Creglingen

Creglingen Gemeinderat gab Grünes Licht für Baugebiete in Waldmannshofen und Finsterlohr

„Sichern ein Stück weit unsere Zukunft“

Die Stadt Creglingen verfolgt weiter konsequent den Weg, auch auf den Dörfern Wohnbaugebiete auszuweisen – so etwa in Waldmannshofen und Finsterlohr.

Creglingen. Neben dem kommunalen Haushalt 2020 standen in der jüngsten Sitzung des Creglinger Gemeinderates in der Mehrzweckhalle vor allem Baugebiete in Ortsteilen auf der Tagesordnung: neben „Hochkreuz“ in Schmerbach (wir berichteten) auch die Pläne „Rück“ in Waldmannshofen und „Forst“ in Finsterlohr.

In Waldmannshofen ist man im Verfahren schon weit fortgeschritten: Hier erfolgte der Beschluss des Bebauungsplans als Satzung, während in Finsterlohr zunächst der Entwurf und die Beteiligung der Behörden und der Öffentlichkeit beschlossen wurden.

Bürgermeister Uwe Hehn hat in der Vergangenheit mehrfach betont, wie wichtig es sei, auch auf den Dörfern Baugebiete auszuweisen, um jungen Familien die Möglichkeit zu geben, im Heimatort bleiben zu können. „So sichern wir ein Stück weit unsere Zukunft“, sagte das Stadtoberhaupt in der jüngsten Sitzung.

Der Gemeinderat folgt ihm auf dieser Linie, wenngleich es Stimmen gibt, die die Kosten für die Baugebiete kritisch sehen und die gerne hätten, dass auch innerörtliche Bauwillige Unterstützung von der Stadt bekämen. In einer der nächsten Sitzungen will der Bürgermeister ein Konzept vorstellen, wie man seitens der Stadt Bau- beziehungsweise Renovierungswillige unterstützen kann.

Das Baugebiet „Rück“ in Waldmannshofen ist rund 1,8 Hektar groß, bietet Platz für zirka 18 Baugrundstücke und liegt am südöstlichen Ortsrand. Das Verfahren läuft seit September 2018 und wurde jetzt planungstechnisch zum Abschluss gebracht. Göran Schmidt von der Planungsgruppe Kölz verwies auf die wichtigste Änderung im Plan: Auf Anregung des Landesdenkmalamtes wurde eine Alleestruktur integriert, die auf ein historisches Vorbild zurück geht. Früher gab es vom Wasserschloss zum Fasanengarten eine solche barocke Allee. „Ich glaube, uns ist eine ganz elegante Lösung eingefallen“, sagte Göran Schmidt bei der Vorstellung des Plans. Die Erschließung der Baugrundstücke erfolgt über einen Ringverkehr. Bei der Beratung des Planentwurfs im November 2019 hatte der Planer den Gemeinderat davon in Kenntnis gesetzt, dass das Landesdenkmalamt für einen kleinen Teilbereich des Baugebiets eine archäologische Voruntersuchung anmahnt. Die Stadt hat zugesichert, den betroffenen Quartiersabschnitt vor der Erschließung untersuchen zu lassen. Ebenfalls im November 2019 hatte das Gremium beschlossen, in Finsterlohr das Baugebiet „Forst“ als allgemeines Wohngebiet auszuweisen. Dieser formelle Schritt war erforderlich, weil der Plan im beschleunigten Verfahren aufgestellt werden soll und deshalb der Grundsatzbeschluss bis Ende 2019 gefasst werden musste. Das Baugebiet liegt am östlichen Ortsausgang, ist laut Planer rund 0,6 Hektar groß und bietet Platz für fünf Bauplätze. Die Topographie sei perfekt geeignet für ein Baugebiet, erläuterte Göran Schmidt.

Der Ortschaftsrat habe sich intensiv mit dem Plan befasst und sich für den vorliegenden Entwurf ausgesprochen, so Schmidt weiter. Die Erschließungsstraße endet an einem Wendehammer, der auch Raum für größere Fahrzeuge wie die Müllabfuhr bietet. Die Bauplätze haben eine Größe zwischen 830 und 1090 Quadratmeter, zulässig sein soll Einzel- und Doppelhausbebauung.

In Finsterlohr gibt es seit über 30 Jahren schon den rechtskräftigen Bebauungsplan „Egertsklinge“, der zwischen südöstlichem Ortsrand und Umgehungsstraße liegt. Der Plan wurde allerdings bisher nicht in die Tat umgesetzt, weil, wie sich später herausstellte, die Erschließung sehr teuer wäre. Das Gebiet ist laut Göran Schmidt rund drei Hektar groß.

Bei der nächsten Aktualisierung des Flächennutzungsplans solle die Stadt einen Teil der „Egertsklinge“ planungsrechtlich aufgeben, schlug der Planer vor, allerdings nicht gleich das ganze Gebiet zu den Akten legen. Hatte es bei der Verabschiedung des Baugebiets Hochkreuz in Schmerbach noch zwei Gegenstimmen gegeben (wir berichteten), erfolgte das Grüne Licht des Gemeinderats für die Baugebiete Rück und Forst jeweils einstimmig.