Creglingen

Verblüffende Gelassenheit

Arno Boas zum Haushalt der Stadt Creglingen für das Jahr 2020

Uwe Hehn hat die Ruhe weg. Während andere Bürgermeister ihre kommunalen Projekte in Frage stellen oder manche Gemeinden gar eine Haushaltssperre verfügen, verströmt der Creglinger Verwaltungschef eine geradezu verblüffende Gelassenheit. Unerschütterlich hält er am Haushalt 2020 fest, dessen Grundzüge bereits Anfang des Jahres festgezurrt worden waren – lange vor Corona.

Ist das Realitätsverweigerung oder (Zweck)optimismus? Oder die Einsicht, dass es ohnehin nichts ändert, ob man sich nun verrückt macht oder nicht? Vielleicht eine Mischung aus allem.

Uwe Hehn ist ein durch und durch pragmatischer Bürgermeister. Deshalb ist der Haushaltsplan für ihn auch kein „Diktat“, sondern eben nur ein „Plan“, von dem man, wenn es nötig ist, eben abweicht. Es ist durchaus nicht auszuschließen, dass der Plan im Lauf des Jahres völlig zur Makulatur wird, wenn sich die Krise weiter verschärfen sollte.

Dass Creglingen völlig ungeschoren aus der Krise kommt, erscheint ausgeschlossen. Denn allerorten brechen die Umsätze der Unternehmen ein, gehen die Menschen in Kurzarbeit. Das wird in der Folge zu Einnahmeausfällen führen, die auch die Stadt Creglingen zu spüren bekommen wird.

Wenn Uwe Hehn von einer „Stärkung“ der Einnahmeseite spricht, hat er natürlich auch die Gebühren im Blick. Und so müssen sich seine Bürger definitiv auf höhere Gebühren einstellen. Irgendjemand muss die Zeche schließlich zahlen . . . für diese Prognose muss man kein Prophet sein, so weh sie auch tut.