Freudenberg

Gemeinderat Verkehr belastet viele Freudenberger Bürger / Bürgermeister Henning: Reduzierung nur mit neuer Südbrücke möglich

Beim Lärm besteht dringender Handlungsbedarf

Archivartikel

Freudenberg.Der Gemeinderat beschäftigte sich am Montag mit den Sanierungsmaßnahmen für Brandschutz in der Lindtalschule sowie der Lärmaktionsplanung. Einstimmig votierte der Gemeinderat für die Errichtung einer Fluchttreppe für die Grundschule der Kernstadt. Sie ist Teil des Sanierungs- und Brandschutzkonzepts, dass im Juli 2019 gemeinsam mit Schulleitung, Freudenbergs Hauptkommandant sowie Wertheims Stadtbrandmeister abgestimmt wurde. Über die Außentreppe aus Stahl wird dabei der notwendige zweite Rettungsweg sichergestellt.

Die vierläufige Treppe mit vier Podesten erhält einen Gitterostbelag mit Gleitschutzkerbung. Die Treppenlaufbreite beträgt 1,20 Meter und die Geländerhöhe 1,10 Meter. Einstimmig vergeben wurden zudem verschiedene Arbeiten im Zusammenhang mit dieser Sanierung. Matthias Gallas, Fachbereichsleiter Bereich II Bauwesen, berichtete, die geschätzten Gesamtkosten der Maßnahmen belaufen sich auf 284 000 Euro. Davon fließen 91 000 Euro als Fördermittel der Schulbausanierung. Mit den nun vergebenen Arbeiten seien bisher 141 000 Euro der Maßnahmen vergeben.

Die Kostenschätzung des Büros Johann und Eck für die vier vergebenen Gewerke liegt bei 89 616 Euro, die tatsächlichen Angebote liegen mit 86 058 Euro darunter. Vergeben wurden die Erd-, Mauer- und Betonarbeiten an die Firma Hubert Winter aus Bürgstadt.

Den Zuschlag für die Schreinerarbeiten bekam die Firma Dobslaff Holzbau Wertheim. Den Trockenbau wird die Firma Wachtel Maler Bürgstadt ausführen. Den Einbau von Alufenster und Türen zum Abschluss des inneren Treppenhaus und der Fluchtwege wird die Firma Alu Technik Aschaffenburg erledigen.

Vorgestellt wurde in der Sitzung der Stand der Fortschreibung der Entwurfsfassung der Lärmaktionsplanung gemäß Bundesimmissionsschutzgesetz. Datengrundlage sind Lärmkarten der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW). Bereits 2013 hatte der Gemeinderat die Aufstellung einer Lärmaktionsplanung beschlossen.

Mit Beschluss vom 6. Mai 2019 beauftragte man die Firma Accon den Lärmaktionsplan fortzuschreiben. „Insgesamt 200 Personen befinden sich in Bereichen mit Lärmbelastungen von über 65dB(A) und ebenfalls 200 Personen in Bereichen mit über 55 dB(A) bei Nacht“, zitierte Gallas aus dem Bericht. 92 beziehungsweise 93 Personen davon befänden sich in Lärmbereichen für die laut LUBW ein vordringlicher Handlungsbedarf besteht.

Bürgermeister Roger Henning verwies darauf, dass die Kosten für den Lärmaktionsplan die Stadt trägt. Beim Lärmschutz wurde bisher laut Gallas umgesetzt: Tempo 30 im Kernbereich der Altstadt, neue Fahrbahndecke in Teilbereichen der Altstadt, Erneuerung von Straßeneinläufen und Kanaldeckeln. Außerdem ermöglichte die Teilnahme am Programm Lärmsanierung Fenster Privateigentümern Zuschüsse beim Einbau von Lärmschutzfenstern.

Henning betonte: „Um eine deutliche Reduzierung zu erreichen, muss der Verkehr aus der Altstadt“. Wichtiger Pfeiler dabei ist der Bau der Südbrücke. Zudem will man bei der Fahrbahnsanierung lärmarmen Fahrbahnbelag verwenden, beides muss das Land übernehmen.

Hartmut Beil (SPD) regte an, dass Freudenberg Mautgebühren für den Schwerlastdurchgangsverkehr beim Land beantragen soll. Dies würde den Verkehr mindern. Henning verwies hinsichtlich der Lkw-Belastung auch auf die beschädigten Gehwege und die Gefahren für die Fußgänger. Die Idee mit dem Mautantrag greife man auf. Der Gemeinderat stimmte einstimmig dem Entwurf des Aktionsplan und dessen öffentliche Auslegung zu.

Diese wird vom 20. Februar bis 20. März erfolgen und Bürgern und Trägern öffentlicher Belangen die Möglichkeit zur Stellungnahme einräumen. Bis zum 3. April soll der Plan fertiggestellt werden. Sein Beschluss im Gemeinderat soll am 20. April erfolgen. Am 30. April wird man ihn veröffentlichen und an das LUBW melden.

Henning betonte: „Es ist wichtig, dass wir das jetzt vorantreiben auch um Druck auf das Land als Straßenbesitzer auszuüben.“