Freudenberg

Freizeit Badesee in Freudenberg seit dem Wochenende wieder geöffnet / Nachbesserung beim Kartenkauf gewünscht

Badegäste verhalten sich vorbildlich

Archivartikel

Mit zufriedenen Gästen und Verantwortlichen startete der Freudenberger Badesee unter Coronaauflagen in seinen Betrieb.

Freudenberg. „Wir sind total glücklich, dass der See geöffnet hat“, stellte eine Gruppe von acht Freudenberger Frauen und Männer am Sonntagnachmittag fest. Sie kämen regelmäßig gemeinsam zum Schwimmen an den See, berichteten sie. Wegen der Schließung aller Bäder hätten sie nun drei Monate nicht schwimmen können. „Solange ohne Schwimmbadbesuch, das gab es in unserem Leben noch nicht.“ Auch eine Gruppe aus mehreren Freudenberger Familien betonte: „Es ist schön, wieder hier zu sein.“ Man habe vor zwei Monaten noch nicht geglaubt, hier am See sitzen zu können.

Lob hatten die Badegäste für den gelungen Umbau und die neuen Angebote auf dem Seegelände. „Für die Kinder ist alles top und auch für uns ist es schön.“ Es sei eigentlich fast wie früher, man sitze nun nur mit etwas mehr Abstand. Ungewohnt sei noch der Anblick des Sicherheitsdienstes.

Zur Eröffnung am Samstag waren rund 220 Badefreunde gekommen, am Sonntag waren es dann schon 300. Bis auf wenige Ausnahmen hatten alle ihre Eintrittskarten vorab besorgt, zumeist online. Neben Freudenbergern waren auch viele auswärtige Gäste gekommen. Das erste Wochenende lief entspannt ab, auch dank der intensiven Vorbereitungen, die pünktlich am Freitagnachmittag vor der Öffnung abgeschlossen waren.

Über die Öffnung des Sees freute sich auch Peter Haamann, Vorsitzender der DLRG Freudenberg. Lob hatte er für die Badegäste. „Die Leute sind sehr eigenverantwortlich.“ Die Situation sei für alle Neuland und man müsse lernen, wie es unter den gegeben Bedingungen läuft. „Das Verhalten der Gäste ist vorbildlich.“ Dies bestätigte auch ein Blick ins Wasser und auf die Wiese. Die Abstände zwischen den Gästen wurden eingehalten. Haamann: „Für uns als DLRG ist es wichtig, dass die Leute bewachte Badegewässer haben, statt unbewachte Gewässer zu nutzen, bei den es ein wesentlich höheres Risiko gibt.“

Schade fand er, dass die geplante Großveranstaltung „Sport und Spaß“ am Badesee ausfallen muss. „Das bedeutet für die DLRG fehlende Einnahmen bei bleibenden Ausgaben.“ Lob hatte er für die Stadtverwaltung und den Gemeinderat. „Ich finde klasse, dass sie hinter dem Bad stehen.“ Weiter freute er sich über die Einbindung des DLRG und das gute Miteinander aller Beteiligten bei Vorbereitung und Öffnung des Sees. Die Mitglieder des DLRG sorgen an jedem Wochenende mit pro Tag acht bis zehn Helfern für die Sicherheit der Gäste.

Während die Badegäste mit dem Badevergnügen an sich sehr zufrieden waren, gab es hinsichtlich des Ticketangebots und des Ticketverkaufs Verbesserungswünsche. Kritik gab es unter anderem dafür, dass man das Seegelände nicht kurz verlassen kann, um beispielsweise etwas aus dem Auto zu holen, ohne dass die Eintrittskarte ihre Gültigkeit verliert. Weiterhin wurden zusätzliche Zahlungsmethoden für den Onlineticketshop gewünscht. Beim Start konnte die Bezahlung nur über ein Paypalkonto erfolgen. Vor allem ältere Badegäste empfanden diesen Kartenverkauf als „zu kompliziert“. So wurde ein Verkauf mit Datenerfassung auch an der Seekasse angeregt, denn die Verkaufsstellen des Rathauses hätten am Sonntag geschlossen.

Geäußert wurde auch der Wunsch, eine Familienkarte zu ermöglichen. Denn bei häufigen Besuchen seien die Einzelkarten auf Dauer eine finanzielle Belastung. Auch ein zusätzlicher Abendtarif und eine Saisonkarte wären wünschenswert, so die Badegäste. Für die Umsetzung gab es schon eine Idee. „Zusätzlich zur Saisonkarte könnten die Besucher ja ein kostenloses Ticket buchen. Beide Tickets sollten dann zusammen zum Eintritt berechtigen. So bleibt die Besucherzahl unter Kontrolle.“ Auch Bürgermeister Roger Henning zog am Montagvormittag ein positives Resümee. Das Hygienekonzept habe sich bewährt. „Die Gäste zeigten eine große Eigenverantwortung, dafür bin ich ihnen dankbar, da dies die grundsätzliche Bedingung für die Öffnung ist.“ Henning hoffe nun auf steigende Besucherzahlen. Einige Probleme gebe es zur Zeit noch mit dem Ticketsystem und den Zahlungsanbieter. Wegen bürokratischer Hürden habe man bisher nur Paypal zur Onlinezahlung anbieten können. Er hoffe, das zeitnah zusätzlich Kreditkarte und Sofortüberweisung möglich sein werden. Zudem hatte es am Wochenende mehrfach Serverprobleme beim Ticketanbieter gegeben, so dass ein Auswerten der Karten nicht möglich war. Bereits diese Herausforderung habe gezeigt, der Einsatz des Sicherheitsdienstes bewähre sich. Nur so war es möglich die notwendigen Daten unter Einhaltung der Hygieneregeln ohne lange Wartezeiten für die Gästen ausnahmsweise vor Ort zu erfassen. Ein dauerhafter Ticketverkauf vor Ort sei nicht möglich. „Wir machen große Klimmzüge, um die Öffnung überhaupt möglich zu machen.“ Die Einschränkungen gebe es wegen der Pandemie und den damit verbundenen Auflagen. „Wir bitten hier um Verständnis, dass die Gäste ihren Besuch planen und die Eintrittskarten bestellen müssen, auch wir müssen planen.“

Bewährt sich der Ablauf am See, will man für August eine Erhöhung der Gästezahl von bisher 800 auf maximal 1500 Besucher pro Tag prüfen, so Henning. Hinsichtlich des kurzzeitigen Verlassens des Seegeländes erklärte er, dass eine mehrfache Verwendung des QR-Codes nicht möglich sei.

Was die Ticketangebote betrifft, bleibe man beim Modell, dass der Gemeinderat genehmigt hat. Andere Tickettypen seien technisch nicht möglich. Der Badeseebesuch sei für viele Stunden Spaß immer noch günstig. „Vergleichen sie den Eintrittspreis beispielsweise mal mit den Kosten einer Familie für einen zweistündigen Kinobesuch“, meinte Henning abschließend.