Creglingen

Oberländer Dorfladen Fest am Sonntag, 22. September / Außerordentlicher Versammlung voraussichtlich im Oktober

Sinkender Umsatz erzeugt bei GbR Sorgenfalten

Archivartikel

Finsterlohr.Die Oberländer Dorfladen GbR feiert am morgigen Sonntag, 22. September, ihr Dorfladenfest – gleichzeitig sorgt sie sich um den Fortbestand der Einrichtung.

Er hat eine Erfolgsgeschichte geschrieben: Als vor zehn Jahren die Oberländer Dorfladen GbR gegründet und kurz darauf der Oberländer Dorfladen eröffnet wurde, hätten nur wenige darauf gewettet, dass der Laden zehn Jahre später immer noch besteht – schließlich leben im näheren Einzugsgebiet gerade mal 400 Menschen. Andernorts machen in Gemeinden mit weit mehr als 1000 Einwohnern Läden dicht, und gerade im Creglinger Oberland soll das anders sein?, lauteten die Argumente der Skeptiker.

In der Tat: Bisher hat der Oberländer Dorfladen, der von der Landwirtschaftlichen Bezugs- und Absatzgenossenschaft (BAG) Creglingen betrieben wird, allen Unkenrufen zum Trotz, bei einem Warenumsatz von jährlich rund 150 000 Euro, seine Daseinsberechtigung unter Beweis gestellt. Und seit fast einer Dekade immerhin zwei Arbeitsplätze gesichert. So wäre das traditionelle Dorfladenfest am morgigen Sonntag eigentlich ein Grund zum Feiern – wäre da nicht der sinkende Umsatz im laufenden Jahr, der sowohl der GbR als auch der BAG Sorge macht. Der Betreiber hat sich als Ziel die „schwarze Null“ gesetzt und dies – auch dank der guten Zusammenarbeit mit der GbR – in der Vergangenheit immer erreicht. Sollte sich der rückläufige Umsatz allerdings fortsetzen, könnte 2019 das Jahr werden, in dem es unter dem Strich ein Minus gibt – was die Diskussion über den Fortbestand des Dorfladens in eine negative Richtung lenken würde.

2020 zehnter Geburtstag

Dabei steht im Januar 2020 eigentlich der nächste Grund zum Feiern vor der Tür: der zehnte Geburtstag. Im Januar 2010 war der Dorfladen offiziell in Betrieb genommen worden, nachdem im Jahr zuvor die Gesellschaft bürgerlichen Rechts von über 80 Gesellschaftern ins Leben gerufen worden war. „Das Projekt war immer auf Kante genäht“, räumt GbR-Vorsitzender Fritz Danner ein. Doch bis 2018 sei es ganz gut gelaufen, so dass man für die Zukunft zuversichtlich war. Zumal man mit der Fotovoltaikanlage auf dem Dach des Ladens über ein zweites Standbein verfügt, wie Walter Glück anmerkt. Walter Glück ist wie Fritz Danner und fünf, sechs weitere Bürger Mitglied des so genannten Kompetenzteams, das die GbR vor einigen Jahren gegründet hat. Das Team ist eine Art Scharnier zwischen GbR und BAG, entwickelt zudem Ideen, wie man den Dorfladen attraktiver machen kann.

Teils Lieferprobleme

„Uns war immer klar, dass der Laden nur existieren kann, wenn die über 80 Gesellschafter ihn auch nutzen“, so Fritz Danner. Das habe bisher geklappt, doch momentan gehe das Konzept nicht mehr auf. „Wenn die eigenen Gesellschafter den Laden nicht mehr so annehmen wie früher, wird es eng“, so Danner. Auf viel Kundschaft von außerhalb kann man nicht hoffen – es gibt zwar erfreuliche Ausnahmen, aber diese sind zahlenmäßig nicht in der Lage, den Umsatzschwund aufzufangen. Der Versuch, mit dem Bürgerbus neue Käuferschichten zu erschließen, war ebenfalls nicht von Erfolg gekrönt.

Dazu gab es teils Lieferprobleme des Lieferanten Edeka, wodurch in letzter Zeit das Image des Dorfladens etwas gelitten hat. Die GbR will trotz dieser Schwierigkeiten alles versuchen, den Dorfladen zu erhalten, „denn er ist ja nicht nur Einkaufsmöglichkeit, sondern auch ein beliebter Treffpunkt und hat damit auch eine soziale Funktion“, sagt Fritz Danner. Er verweist etwa auf das freitägliche Café-Angebot, das gerne genutzt werde.

In erster Linie gefragt sind nun die Gesellschafter. Sie sollen bei einer außerordentlichen Versammlung über die aktuelle Lage informiert werden und über mögliche Lösungen aus der Krise diskutieren. „Die Sitzung wird voraussichtlich im Oktober stattfinden“, so Fritz Danner im Gespräch mit unserer Zeitung.

Doch zuerst einmal will man beim schon traditionellen Dorfladenfest am Sonntag, 22. September, das Feiern nicht vergessen.