Freudenberg

Finanzzwischenbericht vorgestellt Langfristig soll die Einnahmesituation verbessert werden / Gewerbesteuereinnahmen fallen niedrig aus

Auswege aus dem „Tal der Tränen“ gesucht

Archivartikel

Freudenberg.Im „Tal der Tränen“ sieht Bürgermeister Roger Henning derzeit die Stadt Freudenberg. Das sagte er in der Sitzung des Gemeinderates am Montag, nachdem Fachbereichsleiter Markus Tremmel den Finanzzwischenbericht vorgestellt hatte. „Aber aus dem ‚Tal der Tränen’ kommt man auch immer wieder heraus“, gab sich Henning optimistisch.

Laut Tremmel wird die Jahresrechnung 2018 gerade aufgestellt und sie wird schlechter ausfallen, als in der Haushaltsplanung prognostiziert. Dies wurde dem Gremium aber schon im Mai mitgeteilt, ist also keine Überraschung. Im laufenden Jahr immerhin bewegt man sich noch innerhalb der Planung. So geht man etwa davon aus, dass der Gewerbesteueransatz gehalten werden kann. Der liegt allerdings auch „nur“ bei 720 000 Euro und mit Mehreinnahmen ist eher nicht zu rechnen. Bereits eingelöst wurde die Kreditermächtigung in Höhe von 1,44 Millionen Euro und zwar „im Vorgriff auf die geplanten Großinvestitionen (.. .) und der geringen Kosten am derzeitigen Finanzmarkt“, heißt es im Bericht.

Im Bereich des Vermögenshaushaltes wird der Mittelabfluss hauptsächlich erst im zweiten Halbjahr erfolgen. Die Förderanträge für den geplanten Neubau des Freudenberger Feuerwehrhauses wurden bewilligt, insgesamt kann man mit 1,273 Millionen Euro an Zuwendungen rechnen.

Verschuldung im Rahmen halten

Da diese, wie alle anderen größeren Investitionen im Haushalt mit einem Sperrvermerk bis zum Eintreffen der Förderzusage verknüpft ist, kann nach Abschluss der Planungen mit den vorbereitenden Baumaßnahmen und den Ausschreibungen begonnen werden. Nachdem die entsprechende Saison beendet ist – und es Zuwendungszusagen gibt– wird in naher Zukunft mit der Strandgestaltung im neuen Kinderbereich des Badesees und mit dem Umbau der Toilettenanlagen im Maingarten begonnen werden (wir berichteten jeweils).

Als langfristiges Ziel der Finanzwirtschaft wird im Zwischenbericht genannt, neue Einnahmequellen zu generieren. Die Entwicklung des ehemaligen Rauch-Werks I zur Schaffung neuen Wohnraums sowie Angeboten für Kleingewerbe im Rahmen der Städtebauförderung sei ein Baustein, dem demografischen Wandel und dem prognostizierten Einwohnerschwund entgegenzuwirken. „Diese Maßnahmen sind jedoch nur mit zukunftsweisenden Investitionen auch in einnahmeschwachen Jahren durchführbar.“

Der Rechtsaufsicht des Landratsamtes habe man, gemäß deren Auftrag, Vorschläge zur Haushaltsicherung vorgelegt. Man wolle Einnahmen und Ausgaben stets im Blick haben und die Verschuldung im Rahmen halten, „ohne jedoch darauf zu verzichten, die Stadt für die Bürgerinnen und Bürger lebenswert zu erhalten und für die Zukunft zu entwickeln“. ek