen, wurde in einem ersten Bauabschnitt das Dach saniert, wofür es noch Mittel aus dem alten, inzwischen ausgelaufenen Städtebauförderungsprogramm gab. Wegen einer möglichen künftigen Nutzung habe er drei namhafte Architekturbüros kontaktiert. Mit deren Vertretern sei inzwischen auch eine Begehung erfolgt, so Henning. Einbezogen worden in die Überlegungen wurde auch das direkt neben dem fraglichen Gebäude liegende Haus Hallengasse 1.

"Lebensspender"

Als erstes zu Wort kam dann Harald Neu, Inhaber des gleichnamigen Architekturbüros in Darmstadt, der sich in der Region unter anderem durch die Sanierung des alten Rathauses in Stadtprozelten einen Namen gemacht hat. Er sah das Haus Hallengasse 1 vor allem als "Lebensspender" für das Gebäude Hauptstraße 105. Das soll über das nebenliegende Anwesen erschlossen werden. Im Haus Hallengasse 1 könnte all das untergebracht werden, was in dem eigentlichen Kulturdenkmal nicht möglich wäre.

Stephen Knapp und Jürgen Kubitza sind mit ihrem Büro zurzeit noch im Schloss in Kleinheubach beheimatet, wollen aber bald nach Miltenberg umziehen. Auch für sie, wie für alle drei beteiligten Büros, steht die Frage im Mittelpunkt, wie man alte Bausubstanz "wieder lebendig" bekommen könne.

Als Beispiele aus ihrem Portfolio stellte die beiden Architekten unter anderem das ehemalige Gasthaus "Hirsch" in Großheubach und das alte Krankenhaus in Miltenberg vor. Als "eine von vielen Möglichkeiten" für das in Freudenberg in Rede stehende Areal sahen sie etwa die Nutzung als Biker- beziehungsweise Wandererhotel mit Café.

Einzeln betrachtet

Im Gegensatz zu den Vorrednern wollte Thomas Ludwig als Vertreter des Architekturbüros Bannwarth und Ludwig aus Wertheim die beiden Gebäude 1 isoliert voneinander betrachten. Für das Kulturdenkmal brachte er eine Ladenfläche im Erd- und Büros im Obergeschoss ins Gespräch. Für das nebenliegende Haus konnte er sich eine Art "Minikaufhaus" vorstellen.

Schon während der Präsentationen war unter anderem die Frage nach den zu erwartenden Kosten gestellt worden. "Die erste Zahl ist immer die gefährlichste", zögerte Harald Neu hier mit der Beantwortung. "In dem Stadium sind wir noch lange nicht", meinte auch Bürgermeister Roger Henning.

"Billig wird das alles nicht", machte er deutlich und betonte, dass eine Realisierung welcher Pläne auch immer nur bei einer größtmöglichen Förderung möglich sei. ek