Creglingen

Leserbrief Zu „Schlechtmachen fördert Import“ (FN 28. Dezember) und „Lebensmittel werden nach den weltweit höchsten Standards erzeugt“ (FN 31. Dezember)

Keinem Tier geht es gut, wenn es auf engstem Raum eingesperrt wird

Sie unterstellen uns, dass wir gegen die Landwirtschaft wären oder die heimische Landwirtschaft gar zerstören möchten. Wie kommen Sie darauf?

Wir wenden uns nicht gegen die Landwirtschaft per se, sondern gegen die Tierhaltung, insbesondere die Mast- und Massentierhaltung in der Landwirtschaft.

Auch wenn Sie beide, wie immer gerne betont wird, der Meinung sind, dass es den Tieren ja gut gehe, so können wir Ihnen nur widersprechen. Keinem Tier geht es gut, wenn es auf engstem Raum eingesperrt, für einen verhältnismäßig kurzen Zeitraum im Vergleich zu seiner natürlichen Lebenserwartung gemästet und im Anschluss auf einen Tiertransporter verladen und im Schlachthof getötet wird.

Wer ernsthaft glaubt, dass es den Tieren bei der aktuellen Gesetzeslage zur Kastenstandshaltung von Muttersauen, betäubungsloser Ferkelkastration oder dem Schreddern von männlichen Küken etc. gut gehe, verschließt die Augen vor der Realität oder redet sich als Verbraucher beziehungsweise Erzeuger die Dinge schön, um an seiner eigenen Verhaltensweise nichts ändern zu müssen.

Eine Veränderung ist aus unserer Sicht aber dringend notwendig. Denn nur weil es unbestritten in anderen Ländern deutlich schlechter ist, heißt dies nicht automatisch, dass deshalb bei uns alles gut ist. Daran ändern auch schönfärbende Begriffe wie Tierwohlställe oder Tierwohllabel nichts.

Wir stimmen Ihnen zu, dass der Mensch, respektive der Verbraucher bestimmte Dinge haben beziehungsweise nicht haben möchte. Gibt uns das aber automatisch das Recht, über Tiere nach Gutdünken zu verfügen? Solange Tiere nicht als fühlende Lebenwesen, sondern als Produkt gesehen werden, das vom Landwirt „produziert“ wird, kann keine Veränderung erfolgen.

Darum sprechen wir bereits seit Jahren mit Menschen, um auf Tierleid aufmerksam zu machen und um für einen völligen Verzicht tierischer Produkte zu werben und leben dies selbst aktiv. Denn nur ohne tierische Ernährung geht es eindeutig den Tieren und nicht zuletzt den Menschen wirklich gut.