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Für, mit und durch Mozart

Archivartikel

Jedes Jahr im Frühsommer bildet die Barockstadt Würzburg den Rahmen für das renommierte Mozartfest – und das bereits seit 1921. Aus der Mozartwoche der Zwanziger Jahre hervorgegangen, vertritt das Mozartfest heute den Anspruch, das Werk Wolfgang Amadeus Mozarts zu pflegen, zu vermitteln und ein Podium für eine zeitgemäße Auseinandersetzung mit seiner Musik zu schaffen.

Das Festivalprogramm lädt jährlich mit über 60 Konzerten und Veranstaltungen dazu ein, klassische Musik in hochkarätigen Besetzungen von Kammermusik, Sinfonik, Vokalmusik und Weltmusik zu erleben. Jährlich rund 25 000 Besucher schätzen die Vielfalt des Angebotes: erstklassige Orchester- und Kammerkonzerte im prächtigen Kaisersaal der Würzburger Residenz und stimmungsvolle Open-Air-Konzerte im illuminierten Hofgarten – die beliebten „Nachtmusiken“ – gehören seit dem Gründungsjahr zum festen Repertoire.

Außerhalb der barocken Pracht lockt das Mozartfest mit exklusiven Veranstaltungen, die Mozarts Musik und die Vorzüge Mainfrankens aufs Schönste verbinden: Weltmusik und Kabarett in Weinkellern und Weingütern der Region, Sinfoniekonzerte im beeindruckenden Würzburger Dom, unterhaltsame Klassik in postindustriellem Ambiente oder musikalisch-kulinarische Galaabende umrahmt von malerischen Weinbergen und fränkischer (Lebens)Kunst.

Das Mozartfest steht ebenso für Bewahrung und Kontinuität wie für künstlerischen und intellektuellen Aufbruch. Große Musik der Vergangenheit mit dem Heute zu konfrontieren, sie neu zu befragen, in ihrer Aktualität neu begreifbar und fühlbar zu machen, das ist das Mozartfest im 21. Jahrhundert. Nicht Klassik als museale Rückschau, sondern Belebung durch das Hier und Heute. Das jährliche Festivalthema legt einen Fokus auf zentrale Aspekte der Klassik in Auseinandersetzung mit Mozart. Eine herausragende Künstlerpersönlichkeit, der „Artiste étoile“, prägt das jeweilige Jahresprogramm mit seinen Konzerten. Exklusive und innovative Programme, Auftragskompositionen, renommierte Komponisten und Weltklasse-Interpreten: daraus entsteht ein facettenreiches Mozartfest, das einlädt zu neuen Hör- und Erlebnisperspektiven.

Vom 24. Mai bis 23. Juni geht es in 75 Konzerten und Veranstaltungen um die kontrovers diskutierte Frage, ob Klassik und Romantik als Einheit verstanden werden können – oder nicht. Es geht weniger um Epochenbegriffe, als um innere Dimensionen von Komponisten und Werken. Warum wirkte Mozart so stark ins 19. Jahrhundert hinein? Hochkarätig besetzte Konzerte an insgesamt 26 Spielstätten, darunter an sechs neuen Orten, bieten Gelegenheit, Mozart im Kontext der Romantik zu ergründen.

Artiste étoile ist ein international gefragter Liedsänger und weltweit gefeierter Mozart-Interpret der jüngeren Generation: der Tenor Julian Prégardien. In fünf von ihm dramaturgisch anspruchsvoll und exklusiv geplanten Konzertprojekten an sieben Konzertabenden spürt er dem Weg von der Klassik zur Romantik nach.

Das diesjährige Komponistenporträt ist der mehrfach ausgezeichneten Wahl-Berlinerin Unsuk Chin gewidmet. Mozart ist eines ihrer inspirierendsten Vorbilder. Für das Kaisersaal-Konzert mit der Karajan-Akademie der Berliner Philharmoniker hat sie eigens für das Mozartfest eine neue Fassung einer Suite aus ihrer Oper „Alice in Wonderland“ geschrieben. Auch im MozartLabor (8. bis 11. Juni), das in sein sechstes Jahr startet, steht das Festivalthema unter Mitwirkung des Artiste étoile und der Porträtkomponistin im Mittelpunkt. Das Freiburger Barockorchester und Julian Prégardien eröffnen die Festivalsaison am 24./25. Mai im Kaisersaal der Würzburger Residenz. Das Konzert am Samstag, 25. Juni, wird live im Hörfunk und als Videostream von BR Klassik übertragen.