Freudenberg

Hauptversammlung der Freudenberger Wehr Mehr Einsätze auch in den Ortschaften / Mitgliederzahl stieg leicht an / Ehrungen langjähriger Wehrmitglieder

„Auf die Freiwillige Feuerwehr ist immer Verlass“

Archivartikel

Freudenberg.Bei der Mitgliederzahl der Gesamtfeuerwehr konnte Hauptkommandant Klaus Weimer eine positive Entwicklung vermelden. So stieg die Zahl der Aktiven auf insgesamt 118 an. Lediglich in Freudenberg gab es im Vergleich zum Vorjahr einen leichten Rückgang um zwei Einsatzkräfte. Dafür stieg die Zahl in Boxtal und Wessental um drei an. In Ebenheid und Rauenberg blieb sie stabil. Der Jugendfeuerwehr aller Abteilungen gehören aktuell 36 Mitglieder an, der Altersmannschaft 44.

Im Zeitraum von November 2018 bis November 2019 wurden 81 Einsätze absolviert – insgesamt 54 medizinische Notfälle, davon sieben in Boxtal, zwei in Rauenberg und einer in Kirschfurt. Hinzu kamen für die Wehr acht Brandeinsätze, davon vier Alarme von Brandmeldeanlagen, zwölf technische Hilfeleistungen und sieben Sicherheitswachdienste. Zusätzlich wurden in allen Ortsteilen auch Verkehrsabsicherungen bei Veranstaltungen geleistet.

Auf einige Einsätze ging Weimer besonders ein. So entpuppte sich der vermeintliche Brand einer Lagerhalle am 29. Dezember 2018 als Feuer für das „Lakefleisch“ auf dem Gelände des Sportvereins. Dieses war bei der Leitstelle angemeldet, der Anrufer hatte jedoch eine andere Straße als Brandort genannt. Weiterhin berichtete er über den Pkw-Brand in Folge einer Brandstiftung im April 2019 in Boxtal. Seiner Meinung erkenne man daran deutlich, dass mittlerweile auch die Wehrabteilungen in den Ortsteilen häufiger zu Einsätzen gerufen werden als früher. Dies liege vor allem daran, dass nun alle Abteilungen über ein Fahrzeug verfügen und taktisch in die Alarmpläne eingearbeitet sind. „Auch wenn wir dieses Jahr keine großen Einsätze hatten, so haben wir dennoch bewiesen, dass auf die Freiwillige Feuerwehr Freudenberg immer Verlass ist und die Zusammenarbeit unter den Abteilungen mittlerweile reibungslos funktioniert.“ Viel Zeit hatten Kameraden auch in Aus- und Weiterbildung investiert.

Die Stadt Freudenberg werde im Jahr 2020 weniger Geld haben, für die Feuerwehr stünden jedoch große Projekte an, blickte er in die Zukunft. „Wir werden trotzdem gemeinsam versuchen, die Feuerwehr wieder ein Stück weiter zu verbessern.“ Lob hatte er für den Ablauf der großen Alarmübung aller Abteilungen Anfang November 2019.

Thema war auch die neue Alarmierungssoftware der Leitstelle. Hierfür mussten die Alarmpläne umfangreich überarbeitet werden. Dies sei sehr zeitintensiv gewesen. Insgesamt wandte die Feuerwehr Freudenberg allein dafür rund 200 Stunden auf.

In diesem Zusammenhang dankte Weimer allen, die sich in irgendeiner Form über den normalen Dienst hinaus für die Wehr engagieren. Ein wichtiger Punkt in seiner Rede war die Situation um die Gerätehäuser. Es sei bekannt, dass er mit der Zeitplanung für den Neubau in der Kernstadt nicht glücklich sei. Der Neubau dort soll erst nach dem Bauhof erfolgen. „Ich hoffe, dass wir 2022 in die neuen Räume umziehen können.“ Hinsichtlich der Gerätehäuser auf den Ortschaften berichtete er über die Ertüchtigung des Gerätehauses in Ebenheid, sowie den Sachstand hinsichtlich der weiteren Gerätehäuser in den anderen Ortsteilen.

In seinem Ausblick ging Hauptkommandant Klaus Weimer auf die Aktivitäten für 2020 ein. Außerdem betonte er, dass er 2021 nicht mehr für das Amt des Hauptkommandanten kandidieren werde. Für die Zukunft wünschte er sich eine Attraktivitätssteigerung von Funktionsaufgaben in der Wehr auch finanzieller Natur.

Rückblick über die vergangenen Aktivitäten hielt Schriftführer Jürgen Ullrich. Der Hauptausschuss habe sich in seinen Sitzungen vor allem mit der Feuerwehrbedarfsplanung und den Gerätehäusern befasst. Für die Feuerwehrmitglieder hatte es auch gesellige Stunden gegeben. Zudem habe man den den Sicherheitswachdienst während der Burgfestspiele übernommen.

Kassier Werner Beck berichte von einer positiven Kassenbilanz. Die Kassenprüfer Thorsten Ullrich und Egon Hildenbrand bescheinigten ihm eine einwandfreie Kassenführung.

Stadtjugendwart Stefan Bartel blickte auf ein erfolgreiches Jahr für die Jugendfeuerwehr zurück. Es habe viele Übungen, Wettkämpfe und Freizeitaktivitäten geben. Er nannte beispielsweise die Christbaumaktion, die 24 Stundenübung in Wessental, den dritten Platz beim Leistungsmarsch in Bettingen und die Übernachtung nahe der Wölfe im Tierpark Bad Mergentheim. Zudem führte die Wehr Brandschutzerziehung in der Grundschule Freudenberg und dem Kindergarten Rauenberg durch.

Ihn ärgern besonders die Einsätze der Wehr, die wegen Brandstiftung ausgelöst werden, denn deren Verursacher setze die Helfer Gefahren aus, sagte Bürgermeister Roger Henning. Er dankte den Einsatzkräften für deren Engagement im Namen aller Bürger. Hinsichtlich des Neubaus des Gerätehauses Freudenberg berichtete er, dass 2020 die Detailplanung voranschreiten und schon erste Vergaben stattfinden werden. „Ich möchte auch die Entschädigungssatzung der Wehr angehen“, so Henning weiter. Die Ausgaben für die Wehr seien seit 2014 stetig gestiegen, und haben im Jahr 2018 ein Volumen von 196 000 Euro erreicht. „Nur gemeinsam sind wir stark, Bürgermeister und Gemeinderat stehen hinter ihnen“, versicherte Roger Henning den Anwesenden.

Jochen Herrschlein, stellvertretender Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbands, sprach ebenfalls Dank und Lob aus. Er könne sich vorstellen, dass es nach Fertigstellung des neuen Gerätehauses auch eine Kindergruppe in der Jugendfeuerwehr geben kann. Das Engagement der Jugendarbeit der Wehr hob er, wie andere Redner auch, besonders hervor.

Der stellvertretende Kreisbrandmeister Ludwig Lermann dankte der Stadt Freudenberg und dem Gemeinderat. „So viel Bewegung wie jetzt hatten wir in Sachen Feuerwehr die letzten 20 Jahre nicht“, meinte er. Dank gab es auch für die Einsatzkräfte, sowie für die Zusammenarbeit mit der Feuerwehr Wertheim.

Anschließend nahm der stellvertretende Kreisbrandmeister Ludwig Lermann die Ehrungen vor. bgd