Creglingen

Leserbrief Zu „Nach Masthähnchen jetzt Mastschweine (FN 27. Dezember)

Schlechtmachen fördert Import

Mit Ihrem Leserbrief und der Verteufelung der aktuellen Tierhaltung haben Sie Ursache und Wirkung verwechselt. Weil die Verbraucher beim Einkauf von Nahrungsmitteln nach Billigangeboten greifen, sind die Landwirte gezwungen, kostengünstig zu produzieren, damit sie nicht mit Verlusten arbeiten.

Sprechen Sie im Supermarkt mit Kunden, damit sie nicht zum Billigfleisch greifen, sondern auf das Tierwohl achten. Wenn mehr Biomilch verlangt würde, könnten mehr Milcherzeuger ihre ökologisch erzeugte Milch auch so verkaufen. Weniger als ein Prozent des Schweinefleisches stammt von Biohöfen. Aber nur über höhere Erzeugerpreise lassen sich die Tierwohlmaßnahmen finanzieren. Mit dem Schlechtmachen der heimischen und regionalen Produktion fördern Sie indirekt den Import von Chlorhühnchen und von Fleisch aus Ländern mit niedrigem Tierwohlstandard. Inzwischen kommt Schweinefleisch aus Spanien zu uns, weil dort illegale Flüchtlinge aus Nordafrika zu Hungerlöhnen in den Ställen arbeiten. Leider haben Sie anscheinend auch keine Kenntnis von der Pflanzenernährung. Pflanzen brauchen zum Wachsen etwa Phosphor und Kalium. Diese Nährstoffe werden bei der Ernte abtransportiert und müssen ersetzt werden, zum Beispiel mit dem Naturdünger Gülle. Die Gülleausbringung ist streng reglementiert, überwacht und kontrolliert, und es werden nur die abgefahrenen Nährstoffe ersetzt. Dies zeigen die zurückgehenden Nitratwerte im hiesigen Grundwasser. Sie fordern praktisch auch ein Berufsverbot für den betroffenen Landwirt, denn ohne Tierhaltung kann er nicht überleben. Statt „übereinander zu schreiben“ sollte „miteinander geredet“ werden. Ich bin gerne bereit, Ihnen einen Besuch in einem Stall in Ihrer Umgebung zu vermitteln, damit Sie erkennen, unsere Landwirte sind keine Tierquäler, sondern gehen verantwortungsvoll mit denen ihnen anvertrauten Geschöpfen um.