Creglingen

Leserbrief Zu „Grünes Licht für Maststall“ (FN, 23. Januar)

Ohne Ideen, aber mit Horror-Vision

Archivartikel

Nun ist es also vermutlich endgültig besiegelt! Das Schicksal von 29 950 Masthähnchen pro 39 Tage, also für rund 300 000 Masthähnchen pro Jahr! Bei zwei Enthaltungen und zwei Gegenstimmen hat der Creglinger Gemeinderat dem Antrag eines Landwirtes auf den Bau eines Maststalles für Geflügel zugestimmt.

Die Zustimmung wurde dem Stadtrat sogar noch vom Bürgermeister empfohlen, der die Meinung vertritt, dass das Bauvorhaben nicht überdimensioniert wäre. 29 950 Masthähnchen in einem so genannten „Tierwohlkonzeptstall“, hundertausenfaches Leid, Qual und Schmerz sind also nach Meinung des Stadtoberhauptes nicht überdimensioniert. Mit dieser Aussage stellt er wiederum einmal mehr unter Beweis was Tiere in Creglingen – der Stadt mit Ideen – wert sind und zu erwarten haben. „Zukunftsorientiert“ wird hier Maststall für Maststall beantragt und genehmigt. Mit einer beispiellosen Ignoranz wird in Creglingen am alten System der Landwirtschaft festgehalten. Neue Ideen, neue Visionen – Fehlanzeige!

Die Leidtragenden sind die unschuldigen Tiere, die in Creglingen kaum eine Lobby haben und auf deren Rücken Profit gemacht wird. Unser Dank gilt daher insbesondere den beiden Stadträten Dehner und Feidel, die den Antrag abgelehnt haben, u.a. weil dies aus ihrer Sicht nichts mit Landwirtschaft zu tun habe. Bleibt zu hoffen, dass in Zukunft mehr diese Ansicht vertreten und Creglingen nicht als Stadt ohne Ideen aber mit „Horror“-Vision in Sachen Tierschutz berühmt bleibt! In Memoriam an alle toten Tiere, die bereits sinnlos gestorben sind und in Zukunft noch sterben werden!