Creglingen

Leserbrief Zu „Einstimmigkeit bei Baugesuchen“ (FN, 20. Dezember)

Nach Masthähnchen jetzt Mastschweine

Archivartikel

Ohne Gegenstimme wurde einem Antrag auf Umnutzung eines bestehenden Schweinestalles zugestimmt. Wo vorher 260 Zuchtsauen mit 714 Ferkeln sowie 490 Mastschweine untergebracht waren, sollen es also künftig 1490 Mastschweine sein.

Einem 50 bis 110 Kilogramm schweren Mastschwein in der konventionellen Landwirtschaft steht ein Platzbedarf von 0,75 Quadratmeter zu.

Die Lebenserwartung eines Mastschweines beträgt im Schnitt zirka sechs Monate. Dies bedeutet, dass ein Schwein, zusammen mit 1489 anderen, die auf sechs Monate reduzierte Lebenserwartung (natürliche Lebenserwartung eines Schweines ca. 20 Jahre) auf 0,75 Quadratmetern verbringt.

Diese erschreckende Vorstellung von dem unermesslichen Leid der Tiere war dem Creglinger Stadtrat offensichtlich weniger wichtig, solange nur der Abstand zum nächsten Wohngebiet stimmt.

Schließlich wollen wir das Schwein zwar essen, aber möglichst nicht davon belästigt werden, Bei einer durchschnittlichen Lebenserwartung von sechs Monaten werden also im Schnitt demzufolge knapp 3000 Schweine pro Jahr gemästet. Deren Ausscheidungen werden dann auf den umliegenden Feldern ausgebracht.

Welche Folgen dies für die Böden und nicht zuletzt für das Grundwasser haben, kann sich jeder vorstellen.

Gleichzeitig wird bundesweit, aber auch in Creglingen, von den Landwirten für mehr Verständnis demonstriert.

Letztendlich führen jedoch weder laut hupende, oder, wie angedroht, verkehrsblockierende Demonstrationen, sondern nur der Verzicht auf jegliche Mast- und Massentierhaltung zum erwarteten Verständnis!

Wirkliches Verständnis kann nur getreu einem alten und verbreiteten Grundsatz der praktischen Ethik: „Was du nicht willst, dass man dir tu’, das füg auch keinem andern zu“, erfolgen!