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Eine magische Japan-Reise

Nach dem grandiosen Publikums- und Kritiker-Erfolg ihrer Deutschland-Gastspiele 2019 umfasst die „Into The Light“-Tour 2020 von Kokubu – The Drums of Japan noch mehr Termine. Wenn die japanische Truppe am 3. April im Kurhaus Bad Mergentheim gastiert, wird sie ein musikalisches Trommelfeuerwerk garantieren.

Neben der authentischen und hypnotisch-faszinierenden Energie dieser spektakulären Show verfolgt Kokubu noch einen weiteren Ansatz: Die tiefgreifende Spiritualität Japans wird mit jedem Ton erlebbar gemacht. 2020 kommen drei große O-Daiko-Trommeln zum Einsatz und geben der Gruppe einen noch imposanteren Auftritt. Ein neues Bühnenbild und eine spektakuläre Lichtkonzeption runden das außergewöhnliche Trommelevent ab. Außerdem wird Masamitsu Takasaki als Weltmeister des dreisaitigen Zupfinstruments Tsugaru-shamisen das Event klanglich bereichern.

Kokubu ist ein unbeschreiblich fesselndes Erlebnis für Ohren, Augen, Herz und Seele. Die in schwarze Kimonos und weiße Stirnbänder gekleidete Ausnahmetruppe spannt den musikalischen Bogen zwischen den Boden zum Erbeben bringendem Akustik-Orkan der Trommeln, dezenter Rhythmik und dem zart-sanften Klang der Bambuslängsflöte (Shakuhachi). In wechselnden Gruppierungen und mittels dreier unterschiedlich großer Röhrentrommeln (Taikos) bringt das 1998 gegründete Ensemble aus Osaka um Shakuhachi-Meister Chiaki Toyama in atemberaubender Synchronität oder auch kontrastierend einen atemberaubenden Rhythmus auf die Bühne. Bisweilen kommen sogar mehrere imposante Röhrentrommeln zum Einsatz, deren Bespannung ein Athlet mit zwei massiven, unterarmdicken Stöcken bearbeitet. Den Widerpart bilden zarte Flötentöne. Ihr fernöstlicher Klang verzaubert auf Anhieb. So entsteht eine für Europäer magisch anmutende Musik. Dem Verständnis dieser tief in alter Tradition verwurzelten Kunstfertigkeit dient, dass jedem Stück eine kurze Einführung vorangestellt ist. Sie erklärt (in Deutsch) die Bedeutung der jeweiligen Lieder. Diese handeln beispielsweise vom Eins-sein von Körper und Geist, der Lebensfreude, der Natur, der Kraft der Jahreszeiten oder dem Glaubenssatz „Gehe vorwärts ohne zurückzuschauen“.

„Ganz sanft beginnt der Abend. Leicht wie der Schlag einer Libelle hallen die Töne der traditionellen Holzflöte durch den Saal“, notierte Journalist Steffen Koller über die „einzigartigen Kokubu“, die er als „einfach faszinierend“ beschrieb. „Es ist der Start einer Show, die nicht nur im Trommelfell der Besucher nachhaltig Eindruck hinterlässt. Es ist vor allem eine Darbietung, die durch ihre Authentizität besticht. Eine Show, die nachdenklich und gleichzeitig einfach Spaß macht. Eine Show, die den Alltag vergessen lässt“.

Chijaki Toyama, Direktor und musikalischer Leiter, im Gespräch:

Was ist das besondere an Kokubu? Chijaki Toyama: Unsere Spieler sind jung. Das Alter liegt zwischen 15 und 25 Jahren. Durch ständiges Proben, trainieren wir nicht nur die technische und körperliche Fähigkeit, sondern weiten auch die geistige-spirituelle Sensibilität aus. Auf dieser Basis werden die Stücke komponiert und arrangiert. Durch das Taikospielen lernen wir vieles und möchten diese Erfahrungen in die ganze Welt transportieren. Das ist unsere Philosophie.

Was fasziniert Sie an der japanischen Trommelkunst und an der Arbeit mit den Musikern? Toyama: Wa-Daiko, japanische Trommeln zu spielen, ist nicht nur die Technik mit Kraft und Kondition zu beherrschen, sondern auch der Geist muss ausgebildet werden. Auf diese Art kann die Japanische Kunst und Tradition fortgeführt werden. Ohne guten Anstand erklingen keine schönen Töne. Auf diese Dinge achte ich sehr und bin hierbei auch streng in der Sache.

Was ist die Bedeutung von Kokubu, was sind die historischen und spirituellen Hintergründe? Toyama: „Ko“ bedeutet Trommeln, „Ku“ bedeutet Schreien und die chinesische Tonleiter, „Bu“ heißt Tanz, damit auch mit dem Publikum zusammen soviel Spaß entsteht, dass alle mit Freude Tanzen werden. Es gibt traditionelle Stücke und eigene Kompositionen. Das Wichtigste ist die Seele und die seelische Vorbereitung der Spieler. Durch gutes Benehmen, eine gesittete Sprache und Respekt, entwickeln wir unseren Geist und Seele weiter und höher. Das ist meine Überzeugung und so lehre ich auch.

Toyama: Es gibt verschiedene Taiko-Trommeln. Die große O-Daiko, Chuu-Daiko, Miya-Daiko, Shime-Daiko, bei der das Fell sehr stark bespannt ist und einen sehr hohen Ton erzeugt. Es gibt unzählige Spielmöglichkeiten. Tiefe Töne als auch hohe Töne – alle Klänge haben eine Seele. Damit erreichen wir die Herzen unserer Hörer. Tiefe Basstöne der großen Taiko, hohe Töne der kleinen Taiko – welche beim Hörer ein Hochgefühl auslöst – jeder Klang wirkt anders.

Inhaber der FN-Card PREMIUM erhalten auf die Vorstellung von „Kokubu – The Dreams of Japan“ am 3. April 2020 im Kurhaus Bad Mergentheim zehn Prozent Rabatt auf maximal zwei Tickets. Ebenso erhalten Kurgäste in Bad Mergentheim zwei Euro Nachlass. Tickets sind in den Kundenforen der Fränkischen Nachrichten erhältlich. Taiko Trommelkunst ist kraftvoll und ganz weich, tiefgreifend und fließend, von komplexer Synchronität und dann wieder sehr einfach. Macht das einen Teil von Kokubu aus?red